Busfahren soll attraktiver werden

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Freuen sich auf eine fahrtenreiche Zusammenarbeit (v. l.): RVO-Niederlassungsleiter Andreas Datz, Bürgermeister Franz Rasp und RVO-Prokurist Nicolaj Eberlein.

Berchtesgaden - Erwachsene zahlen einen Euro, Jugendliche 50 Cent pro Fahrt. RVO und der Markt Berchtesgaden unterzeichneten eine entsprechende Vereinbarung.

Der Erfolg des letzten Jahres gibt ihnen Recht – und deshalb hat Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp gemeinsam mit der Regionalverkehr Oberbayern (RVO) die Vereinbarung über kostengünstiges Busfahren im Marktbereich beschlossen. Nachdem Touristen mit der Gästekarte bereits kostenfrei fahren, sollen nun auch Berchtesgadens Bürger von günstigen Fahrpreisen in öffentlichen Verkehrsmitteln profitieren. Vom Wemholz bis zum Kreiskrankenhaus, vom Salzbergwerk bis zum „Haus der Berge“: Erwachsene zahlen innerhalb des Ortsbereichs einen Euro, Jugendliche bis 15 Jahre nur 50 Cent pro Fahrt.

Komplizierter Name: „Vereinbarung über die Tarifauffüllung Marktbus“ – will heißen: Erwachsene zahlen im Ortsbereich künftig einen Euro, Jugendliche bis 15 Jahren nur 50 Cent pro Busfahrt.

Busfahren müsse an Attraktivität gewinnen. Das zumindest möchte RVO-Niederlassungsleiter Andreas Datz erreichen. Touristen, die eine Gästekarte haben, können seit drei Jahren kostenfrei Bus fahren. Nun sollen auch die Einheimischen einen Anreiz erhalten, günstiger mit dem Bus unterwegs zu sein. Bürgermeister Rasp sagte während der Vereinbarungsunterzeichnung, dass es drei Gründe gebe, die dafür sprächen. „Die soziale Komponente steht ganz klar an Nummer eins“, so Rasp. Gerade ältere Menschen seien oft auf Mobilität angewiesen und deshalb sei es wesentlich, öffentliche Verkehrsmittel zu günstigen Preisen nutzbar zu machen. In Sachen CO2-Einsparungen leiste der Markt Berchtesgaden mit der getroffenen Vereinbarung ebenso seinen Teil: „Wir möchten bei uns sanfte Mobilität anbieten“, sagte Rasp. Als Grund nannte er unter anderem die Mitgliedschaft bei den „Alpine Pearls“, jenen Urlaubs-Destinationen, die es sich auf die Fahne geschrieben haben, Umweltfreundlichkeit besondere Beachtung zu schenken. Neben Berchtesgaden ist es auch die Stadt Bad Reichenhall, die bei „Alpine Pearls“ dabei ist. Darüber hinaus möchte Rasp die Aufenthaltsqualität in Berchtesgaden steigern. Und setzt dafür Haushaltsmittel ein, die den Bürgern direkt zugutekommen sollen. Denn geht man nach den Regeltarifen für Busfahrten im Ortsbereich, müsste ein Erwachsener etwa das Doppelte bezahlen – 1,95 Euro. 15.000 Euro stellt die Marktgemeinde bereit. Sollte die Resonanz größer sein, der Betrag aufgebraucht werden, würde die RVO das Restrisiko übernehmen.

Ein ähnliches Konzept hatte es bereits in der Vergangenheit gegeben. Bis 2004 fuhr der sogenannte Marktbus vom Salzbergwerk bis zum ehemaligen Berchtesgadener Hof – kostengünstig. Diese Linie wurde eingestellt, ein ähnliches Angebot hatte es seitdem nicht mehr gegeben. Nun also der nächste Versuch, öffentliche Verkehrsmittel attraktiver zu machen. Während der Probephase im vergangenen Jahr haben 19 700 Personen das Angebot genutzt“, rechnet Andreas Datz vor. In der Hoffnung, auf noch mehr Aufmerksamkeit zu stoßen. Bürgermeister Rasp: „Die Bus-Routen in Berchtesgaden laufen sternförmig in Richtung Ortsmitte.“ In Nachbargemeinden wie der Ramsau oder in Bischofswiesen wäre eine solche Vereinbarung nicht umzusetzen. Große Erfolge verbucht indes das kostenfreie Busfahren mit der Gästekarte, sagt Niederlassungsleiter Datz. 2011 wurden auf allen Strecken 528 000 Gäste befördert. „Das entspricht einer eingesparten CO2-Menge von 8500 Tonnen.“ Und auch das Problem mit vollen Bussen innerhalb der Hauptsaison hat man zwischenzeitlich im Griff: Wenn es eng wird, kommen Verstärkerbusse. Stolz zeigt sich Datz über das letztjährige Ergebnis: 350 Verstärkerfahrten hat die RVO allein im Jahr 2011 gefahren.

kp

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