Gewässerbeauftragter des Fischereivereines äußert sich

Geht der Berchtesgadener Ache das Wasser aus?

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Berchtesgaden - Dauerhaft anhaltende Hitze und damit verbundene niedrige Wasserstände - auch in den Gebirgsgegenden, in denen die Wasserkraft eine wichtige Säule der Energieversorgung der Regionen ist - schafft nun auch dort Probleme.

Update, 14.50 Uhr

Der Berchtesgadener Ache geht das Wasser nicht aus. Zu diesem Schluss kommen auch Rafting-Unternehmen aus der Region. Gerüchten zufolge sollen sie ihren Betrieb auf dem Gewässer eingestellt haben. Dies sei aber nicht der Fall, teilt einer der Betreiber mit. Im Gegenteil: Auch am Mittwoch haben Touren stattgefunden.

Momentan beträgt der Pegel der Berchtesagdener Ache am Klärwerk in Berchtesgaden mit Stand 8. August, 14.45 Uhr, 58 Zentimeter, wie auf der Internetseite des Gewässerkundlichen Dienstes Bayern vom Landeamt für Umwelt nachzulesen ist.

Der Pegel der Königsseer Ache liegt an der Schwöbbrücke in Berchtesgaden bei 45 Zentimetern

Update, 13.40 Uhr

Ergänzend zu dem Artikel schreibt Rainer Stähler Gewässerbeauftragter des Fischereivereines Berchtesgaden- Königssee e.V. unserer Redaktion folgende Zeilen, die belegen, dass den Ausleitungsstrecken seit Jahren das Wasser ausgeht. Die negative Wirkung wird durch die hohen Temperaturen noch verstärkt.

Wie die beigefügten Fotos zeigen, bleibt nach der Entnahme durch die Wasserkraftbetreiber entgegen der Aussage im Artikel "trotzdem so viel Wasser im normalen Flusslauf, dass dort Flora und Fauna erhalten bleiben" kein ausreichendes Restwasser.

In den Ausleitungsstrecken wird durch das künstlich geschaffene Niedrigwasser die gesetzlich geforderte Durchgängigkeit für Fische verhindert. Zudem bringt die geringe Wasserhöhe durch die vielen Flachwasserbereiche einen für die Heimische Bachforelle zu hohen Temperaturanstieg mit sich und zudem einen geringeren Schutz gegen Fressfeinde. Die gesamte Fauna in diesen Bereichen ist höchst gefährdet und in den Trockenstrecken nicht vorhanden. Das Restwasser deckt, da es sich teilweise um Altrechte der Wasserkraftwerke handelt, nicht den Schutz der Oberflächengewässer gemäß der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie aus dem Jahr 2000 ab.

Mitteilung von Rainer Stähler, Gewässerbeauftragter des Fischereivereines Berchtesgaden-Königssee e. V.

Vorbericht

Vielerorts wird das Wasser der Gebirgsflüsse, wie die Berchtesgadener Ache, über kleine Kanäle Richtung Kraftwerk abgeleitet und es bleibt trotzdem so viel Wasser im normalen Flusslauf, dass dort Flora und Fauna erhalten bleibt. Doch nun ist der Wasserstand so extrem niedrig, dass über die Flüsse immer weniger Wasser fließt. So sind die Kraftwerke gezwungen, weniger Wasser aus den Flussläufen zu entnehmen und müssen die Stromproduktion drosseln. 

Heiße Temperaturen, Niedrigwasser in den Flüssen, Wasserkraft vor einem Problem

Der Königssee oder auch die Berchtesgadener Ache haben um zwei Drittel weniger Wasser als sonst. Dadurch haben die Rafting-Unternehmen, die diesen Fluss gerne nutzen, um Abenteuer erleben zu lassen, ihre Rafting-Touren eingestellt. Denn die Boote sitzen an sehr vielen Stellen bereits auf und können den Fluss nicht mehr befahren.

Auch kurze heftige Gewitter wie in den Nachmittagsstunden am Sonntag schafften nur kurze Entspannung.

AKTIVNEWS

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