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Mitten in Berchtesgaden

Gemeinde beugt sich Bürgerdruck: E-Tankstelle soll nun doch Alternativstandort erhalten

Fischerbichl
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Fischerbichl: Hier sollte eine E-Tankstelle entstehen. Die Empörung war groß. Die Gemeinde will sich nun neu entscheiden und hat einen Alternativstandort auserkoren.

Mit so viel Gegenwind hatten Bürgermeister und Gemeinderäte nicht gerechnet. Immerhin wollten sie nur die Möglichkeit für zehn E-Ladesäulen schaffen - mitten im Markt von Berchtesgaden, am Fischerbichl. Der Bauausschuss hatte schon einstimmig grünes Licht erteilt. Doch jetzt beugen sich die Bürgervertreter dem Druck, der bei einer vom Bürgermeister höchstpersönlich einberufenen Infoveranstaltung offenbar wurde.

Berchtesgaden - “Was hat euch da nur geritten?”, “Wie kommt Ihr drauf, euch für so etwas zu entscheiden?” - mit diesen Fragen war Bürgermeister Franz Rasp in den vergangenen Wochen häufig konfrontiert worden, gestand er, nachdem die zehn Ladepunkte für Elektrofahrzeuge beschlossene Sache waren. 

Eigentlich, so heißt es, wollte man doch nur etwas Gutes tun, und im Ort mehr Stromzapfsäulen schaffen. Denn der Mangel ist groß, und der Tourismus erfordert mittlerweile Nachrüstung. “Unsere Gäste benötigen E-Ladestationen”, sagt Bürgermeister Rasp. “Wir sind nicht gerade ein Schlaraffenland in dieser Hinsicht.” 

Die Empörung war groß

In den sozialen Netzwerken schimpften Bürger über die Entscheidung, die den Standort am Fischerbichl wähnte. “Das letzte grüne Fleckchen wollen sie opfern”, schrieb einer. Die Empörung war groß, das Geschrei laut. Die Bürgervertreter bekamen den Shitstorm ab. “Wir dachten alle, dass es eine gute Idee ist”, sagt Bürgermeister Franz Rasp rückblickend. “Aber die öffentliche Meinung war eine andere”, stellt er nun fest. 

Der Fischerbichl ist nur ein kleines Fleckchen Erde mit Wendemöglichkeit und nettem Brunnen. Ein paar Sitzbänke stehen dort. Der Brunnen weg und Ladesäulen hin? Kein Verständnis zeigen die rund 150 am Thema Interessierten, die dem Aufruf zur Versammlung in die Aula der Berchtesgadener Grundschule gefolgt waren. “Es gibt bessere Orte. Man muss sich die Autos ja nicht noch zusätzlich in den Ort holen”, sagte ein Bürger. Der Ortskern solle “lebendig” bleiben und nicht durch zusätzliche Fahrzeuge auffallen. Als “absurde Entscheidung” bezeichnete ein anderer das Vorhaben der Marktgemeinde. Kein Verständnis zeigte ein ansässiger Unternehmer. Er warf der Gemeinde vor, in keiner Weise über das Vorhaben informiert worden zu sein. “Mein Fehler, das war alles sehr kurzfristig”, antwortete der Bürgermeister und entschuldigte sich.  

Gemeinde beugt sich Bürgerdruck

Tatsächlich hat der Gegenwind die Gemeinde zum Umdenken bewegt. Weitere öffentliche Plätze seien sondiert worden, sagt der Bürgermeister. Über Berchtesgadens Tiefgarage mitten im Ort befindet sich der Busparkplatz. Eine optimale Fläche, findet Rasp. Die Ladesäulen könnten dort aber nicht installiert werden. Denn die Tiefgarage ist marode und soll in etwa fünf Jahren saniert werden. Rasp hat dennoch einen Alternativstandort ausfindig gemacht - den sogenannten Buchwinkler-Parkplatz, nur ein paar hundert Meter entfernt vom Ort der Empörung: Ebenfalls zentrumsnah, aber weniger im Herzen der Bürger verankert. 

Neue Entscheidung des Gemeinderats

Rasp sagte, dass das Thema in der nächsten Gemeinderatssitzung erneut auf die Tagesordnung komme. Dann soll neu entschieden werden über den Standort für die Stromtankstelle. Rasp ist sich sicher, dass der Gemeinderat nun anders entscheiden wird als zuvor. Denn auch am Buchwinkler-Parkplatz sei die Infrastruktur für eine Stromtankstelle ja schließlich bereits vorhanden.

kp

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