Frühlingsputz im Bauhof

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Die Mitarbeiter des Bauhofs haben ein ganzes Jahr lang was zu tun.

Berchtesgaden - Das ganze Jahr arbeiten 25 Mitarbeiter im Auftrag der Gemeinde. Zu tun hat man hier genug: vom Winterräumdienst bis hin zur Gartenarbeit.

In der Koch-Sternfeld-Straße angekommen, ist das Ziel nicht mehr fern: der Berchtesgadener Bauhof. Gebäude, Werkstätten, Lagerhallen finden sich dort, auf großer Fläche – hier arbeiten zwei Dutzend Gemeindearbeiter daran, dass in der Gemeinde alles glatt läuft.

Schnee auf den Straßen? Dann rückt der Schneepflug an. Wegeinstandsetzung? Auch da sind die Bauhof-Mitarbeiter erfahren. Hier, beim Bauhof, weiß man sich im Grunde genommen fast immer zu helfen. So auch Werkstatt-Mitarbeiter Georg Kurz, der gerade einen Gebläse- Motor einer Kehrmaschine zum Laufen bringt. „Wenn wir die Sachen reparieren, halten wir die Kosten für den Bürger gering“, sagt er. Trotzdem muss auch hier mal Altes durch Neues ersetzt werden: „Frühjahrsputz“ ist dann angesagt. Alte Fahrzeuge und Gerätschaften werden veräußert – zum Bestpreis an den Höchstbietenden.

Bauhof Berchtesgaden

„Das ist ein Daimler-Benz 100 D, Baujahr 1994“, sagt Georg Kurz und deutet auf ein antiquiertes Stück Fahrzeuggeschichte, das in der Gemeinde gute Dienste verrichtet hat. Der 100 D werde verkauft, „mit Sicherheit ins Ausland“, weiß er, hierzulande habe das Fahrzeug inzwischen Seltenheitswert. Ähnlich wird es einem Unimog, Baujahr 1982, ergehen. Erst vor wenigen Wochen erhielt die Gemeinde einen neuen Unimog, der wohl erst im kommenden Winter Premiere feiern wird. „Mit den neuen Fahrzeugen haben wir oft die größten Probleme“, sagt Klaus Rosenberger vom Bauhof Berchtesgaden. So sei das eben. Sehr viel Technik, mangelnde Qualität.

700 Tonnen Salz wurden auf den Straßen verteilt, etwa 100 Tonnen liegen noch auf Vorrat.

Einen Steinwurf entfernt wartet in der hauseigenen Werkstatt ein Bauhof-Fahrzeug mit Unfallschaden: „Das reparieren wir momentan in Eigenregie“, sagt Georg Kurz. Nebenan lackiert ein Maler ein großflächiges Eisengestell, das auf dem Fahrzeug aufliegen wird – für Transportzwecke. Das alte Gestell war zusammengerostet, unbrauchbar. „Wir haben uns ein neues geschweißt“, sagt Kurz, der Alleskönner. Wenn er nicht in der Werkstatt steht, sitzt er vielleicht im Schneepflug. „Im Winter ist bei uns die Hauptsaison“, berichtet er. Dann sind Räum- und Streufahrzeuge im Dauereinsatz. Allein der Berchtesgadener Winterdienst benötigt in einer schneereichen Woche etwa 2.000 Liter Diesel, der direkt am Bauhof getankt werden kann. „Jeder Bauhof-Mitarbeiter fährt im Winter auch Räumdienst.“ Und wenn es hakt, wenn sich die Technik verabschiedet? Dann ist am Bauhof Hochbetrieb. „Wenn ein Streugerät einen Tag lang nicht läuft, ist das eine Katastrophe“, sagt er. Weniger schlimm sei das im Frühjahr oder Sommer, wenn das Gras zu schneiden ist, die Büsche vor sich hinwachsen. „Da kommt es auf einen Tag nicht an“, meint Kurz, der vor ein paar Verkehrsschildern steht, die an der Hauswand lehnen. Sind die Schilder ausgeblichen oder angefahren – auch dann müssen die Gemeindemitarbeiter ran und zur Tat schreiten. Schräg gegenüber wartet die große Lagerhalle – Salz und Kiesel findet sich dort.

700 Tonnen Salz hat die Gemeinde in diesem Winter auf den Gemeindestraßen verteilt. Etwa 100 Tonnen liegen noch auf Vorrat. „Heuer werden wir es wahrscheinlich nicht mehr brauchen“, weiß Kurz mit einem Lächeln. Dafür stehen jede Menge Nachbesserungsarbeiten auf den Gemeindestraßen an. Schlaglöcher, die geflickt gehören. Teuer sei das Material. Viele Tonnen wurden bereits im letzten Jahr gebraucht und auch in diesem Frühling schaut es so aus, als müssten unzählige Schlaglöcher aufgefüllt werden. Das sei aber erst dann möglich, wenn der Frost aus dem Boden verschwunden sei, die Temperaturen allgemein wieder höher lägen.

Viel zu tun haben die Bauhof-Mitarbeiter vor allem aber mit ihrem eigenen Fuhrpark: 28 Fahrzeuge, Toyota, VW, Ford, vom Transporter über den Unimog hin zur Kehrmaschine. Darüber hinaus: Motorsensen, Mäher, Markiermaschinen. Dort drüben steht ein Unimog- Tank, der ein Leck hat, repariert werden muss, an der Tür hängen ein paar Keilriemen, die ausgetauscht wurden. Erst kürzlich hat es wieder einmal einen Hydraulikschlauch an einem Fahrzeug zerrissen. Kein Problem für Kurz und das Bauhof-Team. Dort riecht es nicht nur nach Arbeit, hier sieht es auch so aus. Aber nicht nur hier: Auch am Rossfeld und auf der Scharitzkehl sind Pistengeräte zu betreuen. Wenngleich der eigentliche Winter nun vorbei sein dürfte. Und jetzt, da das Frühjahr naht, werden die Arbeiten nicht weniger: Die Blumentröge, die überall zu finden sind, warten darauf, verteilt zu werden. Auch das ist Angelegenheit der fleißigen Gemeindearbeiter. „Wenn es im Sommer ruhiger ist, mache ich vielleicht mal frei“, sagt Georg Kurz. Denn momentan hat er über 200 Überstunden.

kp

Zurück zur Übersicht: Berchtesgaden

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser