Zusätzliche Impfstation in Berchtesgaden

2200 „übriggebliebene“ Impfdosen für das BGL: „Wir können froh und glücklich sein“

Im Alpen-Congress in Berchtesgaden wird ab Mittwoch die Bevölkerung des Talkessels geimpft.
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Im Alpen-Congress in Berchtesgaden wird ab Mittwoch die Bevölkerung des Talkessels geimpft.

Ab sofort steht im Landkreis eine zweite Impfstation zur Verfügung, Impfwillige aus den fünf Gemeinden im Talkessel werden jetzt automatisch nach Berchtesgaden zugewiesen, eine Wahlmöglichkeit gibt es nicht.

Berchtesgaden - Bei der Präsentation der neuen Impfstation im Alpenkongress wurde auch bekannt, dass der Landkreis 2200 Impfdosen zusätzlich erhält, der anderswo in Deutschland übrig geblieben ist. Diese „Sonderzuweisung“ erhalte der Landkreis wegen seiner Grenznähe zu Salzburg, worin die besondere „Gefahr“ bei einer de facto geschlossenen Grenze besteht konnte der Landrat nicht wirklich erklären.

„Wir können froh und glücklich sein“, sagte BGL-Landrat Bernhard Kern mehrmals, als er die Außenstelle Berchtesgaden des BGL-Impfzentrums präsentierte und meinte damit die seiner Meinung nach gute Versorgung des Landkreises mit Impfstoffen. Alleine in Berchtesgaden sollen in den nächsten Wochen rund 200 Impfdosen pro Tag verabreicht werden, „von Montag bis Sonntag, von 9 bis 17 Uhr“. In dieser und in der kommenden Woche würden insgesamt 5700 Vakzine den Landkreis erreichen, darunter sogenannte Sonderzuweisungen, das sind Impfstoffe, die übrig geblieben sind, wo genau und warum weiß niemand so genau. Es handelt sich um 1000 Impfstoffdosen von AstraZeneca und 1170 BioNTech-Pfizer-Impfstoffe, die dem Landkreis „wegen der besonderen Situation an der Grenze vom Freistaat zugeführt werden“.

Welche Gefahr durch Grenznähe?

Auch in der Präsentation in Berchtesgaden erwähnte Kern diese Gefahrensituation durch Salzburg wieder, die extra zugewiesenen Impfstoffe seien „als Mittel gedacht, um den 7-Tages-Richtwert zu drücken“.

Auf Nachfrage, worin denn die vielzitierte „Gefahr wegen der Grenznähe“ konkret bestehe meinte Kern nur, es gebe eine Vielfalt an Infektionsherden im Landkreis, seien es Altenheime, große Familien oder eben „vielleicht aus dem Ausland“, ob es hier konkrete Fälle gibt oder nur Vermutungen konnte Kern nicht mehr ausführen, die Pressesprecherin bat an dieser Stelle, sich bei den Fragen doch bitte auf die Impfstation in Berchtesgaden zu konzentrieren. Fakt ist, dass der 7-Tages-Richtwert an Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Bundesland Salzburg mit aktuell 236 weitaus höher liegt als im Berchtesgadener Land mit derzeit 91,6. Würde es hier Einträge von Salzburg nach BGL geben wäre die Differenz wohl nicht so signifikant hoch.

Zudem müssen alle, die nach Österreich mit einem triftigen Grund einreisen dürfen, also Berufspendler und Schüler, wöchentlich einen negativen Corona-Test nachweisen, den sie mittlerweile der Einfachheit und Schnelligkeit wegen in Salzburg machen lassen. In Salzburg ist unterdessen eine Diskussion darüber entbrannt, ob es gerecht ist, dass Gemeinden mit hohen Richtwerten, warum auch immer, nun mit Extra-Impfungen sozusagen „belohnt“ werden. Für das Berchtesgadener Land will Kern das nicht so sehen, ein anwesender Kreisrat meinte, die Sonderzuweisungen „sind eine Belohnung dafür dass wir so viel testen“.

Zurück zur Außenstelle der Impfstraße in Berchtesgaden, die nach Angaben des zuständigen Abteilungsleiters im Landratsamt, Micha Thomas, die Akzeptanz der Impfungen im Landkreis, besonders im Talkessel verbessern wird, auch in Berchtesgaden werde Klinikpersonal der Südost-Kliniken die Impfwilligen betreuen und beraten. Laut Gesundheitsministerium müsse der Landkreis mit 105.000 Einwohner in der Lage sein bis zu 900 Personen am Tag mit einer Corona-Schutzimpfung zu versorgen, dies sei nun mit der Außenstelle in Berchtesgaden sichergestellt, wo auf 500 m² bis zu 200 Stiche am Tag möglich seien. Alleine ab 10. März bis zum 16. März sind in den beiden Impfstraßen im Alpenkongress exakt 762 Impfungen geplant.

Telefonschaden behindert Anmeldung

Die Anmeldung zu einer Schutzimpfung bleibt indes gleich, entweder Online über www.impfzentren.bayern oder telefonisch unter 08654/58839-40, täglich erreichbar von 8.30 Uhr bis 17 Uhr, auch am Wochenende. In den letzten Tagen dauerte es allerdings sehr lange, bis am anderen Ende der Leitung jemand ran ging, das habe mit einem Grabungsschaden bei einer Telekomleitung in Ainring zu tun, „allerdings habe ich den Eindruck, dass es bei jedem zweiten Anruf nur darum geht, dass jemand seinen Frust abladen will“, so Micha Thomas.

hud

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