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Eindrücke aus dem Hochwasser-Katastrophengebiet im BGL

„Sie sehen es ja, oder?“ - Anwohner und Einsatzkräfte voll mit Aufräumen beschäftigt

Aufräumarbeiten nach der Hochwasser-Katastrophe an der Adalbert-Stifter-Straße in Bischofswiesen.
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Aufräumarbeiten nach der Hochwasser-Katastrophe an der Adalbert-Stifter-Straße in Bischofswiesen.

Vor Ort im Berchtesgadener Land wird das ganze Ausmaß der Hochwasser-Katastrophe am Wochenende klar. BGLand24.de war unter anderem in Berchtesgaden und Bischofswiesen unterwegs.

Berchtesgaden/Bischofswiesen - „Sie sehen es ja, oder?“, fällt der Kommentar eines Anwohners der Adalbert-Stifter-Straße in Bischofswiesen knapp aus. Er ist mit dem Aufkehren von angeschwemmtem Erdreich und Kies beschäftigt, während Feuerwehrleute den Keller des Hauses auspumpen, in dem er wohnt. Unzählige Liter brauner Brühe befördern die Floriansjünger aus dem Gebäude und lassen sie sicher ablaufen. Ungeahnt bleibt, welchen Schaden die Überflutung am Samstagabend auch hier angerichtet haben mag.

Hochwasser-Katastrophe im Berchtesgadener Land: Vor Ort wird ganzes Ausmaß ersichtlich

Die Infrastruktur sei stark beschädigt worden, das war einer der zentralen Punkte eines ersten Fazits von Landrat Bernhard Kern (CSU) am Rande der Pressekonferenz im Landratsamt Berchtesgadener Land am Sonntagvormittag. „Da sind Straßen, sowie Geh- und Fahrradwege teils erheblich beschädigt worden.“ - Bilder zu diesen Aussagen bekommt man an der B305, in Höhe des Berchtesgadener Bahnhofs. Dort klafft am Straßenrand an einer Stelle ein Loch. Ein paar Meter weiter, hinter der Absperrung, ist dann ein ganzer Teil der Straße in die Ache gekippt.

Schäden an der B305 in Berchtesgaden nach der Hochwasser-Katastrophe.

Zahlreiche Passanten stehen teils baff erstaunt davor. „Jessas“ entfällt es einer älteren Dame. Die meisten Kommentare kann man kaum über das Donnern des Flusses hören, der zu erheblichen Dimensionen angeschwollen ist. Stoisch betrachten zwei Bereitschaftspolizisten, wie sich immer wieder noch, überwiegend auswärtige, Autofahrer zu der Sperrung verirren, ihren Fehler begreifen und schließlich zum Wenden ansetzen.

In Rosenheim noch nur starker Regen, auf der Fahrt ins Berchtesgadener Land Wände aus Wasser

Ebenfalls Bilder zu einer Aussage bekommt man hinsichtlich dessen, wie lokal konzentriert die Starkregenereignisse der jüngsten Zeit sind (Plus-Artikel BGLand24.de), das merkt man bei einer Fahrt von Rosenheim ins Berchtesgadener Land am Sonntagmorgen. Fährt man auf die A8 auf, hat man es noch mit etwas regnerischem Wetter zu tun, aber noch bei weitem nicht dem, was noch auf einen zukommt. Immer wieder findet man sich, je weiter es nach Südosten geht, in regelrechten Wänden aus Regen wieder. Manche Fahrzeuge kommen ins Schlingern, geraten beinahe auf die Nebenspur. Mancher flüchtet sich auf den Standstreifen oder Rastplätze.

Je näher man dann der Landkreisgrenze zum Berchtesgadener Land kommt, mehren sich zunehmend die Feuerwehr-Einsatzzüge. Aus allen benachbarten Nachbarlandkreisen ziehen sie in Richtung der Katastrophenregion. Es werden Erinnerungen an das Schneechaos im Januar 2019 wach (Plus-Artikel rosenheim24.de): Da war es in Rosenheim noch grün, je mehr man sich dann Sachrang näherte desto mehr wurde der Schnee, bis man sich schließlich zwischen riesigen Lkws von Bundeswehr und THW fand, die tonnenweise Schnee abtransportierten.

Überall laufen die Aufräumarbeiten

Schließlich im von der Hochwasser-Katastrophe heimgesuchten Landkreis angekommen herrscht überall das gleiche Bild: Einsatzkräfte, Anwohner oder beide zusammen, welche mit der Beseitigung der Schäden beschäftigt sind. Keller werden ausgepumpt, Schutt beiseite geräumt und gekehrt, erste Bestandsaufnahmen gemacht. Vielerorts säumen den Straßenrand noch Barrieren aller Art, welche die Wassermassen aufhalten sollten. Von Sandsäcken bis, im Fall eines Gartenmarkts, Plastiksäcke voll Blumenerde wurde alles aufgeboten.

Wieder in Berchtesgaden, an der Kreuzung von Bahnhofsstraße und B305 ist gerade die Ampelanlage ausgefallen. „Das ... ist eine Sache mehr, um die wir uns jetzt kümmern müssen“, bemerkt ein Feuerwehrmann mit einem Schulterzucken.  „Es war für alle Einsatzkräfte eine lange Nacht!“ - Diese Worte von Kreisbrandinspektor Anton Brandner bekommen hier wiederum ein Gesicht (Plus-Artikel BGLand24.de). Kurz sieht man ihm die Erschöpfung ins Gesicht geschrieben, dann reißt er sich wieder zusammen, und hilft bei der Absicherung von Baggerarbeiten an der Ache.

hs

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