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Informiert sich über faszinierendes Bartgeierprojekt

Claudia Roth zu Gast im Nationalpark Berchtesgaden

Die bayerische Spitzenkandidatin Claudia Roth freute sich sehr über die Einladung des grünen Ortsverbands Berchtesgadener Tal in den Nationalpark Berchtesgaden und wanderte mit dem heimischen Direktkandidaten Wolfgang Ehrenlechner und Kreisrat Bartl Wimmer sowie einer Gruppe Interessierter durch das Klausbachtal.
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Die bayerische Spitzenkandidatin Claudia Roth freute sich sehr über die Einladung des grünen Ortsverbands Berchtesgadener Tal in den Nationalpark Berchtesgaden und wanderte mit dem heimischen Direktkandidaten Wolfgang Ehrenlechner und Kreisrat Bartl Wimmer sowie einer Gruppe Interessierter durch das Klausbachtal.

Ab sofort haben die ausgewilderten Bartgeierdamen im Nationalpark Berchtesgaden einen prominenten Fan: die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags. Sie hat sich auf Einladung des Grünen OV Berchtesgadener Tal über das spannende Projekt informiert.

Pressemitteilung im Wortlaut

Berchtesgaden - Wally und Bavaria, Toni oder doch Claudia? Nach dem Spaziergang im Nationalpark Berchtesgaden wussten viele der etwa dreißig interessierten Wanderer nicht, wer sie mehr beeindruckt hat: das spannende Bartgeierprojekt oder die herzliche, unkomplizierte Art der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags. Was feststeht ist, dass die vom grünen Ortsverband Berchtesgadener Tal organisierte Tour „Besuch bei der Geier-Wally“ für alle ein Erlebnis war, das in Erinnerung bleiben wird.

Claudia Roth kommt gerne ins Berchtesgadener Land. Sie ist seit vielen Jahren mit dem Kreisverband BGL freundschaftlich verbunden und unterstützt die hiesigen Kandidaten wann immer möglich im Wahlkampf. Dies mache sie auch gerne in der heißen Phase des Bundestagswahlkampfs für den heimischen Direktkandidaten Wolfgang Ehrenlechner, wie sie betonte. Sie bedankte sich für die Einladung in das Klausbachtal, eine komplett neue Welt für sie, „toll, dass ihr euch so etwas Besonderes habt einfallen lassen, ich bin schon so gespannt auf die Vögel“. Der gut anderthalbstündige Abstecher der bayerischen Spitzenkandidatin war möglich geworden, da Roth an diesem Tag mit Robert Habeck eine Veranstaltung im Rosenheimer Mangfallpark hatte, dem südlichsten Punkt der Wahlkampftour des Bundesvorsitzenden. 

Nach einer kurzen Begrüßung durch Bartl Wimmer, den Sprecher der grünen Kreistagsfraktion, und Iris Edenhofer, die Sprecherin vom Ortsverband Berchtesgadener Tal, hatte Toni Wegscheider das Wort. Der Biologe und Vorsitzende der LBV-Kreisgruppe Berchtesgadener Land ist der Bartgeierexperte schlechthin, das Projekt mit Wally und Bavaria ist sein „Baby“, wie er sagte. Die beiden Jungvögel waren heuer Anfang Juni ausgewildert worden und haben sich seitdem prächtig entwickelt. Die alpenweite Wiederansiedelung des einst heimischen Bartgeiers gilt als einzigartiges Beispiel im internationalen Naturschutz. Kenntnisreich und mitreißend erzählte Wegscheider von dem auf zehn Jahre angelegten Projekt, bei dem jedes Jahr zwei Bartgeier im Nationalpark ausgewildert werden. 

Für die ersten drei Jahre sei die Finanzierung durch den Freistaat Bayern gesichert, der LBV müsse ebenfalls eine ordentliche Summe beisteuern, danach sei die Finanzierung noch offen. Der Experte erklärte, dass der letzte Bartgeier in den Berchtesgadener Bergen – er ist mit einer Spannweite von knapp drei Metern der größte Greifvogel Europas – vor 140 Jahren abgeschossen wurde und es bis jetzt gedauert habe, dass hier wieder welche angesiedelt werden. In anderen europäischen Ländern gebe es solche Wiederansiedelungsprojekte bereits seit den 1980er Jahren. Etwa dreihundert Bartgeier leben aktuell in den Alpen.

