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Startschuss zum Handeln beim Tourismus im Berchtesgadener Land

Vorsitzender des Zweckverbands appelliert an heimische Touristiker: Tätig werden!

Der Vorsitzende des Zweckverbands Bergerlebnis Berchtesgaden: Bartl Wimmer.
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Der Vorsitzende des Zweckverbands Bergerlebnis Berchtesgaden: Bartl Wimmer. Mehr Qualitätstourismus funktioniert nur mit nachhaltigem Handeln, da ist man sich in der Region einig.

Den Tourismus begreift Dr. Bartl Wimmer als „riesige Chance“ für die Region. Doch laufe die Urlauberdestination Gefahr, „dass wir den Ast, auf dem wir sitzen, selbst absägen“.

Berchtesgaden – Deutliche Worte fand der Vorsitzende des Zweckverbands Bergerlebnis Berchtesgaden während des deutsch-österreichischen Kongresses „Qualitätstourismus Alpenraum“ in Berchtesgaden. Das einzige, was nun hilft: „Endlich handeln”. 

Würde man Wimmer nach der Berufsbezeichnung fragen, dann wäre der klassische „Touristiker“ der letzte Begriff, mit dem sich der Mediziner und Unternehmer beschreiben würde. Vor ein paar Monaten hat der 61-Jährige aber ein eigenes Hotel in Bischofswiesen eröffnet, ist nun also durchaus im touristischen Kosmos tätig. Als Vorsitzender des Zweckverbands führt der Grünen-Politiker zudem den Berchtesgadener „Fremdenverkehr“ an. Die Notwendigkeit des Umdenkens, besser spät als nie zu handeln, ist in Berchtesgaden angekommen. Nachhaltigkeit ist das Schlagwort der Zukunft. Weniger Verkehr, weniger Verbauung, sogar weniger Besucher: „Besser statt mehr“, heißt es seit kurzem im Talkessel am Fuße des Watzmanns

„Ich bin ganz ehrlich“, sagte Wimmer während des Kongresses: „Ich war skeptisch, als wir beschlossen, eine Veranstaltung zum Thema Nachhaltigkeit zu initiieren.“ Seit Jahrzehnten sitzt er in der Politik, für den Alpenschutz engagiert er sich ebenso lang. „Ich habe viele Begriffe kommen und gehen sehen, sanfter Tourismus zum Beispiel.“ Wenn Wimmer darüber nachdenkt, was sich im Laufe der Zeit verändert hat, ist das Ergebnis sehr überschaubar: „Ziemlich wenig ist passiert.“ Könnte also die Debatte über den „nachhaltigen Tourismus“ so schnell wieder beendet werden, wie sie begann?

Pandemie setzt nicht nur dem Tourismus im Berchtesgadener Land zu

Die vergangenen beiden Jahre haben nicht nur dem Berchtesgadener Tourismus zugesetzt. Geprägt war die Zeit von der Klimadiskussion. „Wir haben damals gesagt: ‘Uns geht es ja ganz gut, das kriegen wir schon alles hin’“, sagt Wimmer rückblickend. Das „Weiter-wie-bisher“ wird seiner Ansicht nach in Zukunft aber nicht mehr funktionieren.

„Das Entscheidende ist, dass wir nun ins Handeln kommen.“ Keine theoretischen Diskussionen ohne Substanz. Wimmer gibt sich auf dem Kongress handlungsbereit, sagt auch: „Wenn wir uns heute den Luxus einer solchen Tagung leisten, müssen wir überlegen, was auf der Welt und in der Ukraine passiert.“ In solch einer Zeit über nachhaltigen Tourismus zu sprechen, sei alles andere als einfach. „Ich glaube, dass wir uns diesen Luxus nur leisten können, wenn das, was wir sprechen, auch Relevanz und Bedeutung hat.“ Der Natur sei es nämlich „völlig egal, ob wir nachhaltig wirtschaften. Für uns Menschen ist das aber nicht egal.“

Vorreiterrolle eines nachhaltigen Qualitätstourismus

Will und könnte Berchtesgaden in Zukunft in die Vorreiterrolle eines nachhaltigen Qualitätstourismus schlüpfen, sich dadurch von anderen Regionen abgrenzen? Nachhaltigkeit ergibt für Wimmer auf jeden Fall nur dann Sinn, wenn man sich an praktischen Beispielen orientiere, die es vorgemacht haben, wie es gehen kann. Als „Best practice-Beispiele“ bezeichnet er diese. Und klar, es gibt sie, die sogenannten klimapositiven Hotels im Landkreis, die auf regionale Produkte setzen, ihren Strom selbst produzieren, Bäume pflanzen, und all das tun, um sich abzugrenzen von anderen.

Wimmer, scheint sich daran orientieren zu wollen. Und auch auf kommunaler Ebene passiert rund um Berchtesgaden viel. Vorreiter ist die Gemeinde Schönau am Königssee, die mit mehreren Gesellschaftern auf kommunaler Ebene zusammen plötzlich PV-Anlagen errichten, Ökostrom beziehen und verkaufen will, Car-Sharing forciert - und selbst den Wasserstoff nicht unerwähnt lässt. Das soll natürlich auch dem Tourismus zugutekommen. Wimmers eigenes Hotel ist klimapositiv, erfüllt in vielerlei Hinsicht nachhaltige Aspekte.

„Ich habe das Potenzial der Region immer erkannt“, sagt Wimmer. „Ich hatte aber auch immer das Gefühl, dass wir zu wenig tun.” Das soll sich nun ändern. Wimmer, sagt: „Es ist das Bohren dicker Bretter.“ Die Welt werde aber nur durch praktisches Handeln besser.

kp

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