Jahresbilanz 2017 der Bayerischen Forstverwaltung

"Nachhaltiges Wirtschaften liegt uns sehr am Herzen"

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Dr. Daniel Müller bei der alljährlichen Pressekonferenz zum Geschäftsjahr
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Berchtesgaden - Wie geht es dem Wald und den Tieren? Diese und weitere Infos stellte Dr. Daniel Müller vom Forstbetrieb Berchtesgaden in der jährlichen Pressekonferenz vor.

"Dem Wald und dem Wild geht es gut", so das Feedback von Forstbetriebsleiter Dr. Daniel Müller auf der jährlichen Pressekonferenz, der sich mit dem Ergebnis aus dem Geschäftsjahr 2017 sichtlich zufrieden zeigte. 

Der Forstbetrieb Berchtesgaden verantwortet eine Gesamtfläche von insgesamt 28.400ha,beheimatet zwischen Laufen-Lebenau und Petting im Norden, Hammer im Nordwesten und Berchtesgaden im Süden. 

Erfolgreiches Geschäftsjahr 

"Wir können ein Erfolgsergebnis von rund 1,14 Millionen präsentieren", so Dr. Müller auf der jährlichen Pressekonferenz. "Der größte Teil der Einnahmen stammt mit 6,7 Millionen Euro aus dem Holzverkauf. Nach Abzug der Aufwendungen in Höhe von 7,42 Millionen Euro verbleibt noch ein Plus von 1,14 Millionen Euro. 

Knapp 1 Million Euro werden davon zwar direkt wieder von Aufstockungen bei Pensions-Versicherungsfonds für ehemalige Mitarbeiter aufgefressen, aber für einen Hochgebirgsbetrieb, der kein reiner Wirtschaftsbetrieb ist und der für die Daseinsvorsorge der Bevölkerung viel leistet, können wir damit sehr zufrieden sein". 

Wie ist der Zustand des Waldes 

Festgemacht wird diese Bilanz aber nicht nur alleine an Zahlen, sondern auch am Zustand des Waldes vor Ort. Und auch diese Struktur des Waldes stimmt den Forstbetriebsleiter zuversichtlich

Die Holzbodenfläche im Forstbetrieb an sich, liegt bei 22.500ha. Rund 14.100ha davon entfallen auf Schutzwaldflächen. "Während der Holzzuwachs pro Jahr rund 143.000m³ beträgt, schlagen wir rund 93.000m³ jährlich, das ist ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis, denn wir liegen knapp unterhalb der Soll-Menge. 

Bei unserer Forstinventur im vergangenen Jahr wurden an rund 5.000 Inventurpunkten circa 100.000 Bäume aufgenommen. Diese Zahlen bestätigen, dass bei uns der Vorrat stabil geblieben ist. Nach der letzten Inventur hatten wir zum Beispiel enorme Schäden durch Kyrill und kleinere Stürme." 

Als Grund für die gute Struktur wurden zahlreiche Verjüngungsmassnahmen genannt, sowie der Anstieg des Tannenanteils. "Wir haben nicht nur den Anteil der Tannen erhöht, sondern damit gleichzeitig auch die Struktur des Waldes verbessert. Das ist ein Zeichen für unser verantwortungsvolles Handeln. 

Außerdem gehen wir sparsam mit der Fichte um und schlagen weniger als geplant, denn sobald wir mit einem großem Sturm konfrontiert werden, fällt die Fichte schneller um".

Rückgang der Verbissquote 

Ebenfalls erfreulich zeigt sich laut Dr. Müller ein Rückgang der Verbissquote. Zwar sei bekannt, dass sich derzeit vor allem viel Rehwild im Wald herumtreiben würde, mit dem aber jagdlich sehr verantwortungsbewusst umgegangen würde. 

"Im sechsten Jahr in Folge konnten unsere Rehabschüsse erhöht werden und trotzdem gibt es immer mehr Wild. Auch wenn immer wieder das Gegenteil behauptet würde, aber das kann ja alleine zahlenmäßig gar nicht sein. 

