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Kritische Stimmen aus dem Berchtesgadener Gemeinderat

Still und heimlich abgegeben: TU München übernimmt Geschäfte des Schülerforschungszentrums

Seit über zehn Jahren erfolgreich: das Schülerforschungszentrum.
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Seit über zehn Jahren erfolgreich: das Schülerforschungszentrum.

Die Technische Universität München übernimmt künftig das Steuer im Schülerforschungszentrum Berchtesgadener Land. Prof. Dr. Claudia Nerdel wird ab 1. September nicht nur wissenschaftliche Leiterin, sondern auch Geschäftsführerin der Einrichtung. Der bisherige, vom Landkreis abgestellte Geschäftsführer Christoph Geistlinger verlässt das Haus und wird ins Landratsamt als Klimaschutzkoordinator versetzt. 

Berchtesgaden – Dass sich an den Strukturen im Schülerforschungszentrum einiges ändern würde und der Geschäftsführer nicht Geschäftsführer bleiben wird, lancierten Mitarbeiter bereits vor mehreren Wochen am Rande einer Veranstaltung. Nähere Details waren da noch nicht bekannt. Nun hat das Landratsamt die wegweisende Veränderung im Schülerforschungszentrum (SFZ), das als singuläre Einrichtung im Freistaat Bayern gilt, auf Nachfrage bestätigt. Die Veränderungen treten ab 1. September in Kraft. Die mögliche Einflussnahme des Landkreises auf die Bildungsstätte wird damit deutlich beschnitten.

BGL weiter Träger, aber …

Im Zuge der anstehenden Vertragsverlängerung zwischen der Technischen Universität München und dem Landkreis seien die Strukturen „neu bewertet“ worden, teilt das Landratsamt auf Anfrage mit. Die Veränderungen sind richtungsweisend. Denn die TU München gewinnt künftig deutlich an Einfluss, der Landkreis gibt hingegen Mitspracherecht ab. Zwar bleibt der Landkreis Berchtesgadener Land Träger des SFZ. Die „doppelte Leitungsstruktur“, bestehend aus wissenschaftlicher Leitung (Prof. Dr. Claudia Nerdel) und Geschäftsführer Christoph Geistlinger sei aber nicht mehr notwendig. Das Schülerforschungszentrum habe sich als Einrichtung und als feste Größe in der Bildungsregion mittlerweile etabliert. 

Beim Landratsamt klingt das so: „Die TUM hat sich bereits durch die zusätzliche personelle Unterstützung der Werkstatt stärker in das SFZ eingebracht und wird dies auch in Zukunft durch die Leitung aus einer Hand vermehrt fortführen.“ Wegen des großen Erfolgs soll die Kooperationsvereinbarung auf lange Sicht verlängert werden. Altlandrat Georg Grabner, einer der damaligen Impulsgeber für das Schülerforschungszentrum, bestätigt auf telefonische Nachfrage: „Die Zusammenarbeit zwischen Landkreis und TU München war zu jeder Zeit hervorragend.“ 

Vor knapp einem Jahrzehnt war in einer ersten Kooperationsvereinbarung festgelegt worden, dass der Landkreis für die Geschäftsführung Verantwortung trägt. Diese wird künftig vollständig der TU München zugeschrieben. In der Zuständigkeit des Landkreises sollen nur noch das Sekretariat, der Hausmeisterposten sowie die Leitung der Werkstatt und der Kurse verbleiben. Der Förderverein wird weiterhin tätig sein und das Schülerforschungszentrum finanziell, etwa bei der Anschaffung von Geräten und anfallenden Kosten bei Kursangeboten, unterstützen, heißt es aus dem Umfeld. 

Nicht jeder ist zufrieden

Das reduzierte Mitspracherecht gefällt nicht jedem. Man gebe ein Leuchtturmprojekt aus den Händen und sei dann nur noch Verwalter, sagt ein Berchtesgadener Gemeinderat. Die personellen und strukturellen Veränderungen hatten weder TUM noch der Landkreis im Vorfeld angekündigt. „So eine wegweisende Veränderung hätte man während der kürzlich stattgefundenen Feierlichkeiten zum Zehnjährigen bekannt geben können“, so der Lokalpolitiker. Auch Gemeinderat Hans Kortenacker von der Berchtesgadener Bürgergruppe (BBG) sagt: „Für meinen Geschmack ist die Zentralisierung eines Bildungsstandortes ohne Kenntnisse und Bezug zur Region kontraproduktiv.“

Am Erfolg der Bildungsanstalt ändert die Kritik nichts. Die Einrichtung mit bayernweiter Bedeutung stößt unter Schülern mit Begeisterung für MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) auf anhaltende Beliebtheit. Die TU München hatte erst kürzlich vier wissenschaftliche Mitarbeiter am Standort in Berchtesgaden abgestellt, die für mehrere Jahre dort Kurse leiten werden. 

Übergeordnetes Ziel des SFZ ist es, „junge Menschen für Themen und Projekte aus den MINT-Fächern zu begeistern und dadurch unter anderem auch ihre Berufs- und Studienwahl in dieser Richtung zu beeinflussen“, heißt es im Internetauftritt des Landratsamtes.

kp

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