"Erhebliche Defizite in Planung und Bauleitung"

Ärger um Doku Obersalzberg geht weiter: Architekt entlassen

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Das Foto zeigt die Baustelle am Dokumentationszentrum Obersalzberg.

Berchtesgaden - Die Erweiterung der Dokumentation Obersalzberg sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Nach der erheblichen Kostensteigerung auf rund 30 Millionen Euro hat nun die Bauleitung dem Architekturbüro gekündigt.

Das Wichtigste in Kürze:


Der Ärger um den Bau der Erweiterung des Dokumentationszentrums Obersalzberg nimmt erneut eine neue Wendung: Wie das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr in einer aktuellen Pressemitteilung bekannt gab, hat sich die Bauverwaltung von dem beauftragten Architekturbüro getrennt. „Es geht um möglichst schnelle Schadensbegrenzung“, macht Bauministerin Kerstin Schreyer deutlich.


Ärger um Doku Obersalzberg: "Dem Büro musste nun vollständig gekündigt werden"

Bereits im vergangenem Jahr musste einem Ingenieurbüro gekündigt werden. Zusätzlich seien bei der engmaschigen Kontrolle der Architektenleistungen durch das zuständige Bauamt erhebliche Defizite in Planung und Bauleitung des beauftragten Architekten zu Tage getreten. "Die beauftragten Leistungen wurden teilweise entweder gar nicht oder schlecht erbracht. Deswegen musste dem Büro nun vollständig gekündigt werden, nachdem ihm bereits vorher Teilleistungen entzogen worden waren." So der Wortlaut der Pressemitteilung.

„Wenn genau das Büro, das mit der gesamten Projektkoordinierung beauftragt ist, schlechte Leistungen erbringt, hat das sehr negative Auswirkungen auf ein Bauprojekt. Um den Schaden zu begrenzen, war die Gesamtkündigung unausweichlich“, erklärt Schreyer. „Selbstverständlich werden die verantwortlichen Planer für entstandene Schäden in Regress genommen.“

Doku Obersalzberg: Wohl erst Winter 2021/2022 fertig

Ziel bei der Erweiterung der Dokumentation Obersalzberg bleibe, durch stringentes Regress- und Nachtragsmanagement weitere Mehrkosten zu vermeiden. Die Bauverwaltung werde nun so schnell wie möglich ein leistungsfähiges Nachfolgebüro beauftragen, dass die fehlenden Leistungen erbringt und die Planung überarbeitet, beziehungsweise fertigstellt.

Zuletzt war am 22. Februar bekannt gegeben worden, dass Störungen im Planungs- und Bauablauf leider für eine Verzögerung der Fertigstellung des Erweiterungsbaus sorgen würden. Durch den Tragwerksplaner seien 2019 weitere Terminverzögerungen verursacht worden. Bereits letztes Jahr musste einem Ingenieurbüro gekündigt werden. 

Bereits bei dieser Pressemitteilung kündigte das Staatsministerium an, dass "weitere Kündigungen von Planungsbeteiligten" anstehen würden. Derzeit geht das Ministerium davon aus, dass sich die Fertigstellung des Erweiterungsneubaus auf Winter 2021/22 verschiebt.

mh/Pressemitteilung Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr

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