Galileo-Programm in Berchtesgaden

GATE Berchtesgaden bleibt Testgebiet

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Für Professor Günter W. Hein ist das GATE in Berchtesgaden auch über das Jahr 2016 hinaus wichtig. So lange läuft der derzeitige Betreibervertrag der Firma IFEN GmbH mit dem DLR.

Berchtesgaden - Das europäische Satellitensystem Galileo nutzt weiterhin die Test- und Entwicklungumgebung (GATE) in Berchtesgaden und wird zum Jahresende für Praxisanwender nutzbar.

Die Galileo Test- und Entwicklungsumgebung (GATE) in Berchtesgaden ist weiterhin eine wichtige Test- und Entwicklungsanlage des europäischen Galileo-Programms. Geht es nach dem Direktor des ESA-Entwicklungsprogramms, Professor Günter W. Hein von der European Space Agency (ESA), soll auch die zweite Satelliten-Generation dort getestet werden. Das sagte er auf dem Munich Satellite Navigation Summit, einer der wichtigsten internationalen Konferenzen für Satellitennavigation.

Das europäische Satellitensystem Galileo soll Ende dieses Jahres für Praxisanwender nutzbar werden. Zusätzlich zum US-amerikanischen GPS werden dann acht Galileo-Satelliten ihre Bahnkoordinaten und exakte Zeitsignale aus dem Weltall zur Erde senden und damit konstant präzise Positionsbestimmungen möglich machen. Vier Satelliten sind bereits in der Umlaufbahn, vier weitere werden noch dieses Jahr in Französisch-Guayana auf der russischen Trägerrakete Soyuz gestartet. Dass sich der Start wegen der aktuellen Spannungen zwischen Russen und Europäern verzögert oder gar gefährdet ist, kann sich Professor Hein nicht vorstellen. „ESA hat einen Vertrag mit den Russen bis 2020. Den Bruch kann sich keiner leisten.“

Noch ist Galileo nicht voll in Betrieb, doch bereits jetzt werden die Fähigkeiten der Satelliten weiter ausgebaut. Die zweite Galileo-Generation wird laut Hein mit einem Ionenantrieb effektiver und langlebiger. Außerdem sollen die zukünftigen Satelliten miteinander kommunizieren können. Der Austausch der Positionssignale könnte im GATE in Berchtesgaden getestet werden.

„Nirgendwo haben wir so ideale natürliche Testbedingungen wie in Berchtesgaden“, betonte Hein auf dem Munich Satellite Navigation Summit. Betrieben wird das Testgebiet momentan von der Firma IFEN GmbH aus Poing, welche GATE gemeinsam mit weiteren Partnern des Satellitennavigations- Netzwerks Berchtesgadener Land (Sat Nav BGL) dem internationalen Publikum aus Industrie, Wissenschaft und Politik vorstellte. Interesse zeigten unter anderem japanische Experten, die ein regionales Satellitensystem im Auf- beziehungsweise Ausbau haben.

„Der Munich Satellite Navigation Summit ist für uns sehr wichtig. Hier erfahren wir programmatische Details zu den internationalen Satellitenprogrammen“, so Dr. Günter Heinrichs, Leiter Customer Applications bei IFEN. Schon heute sind nach Angaben der Europäischen Kommission rund sechs bis sieben Prozent beziehungsweise 800 Milliarden Euro des Bruttoinlandsprodukts in der EU von Lösungen der Satellitennavigation beeinflusst.  „Damit bearbeiten wir im Rahmen unseres Netzwerks einen prosperierenden Zukunftsmarkt“, so Lars Holstein, Projektleiter bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land.

Pressemitteilung Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land GmbH

Zurück zur Übersicht: Berchtesgaden

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser