Berchtesgadener Kinder-Lungenarzt räumt im Video mit Vorurteilen auf

„Schnorcheln im Meer ist wesentlich schlimmer als Atmen durch eine Maske“

Berchtesgaden/Schönau am Königssee - Das Tragen von Masken im Unterricht lässt die Emotionen zur Zeit hochkochen. BGLand24.de hat sich an den CJD Christophorusschulen umgehört und den Ärztlichen Direktor Gerd Schauerte dazu interviewt.

„Da wir vor allem in der Grund- und Mittelschule Hoch-Risiko-Patienten haben, waren sie beim Thema Maske tragen im Unterricht sehr einsichtig“, spricht der Leiter des CJD Bayern, Christian Hinterbrandner, ein Lob an seine Schüler aus. Viele Schüler werden im CJD Asthmazentrum behandelt und leben mit chronischen Krankheiten. BGLand24.de hat sich mit ihm, dem Fachbereichsleiter Schulische Bildung des CJD Bayern, Stefan Kantsperger und dem Ärztlichen Direktor des CJD Bayern, Dr. med. Christian Schauerte getroffen.


„Es läuft gut“, resümiert auch Kantsperger. „Wir haben nur eine minimale Anzahl von Attesten.“ Die Schüler seien vorbildlich und würden die Maske tragen. Natürlich gibt auch der Leiter des CJD-Gymnasiums am Dürreck zu, dass es im Unterricht ein Gewinn sei, wenn man keine Maske mehr tragen müsse.

Kinder-Pneumologe befürwortet das Tragen von Masken


Wie Bayerns Kultusminister Michael Piazolo am Dienstag (15. September) verkündete, werde die generelle Maskenpflicht für Schüler an allen weiterführenden Schulen in Bayern ab Freitag (18. September) nicht mehr fortgesetzt. Der Unterricht könne demnach ab kommender Woche wieder ohne Maske ablaufen. Natürlich nur da, wo aufgrund der 7-Tage-Inzidenz nicht andere Regeln gelten, wie beispielsweise in Rosenheim.

Keinen Unterschied sollte das laut Dr. Schauerte machen. Der Kinder-Pneumologe hat sich im Interview mit BGLand24.de klar für das Tragen der Maske ausgesprochen und schließt eine Konzentrationsschwäche durch die Maske aus. „Die Maske selbst behindert den Atemstrom nicht so, dass das unangenehm ist. Sonst müssten im OP-Saal vorher schon alle umgekippt sein.“

Dr. Gerd Schauerte, Leiter des CJD Asthmazentrums in Berchtesgaden, appelliert an die Schüler die Maske konsequent zu tragen.

Schauerte nimmt auch klar Abstand davon, dass das Tragen der Maske krank mache. „Ich glaube Schnorcheln im Meer ist wesentlich schlimmer als Atmen durch eine Maske.“ Das subjektive Empfinden, das der ein oder andere Schüler habe, sei eine reine Gewöhnungsfrage. „Da gewöhnt man sich ganz schnell dran, wenn man die Maske einfach konsequent anzieht."

Masken-Diskussion bis hin zur Demonstration

Welche Maske man aufsetze, spiele dabei gar keine Rolle. „Dass Mund und Nase bedeckt sind, das ist das Entscheidende, möglichst durch ein bisschen dickeres Material.“ Wichtig sei aus seiner Sicht, dass eine Maske getragen werde. „Es scheint so zu sein, dass das konsequente Masken tragen vielleicht sogar wichtiger ist, als das Abstand halten. Beides zusammen bietet dann doch einen weitgehenden Schutz vor einer Infektion, auch wenn jemand im Umfeld Corona hat.“

Dass das Maske tragen wirklich nötig ist, bezweifeln viele Eltern. Deshalb kommt es am Wochenende zu einer Demonstration in Rosenheim. Außerdem haben sich gegenüber BGLand24.de bereits viele Leser geäußert, die sowohl für als auch gegen die aktuellen Maßnahmen an den Schulen sind. Generell wird von Experten das Tragen der Maske immer wieder als sinnvoll herausgestellt.

Wir haben außerdem auch die Grund- und Mittelschule Westerndorf St. Peter in Rosenheim besucht und uns dort ein Bild von der aktuellen Lage gemacht.

Ob das Tragen der Maske auch im Unterricht und vor allem an Grundschulen psychische Folgen haben kann, dieser Frage gehen wir derzeit ebenfalls nach. Stefan Kantsperger als Direktor einer Schule appelliert an die Eltern, dass die Schule nur vollziehe. Er kann verstehen, dass das Tragen der Maske unangenehm ist. „Das ist für uns alle kein Spaß." Aber es sei müßig, darüber zu diskutieren.

cz

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