Claudia Roth wollte wissen, ob das Nationalparkgebiet groß genug für Wally und Bavaria sei. Nicht ganz, sagte der Experte, „ihr Revier umfasst etwa 300 km², der Nationalpark hat etwa 210 km²“. Daher machen die beiden Cousinen Ausflüge bis weit hinein nach Österreich. Ob sich die beiden verstehen würden, und wie sie sich mit den Steinadlern, die ihren Horst am Hochkalter haben, arrangieren würden, wollte Roth wissen. Im Moment könne man beobachten, dass die Geierdamen sehr zärtlich zueinander seien, doch demnächst würden sie sich „verlieren“ und im Alpenraum auf Wanderschaft gehen. Mit dem Steinadler-Paar hätten sie sich schon ordentlich „gefetzt“, so Wegscheider. Dank GPS-Sender kann der Experte die Flugrouten der Vögel mitverfolgen.   

Wolfgang Ehrenlechner zeigte sich ebenfalls fasziniert von dem spannenden Naturschutzprojekt. Der hiesige Direktkandidat wollte wissen, inwiefern bleihaltige Munition ein Problem darstelle. Wenn die Vögel - Geier sind bekanntlich Aasfresser - ein angeschossenes, verendetes Tier fressen, besteht die Gefahr einer tödlichen Bleivergiftung, erklärte der Biologe. Die Magensäure der Vögel ist nämlich so stark, dass sie Knochen zersetzen kann, aber eben auch Blei. Für Toni Wegscheider ist daher klar: „Wer heute noch mit Blei schießt, ist ein potentieller Mörder von Wally und Bavaria“. Im Zuge der Bartgeierauswilderung habe die bayerische Regierung erfreulicherweise Bleimunition in allen Staatsforsten verboten. Das gebe ihm Hoffnung, so Wegscheider, doch es müsse deutschlandweit verboten werden. „Blei ist ein toxisches Zeug, mit dem man auf Biolebensmittel schießt!“ Claudia Roth versprach, ihren für diese Problematik zuständigen Kollegen im Bundestag zu informieren. 

An der Steinadler-Infostelle wusste Bartl Wimmer interessante Fakten über die Geschichte des 1978 gegründeten Nationalparks zu berichten. Das Schutzgebiet sei lange Zeit umstritten gewesen und zu Anfang nur von der SPD und den Grünen unterstützt worden. Inzwischen habe der einzige Alpen-Nationalpark Deutschland nicht nur an Akzeptanz gewonnen, sondern sei zu einem Tourismusmagnet geworden. Wimmer sprach den sogenannten Prozessschutz an, den man auch für den Nationalpark anstrebe, also dass der Mensch nicht in die natürlichen Prozesse von Ökosystemen eingreift. Wolfgang Ehrenlechner motivierte die Gruppe: „Wir müssen die Leute für die wichtigen Themen Klimawandel und Klimaschutz sensibilisieren und sie mit dem positiven Beispiel des Nationalparks begeistern“. 

Claudia Roth schloss sich diesem Appell an. Sie sagte, dass sie gerade von einer internationalen Konferenz aus Wien zurück sei, wo es um die für die Menschen dramatischen Auswirkungen des Klimawandels weltweit ging. „Wir haben keine zehn Jahre mehr, wir müssen jetzt handeln“, so die bayerische Spitzenkandidatin.  

Toni Wegscheider hatte noch viel Wissenswertes parat, zum Beispiel erklärte er, wo sich die „Homebase“ von Wally und Bavaria befindet. Es ist eine Felsnische am Knittelhorn, einem Gipfel der Reiter Alm. Diese bietet ideale Bedingungen. Mit einer dort installierten Webcam können nicht nur die Experten sondern alle Interessierten die imposanten Vögel live beobachten und Entdeckungen machen. „Der Geier hat immer noch Geheimnisse, das fasziniert mich“, so Wegscheider. 

Claudia Roth wollte zum Abschluss noch wissen, was die Geier im Moment machen würden, denn durch die Lüfte habe man sie an diesem Nachmittag ja leider nicht kreisen sehen. „Die sitzen irgendwo im Schatten und ruhen sich von ihrem gestrigen großen Flug aus, Politikbesuch hin oder her“ wie der Experte mit einem Schmunzeln meinte. Am Ende des Spaziergangs bedankte sich Bartl Wimmer bei Toni Wegscheider für seinen interessanten Vortrag, den Kandidaten wünschte er viel Glück und gab ihnen ein aufmunterndes „Wir packen das“ mit auf den Weg. 

Pressemitteilung die Grünen

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