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DAV Schutzhütten der Sektion Berchtesgaden betroffen

Zappenduster: Blitzeinschläge belasten Hüttenleben in den Berchtesgadener Alpen

Blitzeinschlag bei Hintersee.
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Blitzeinschlag bei Hintersee.

Ohne Strom nichts los - deswegen kam der Techniker zum Kärlingerhaus kurzerhand per Heli. Doch welche langfristigen Folgen haben die Blitzeinschläge für DAV, Besucher und die Schutzhütten selbst?

Berchtesgaden - Stromausfall am Kärlingerhaus, zerstörte Trafostation auf der Blaueishütte und eine Brandmeldeanlage am Stöhrhaus, die kurzerhand ausfiel. Blitzeinschläge halten derzeit den Deutschen Alpenverein und die Wirte der betroffenen Schutzhütten auf Trab. Warum es momentan zu so vielen Schäden kommt, weiß man beim DAV nicht, erklärt Daniel Hrassky, Vorstand der Öffentlichkeitsarbeit bei der DAV-Sektion Berchtesgaden.

Blitzeinschläge bei Schutzhütten des DAV Berchtesgaden - „Hütten sind sicher“

Die drei betroffenen Hütten sind genauso wie die Wasseralm und das Schneibsteinhaus - die zwei weiteren Schutzhütten der Sektion Berchtesgaden - mit einem Blitzableiter ausgestattet. Der DAV vermutet jedoch, „dass die Einschläge nicht in die Hütten erfolgt sind, sondern in die Umgebung. Die Schäden entstanden dann durch eine Überspannung, die nicht ausreichend abgeleitet werden konnte“, so Hrassky.

Blitzeinschläge und Unwetter gehören in den Bergen dazu und passieren regelmäßig. Auch direkte Einschläge in die alleinstehenden Schutzhütten am Berg sind keine Seltenheit. Bisher ist es in den Hütten der DAV-Sektion Berchtesgaden zumindest zu keinen irreparablen Schäden oder gar Bränden gekommen. Die Brandgefahr sei gering, so Hrassky. „Die Hütten sind sicher.“ Sorgen bereitet eher die Elektrik und Elektronik, die immer mehr wird. Die elektronische Ausstattung ist bei Überspannungen anfälliger. „Daher gehen wir hier von einer Zunahme der Schäden aus.“

Schäden verursachen hohe Kosten - Techniker mit dem Heli eingeflogen

Der DAV rechnet damit, dass die Versicherung die Kosten der Unwetterschäden übernimmt. „Dies können wir aber erst nach Abschluss der Arbeiten sagen. Wir gehen hier von einer Größenordnung der Kosten in sechsstelliger Höhe aus“, so Hrassky. Zum Kärlingerhaus wurde extra ein Techniker mit dem Hubschrauber eingeflogen. Schließlich waren sowohl die Abwasserreinigungsanlage, die Trinkwasseraufbereitung und -versorgung, als auch die Kühl- und Lichtanlagen, die Brandschutzanlage und alle weiteren technischen Anlagen bis hin zum Satellitentelefon ausgefallen. Auf der Blaueishütte organisierte der Hüttenwirt kurzfristig ein Notstromaggregat, das ebenfalls mit dem Hubschrauber auf die Schutzhütte transportiert wurde. So lässt sich die Zeit überbrücken, bis die zerstörte Trafostation repariert werden kann.

Doch nur bei den Reparaturarbeiten wird es nicht bleiben. Die Hütten brauchen zumindest Strom, um auch im Notfall betrieben werden zu können. Die Stromversorgung ist bereits doppelt abgesichert und kann auch manuell bzw. mechanisch gestartet werden. Doch „die behördlichen Vorgaben verlangen zusätzliche Systeme, wie zum Brandschutz eine Brandmeldeanlage oder eine Trinkwasseraufbereitung“. Deswegen müssen Systeme und Anlagen entwickelt und gebaut werden, um zukünftig besser für weitere Unwetter gerüstet zu sein. „Hier arbeiten wir mit den entsprechende Firmen zusammen und bringen dabei unsere Expertise im alpinen Gelände sowie der Hüttenarchitektur mit ein“, so Hrassky. Die Sektionsmitglieder haben etwa auch die Feststofftrennung der Kläranlage am Kärlingerhaus selbst entworfen und mithilfe von Fachfirmen umgesetzt.

Preise auf Berghütten steigen

Die Kosten für die Aufrüstung kann die Sektion derzeit noch nicht abschätzen. Diese werden sich jedoch auf der Hütte bemerkbar machen. „Wir hoffen nicht, gehen aber davon aus, dass die Kosten mittelfristig auf die Besucher umgelegt werden müssen“, so Hrassky.

Die DAV-Sektion Berchtesgaden sorgt sich bereits seit längerem um die Versorgung und den Erhalt der Schutzhütten in den Alpen. Grund sind vor allem die verwaltungsrechtlichen Vorschriften, die den Betrieb tatsächlich und wirtschaftlich in Zukunft nahezu unmöglich machen könnten. Baustellenflüge für Erneuerungen dürfen etwa nur noch zwischen dem 1. August und dem 31. Oktober stattfinden - wenn viele Handwerker und Zulieferer im Urlaub sind.

ce

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