Obersalzberg: 'zu diesem Schritt gezwungen'

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Die Führungen durch die Dokumentation Obersalzberg werden vorerst von den Mitarbeitern des IfZ übernommen.
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Berchtesgaden - Das Institut für Zeitgeschichte hat alle Rundgangsleiter der Dokumentation Obersalzberg entlassen. Gegenüber BGLand24 äußert sich Pressesprecherin Simone Paulmichl:

"Zuerst einmal möchte ich klarstellen, dass die Rundgangsleiter in der Dokumentation dringend benötigt werden", beginnt Paulmichl das Gespräch mit uns. Vor allem in den Sommermonaten wäre ein Führungsbetrieb durch die Ausstellung nicht möglich. "Aber eine umstrittene Rechtslage hat uns zu diesem Schritt gezwungen."

Mit diesem Schritt meint die Pressesprecherin die Tatsache, dass am vergangenen Freitag Dr. Magnus Brechtken, stellvertretender Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin, alle 22 freien Mitarbeiter der Dokumentation zu einem persönlichen Gespräch eben dorthin bat. Dort teilte er ihnen mit, dass das Institut die Verträge kündigen müsse und die Rundgangsleiter ab 1. November erst einmal nicht mehr zum Einsatz kämen.

"Die Rundgangsleiter waren bisher freiberuflich angestellt. Es war auch immer eine erfolgreiche Zusammenarbeit, die wir hoffentlich bald wieder aufnehmen können", so Simone Paulmichl. "Aber wir befinden uns gerade in einem Klärungsprozess vor Gericht, da die deutsche Rentenversicherung mit dieser Art von Zusammenarbeit nicht einverstanden ist." Da es sich um ein laufendes Verfahren handle, dass sich durchaus noch hinziehen könnte, sei es nicht möglich, die Verträge einfach weiterlaufen zu lassen.

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In einem Artikel im Berchtesgadener Anzeiger werden Rundgangsleiter zitiert, die über dieses Vorgehen offensichtlich sehr erbost sind? "Es ist nachvollziehbar, dass es Ärger gibt", zeigt sich Paulmichl verständnisvoll. "Ich hatte am Freitag aber durchaus den Eindruck, dass bei vielen Rundgangsleitern die Bereitschaft zu einer künftigen Zusammenarbeit gegeben ist."

Wie diese künftige Zusammenarbeit aussehen kann, ist allerdings noch völlig unklar. "Wir befinden uns in enger Abstimmung mit dem Finanzministerium." Zum Glück sei gerade das Winterhalbjahr angebrochen, so könnten die Führungsanfragen durch die Mitarbeiter des Institut für Zeitgeschichte abgedeckt werden. "Bis zum Frühjahr brauchen wir aber eine Lösung", betont die Pressesprecherin.

cz

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