Es geht dem Wild bei uns gut, der Bestand ist hoch und dem Wald geht es ebenfalls gut. Zurückhaltung wird derzeit und auch zukünftig geübt beim Schiessen alter Hirsche. Diese haben wir uns selber auferlegt, damit wir mehr alte Hirsche im Revier haben."

Birkhuhnmonitoring 

Als weitere Aufgaben der Forstverwaltung nannte Dr. Müller zum Beispiel ein Birkhuhn-Monitoring um diese Tierarten noch weiter zu schützen und die Sanierungsmaßnahmen der letzten Sturmschäden wie zum Beispiel am Untersberg. 

"Da wir hier keine Lawinengefährdung haben, haben wir zunächst einmal fünf Jahre gewartet, um zu sehen, ob sich die natürliche Verjüngung etabliert. Nachdem diese etwas mühsam in Gang gekommen ist, haben wir jagdlich ein wenig nachgesteuert und zugepflanzt. 

Auch hier haben wir mittlerweile eine kleine Erfolgsgeschichte vorzuweisen", so Dr. Müller auf der Pressekonferenz.

Kehlsteinwege 

Auch die Sanierung der Kehlsteinwege wurde angesprochen. Laut Dr. Müller seien mittlerweile rund 85% der Wiederherstellungsmaßnahmen abgeschlossen

Bei einem geringen Teil der Wege muss noch die Schotterschicht aufgebracht werden und die Fahrbahn mit einer kleinen radlerfreundlichen Schicht versehen werden. 

Außerdem steht noch die abschließende Entsorgung der letzten Zwischenlager auf dem Parkplatz an der Scharitzkehl und am Ofnerboden aus. "Ich bin zuversichtlich, dass wir alles zur Zufriedenheit aller hinbekommen und sich auch die neue Fahrstrasse nach ein bis zwei Vegetationsperioden harmonisch in die Landschaft einfügen wird".

Wildbretverkauf, Brennholz und mehr 

Als weitere Erfolgsgeschichte betrachtet der Forstbetriebsleiter Dr. Daniel Müller die zukünftige Direktvermarktung von Wildbret durch den Forstbetrieb Berchtesgaden

Ab dem 15. Juni haben die Bürger vor Ort die Möglichkeit, in einem eigens dafür eingerichteten Designerverkaufsraum direkt beim Forstbetrieb Berchtesgaden regionale Produkte zu kaufen. "Edles Fleisch erfordert auch eine edle Umgebung". Die Bearbeitung erfolgt in Zusammenarbeit mit einem heimischen Metzger

Und noch etwas sorgt für die positive Bilanz: Der Direktverkauf von ofenfertigem Brennholz aus der Region. Die zur Verfügung stehende Menge soll von bislang 200 Ster auf 500 Ster erhöht werden. 

"Testbrände haben gezeigt, dass dieses Holz, das wir frei Haus liefern, nicht nur eine garantierte Herkunft vorweisen kann, sondern auch eine gute Qualität hat“. 

Hilfreiche Borkenkäfer-App 

Die digitalen Medien unterstützen die Bayerische Forstverwaltung schon länger bei ihrer Arbeit. Auch im Kampf gegen die Schäden des Borkenkäfers. 

So ist der Forstbetrieb Berchtesgaden laut dem Forstbetriebsleiter im Jahr 2017 vergleichsweise glimpflich davongekommen. Rund 15 .000 Festmeter Käferholz wurden aufgearbeitet, der Großteil davon fiel im Revier Petting an

Dass der Käfer so wirksam bekämpft werden konnte, führt Dr. Müller unter anderem auf eine neue Smartphone-App zurück, die der Forstbetrieb nutzt. 

Per GPS können die Waldarbeiter den Standort und das jeweilige Stadium des Borkenkäferbefalls eingeben. Die Ergebnisse sind anhand einer Karte ablesbar. Dadurch kann der Befall schneller bekämpft werden.

Abschließend betonte Daniel Müller noch, dass er die Zahlen nur präsentiere, "erreicht haben wir diese aufgrund der außergewöhnlichen Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter draußen vor Ort“.

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