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Berchtesgaden, Wolfgangsee und Wagrain-Keinarl

Weniger Verkehr, mehr Ressourcen schonen: Wie nachhaltiger Tourismus gelingen kann

Teresa Hallinger ist neue Abteilungsleiterin des „Destinationsmanagement“.
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Mobilität in der Urlaubsregion ist derzeit ein Schwerpunkt beim Zweckverband Bergerlebnis Berchtergesgaden, erklärt die Tourismusfachwirtin Theresa Hallinger.

„In der Region Bergerlebnis Berchtesgaden wird Nachhaltigkeit bereits gelebt.“ Tourismusleiterin Theresa Hallinger über den Kern touristischer Nachhaltigkeit und Projekte im Berchtesgadener Land.

Berchtesgaden - Nachhaltigkeit wird im deutsch-österreichischen Alpenraum großgeschrieben, so Theresa Hallinger, Tourismusleiterin beim Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden. Das zeigte auch der kürzlich abgehaltene Kongress zu nachhaltigem Tourismus, der in Berchtesgaden stattfand. Doch was bedeutet nachhaltiger Tourismus für das Berchtesgadener Land?

Was bedeutet nachhaltiger Tourismus im Berchtesgadener Land?

„Der Kern des touristischen Nachhaltigkeitsgedanken besteht darin, die ökonomischen und kulturellen Vorteile des Tourismus zu maximieren und gleichzeitig die negativen Auswirkungen durch Verkehr, Emissionen und Ressourcenverschwendung zu minimieren“, so Hallinger. „In der Region Bergerlebnis Berchtesgaden wird Nachhaltigkeit insbesondere auf ökologischer Ebene bereits durch den einzigen Alpennationalpark Deutschlands sowie die Biosphärenregion Berchtesgadener Land gelebt. Initiativen, die diese Institutionen anbieten, machen Leistungsträger zu Botschaftern der nachhaltigen Alpenregion.“

„Ohne Stau zum Ausflugsziel“

Doch Nachhaltigkeit werde nicht nur auf ökologischer, sondern auch auf ökonomischer und sozialer Ebene betrachtet. Der Zweckverband lege derzeit ein Hauptaugenmerk auf die Mobilität - „hier nicht nur die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, sondern vor allem die Mobilität in der Urlaubsregion.“

Dass den Gästen im Berchtesgadener Land die Mobilität am Herzen liegt, zeigt eine Online-Befragung vom Sommer 2021 der Johannes-Keppler-Universität Linz. 1551 Gäste in den Regionen Berchtesgaden, Wagrain-Kleinarl und Wolfgangsee nahmen daran teil. Nachholbedarf gibt es laut der Umfrage bei der Erreichbarkeit der Urlaubsregionen mit den Öffis und dem Öffi-Netz innerhalb der Regionen. Das Angebot an zusätzlichen alternativen Mobilitätsangeboten beurteilt über die Hälfte der Gäste als befriedigend bis nicht genügend. Die Urlauber wünschen sich eine moderne und ressourcenschonende Infrastruktur.

Seit Anfang 2022 unterstützt Robert Seibold als Projektmanager für Verkehr das Team im Zweckverband. „Seine Hauptaufgabe besteht darin, dem Gast vor Ort das Erreichen seiner Ausflugsziele mit einem praktikablen Angebot des öffentlichen Nahverkehrs die Möglichkeit zu geben, sein Auto im Quartier stehenzulassen und einen stressfreien Aufenthalt ohne Stau bei der Anfahrt zum Ausflugsziel und ohne Parkplatzsuche zu ermöglichen“, so Hallinger.

Zahlen Gäste die „teure“ Nachhaltigkeit?

Regionalität und damit Nachhaltigkeit ist oftmals teuer. Zahlen die Gäste denn auch höhere Preise für ein nachhaltiges Erlebnis im Berchtesgadener Land? „64,7 Prozent der Befragten empfinden ein positives Erleben der Nachhaltigkeit. Vor allem der Einsatz von regionalen Produkten und Dienstleistungen wird in Berchtesgaden von unseren Gästen geschätzt“, so Hallinger. „Man kann also davon ausgehen, dass sich diese Wertschätzung auch in der Bereitschaft niederschlägt, dafür den entsprechenden Preis zu bezahlen. Umkehrschluss: Wenn der Gast das Angebot annimmt, ist er auch bereit, dafür zu zahlen.“

Ein regionales Beispiel für Nachhaltigkeit ist das Hotel Rehlegg von Hannes Lichtmannegger, etwa durch die Verarbeitung von regionalen Produkten. Fleisch und Fisch kommt ausschließlich von heimischen Bauern und Züchtern, Milchprodukte und Backwaren von heimischen Erzeugern und Betrieben. Das sei „ganz leicht auch für Kleinvermieter“ umzusetzen, so Hallinger. „Faire Preise für unsere Landwirte gehen einher mit dem Erhalt unserer Kulturlandschaft. Und davon lebt auch der Tourismus. Die Reinigung des kompletten Hotels Rehlegg wird mit effektiven Mikroorganismen gemacht – auch das können Kleinvermieter für ihre Betriebe übernehmen und den Einsatz von Chemikalien auf null reduzieren“, so Hallinger.

Die Tourismusleiterin stellt auch klar: „Nachhaltigkeit darf nicht mit Marketing gleichgesetzt werden. Mittlerweile ist Nachhaltigkeit ein Selbstverständnis, das nicht unbedingt kommuniziert werden muss. Gäste erwarten eine nachhaltige Philosophie in ihrer Urlaubsregion, um sich rundum wohlfühlen zu können.“

ce

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