"Die Gemeinde trägt die Schuld"

+
Problemzone Kirchgasse: Auch die angesetzten 2,94 Meter reichen immernoch nicht für den Ernstfall.

Berchtesgaden - Das Problem Kirchgasse erhitzt die Gemüter: Jürgen Weiß vom Landesfeuerwehrverband Bayern fordert eine Mindestbreite von drei Metern.

"Die Kirchgasse hätte schon immer drei Meter breit sein müssen." Das sagt Jürgen Weiß, Referent für die Facharbeit beim Landesfeuerwehrverband Bayern. Er erhöht damit den Druck auf Marktschellenbergs Bürgermeister Franz Halmich, der in Zugzwang geraten ist, die Marktschellenberger Angelegenheit zur Lösung zu bringen.

Lesen Sie auch:

"Vielleicht muss erst was passieren"

Die Causa "Kirchgasse" sei doch schon seit Jahren bekannt, sagt Weiß: "Ich verstehe auch nicht, warum bis heute dort noch nichts passiert ist." Die Kirchgasse, derzeit 2,4 Meter breit, muss aufgeweitet werden, um für Einsatzfahrzeuge im Notfall passierbar zu sein. Bislang ist das noch nicht geschehen. Derweil ist das Ziel vom Landratsamt Berchtesgadener Land klar vorgegeben.

In einem Schreiben vom Landratsamt, das dieser Zeitung vorliegt, heißt es: "Ziel der Gesamtmaßnahme ist es, den Fahrzeugen von Rettungsdienst und Feuerwehr eine ungehinderte Durchfahrt zu ermöglichen.“ Für Bürgermeister Franz Halmich ist klar: 2,94 Meter reichen für eine ungehinderte Durchfahrt aus. "Tun sie nicht", sagt Jürgen Weiß und verweist auf die "Richtlinie über die Flächen für die Feuerwehr". Dort heißt es in Punkt 2: "Die lichte Breite der Zu- oder Durchfahrten muss mindestens 3 Meter bemessen."

Da dieser Wert nicht erfüllt wird, ist fraglich, ob die Gemeinde Marktschellenberg ihren Pflichtaufgaben momentan in ausreichendem Maße nachkommen kann. Dazu gehört auch der abwehrende Brandschutz. „Dieser ist schwerlich sicherzustellen“, sagt Jürgen Weiß – und fügt hinzu, dass es nicht Aufgabe der Feuerwehr sein könne und man es dieser auch nicht zumuten müsse, bei einem eventuell eintretenden Notfall zunächst die Außenspiegel einzuklappen, um überhaupt durch die Kirchgasse hindurchzukommen. Drehleitern oder ähnliche Gerätschaften hätten sowieso keine Chance zu passieren, denn hinter der Kirchgasse wird es erneut eng: Glockenweg und Neuhäuslweg beginnen dort. „Momentan trägt die Gemeinde die Schuld, falls hinter der Engstelle ein Notfall eintritt“, sagt Weiß. Es müsse sichergestellt sein, dass die Feuerwehr schnell zu ihrem Ziel kommt. Aktuell ist das nicht möglich.

kp

Zurück zur Übersicht: Berchtesgaden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser