Söders Entwicklungsplan für den Landkreis

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Staatsminister Markus Söder und MdL Michaela Kaniber am Dienstag über dem winterlichen Berchtesgaden.
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Berchtesgaden - "Der Landkreis hat gute Strukturdaten, aber..." Wegen diesem "aber" präsentierte Staatsminister Söder seine Strategie: Mit der Behördenverlagerung allein soll es nicht getan sein.

"Die Behördenverlagerung wird nicht reichen", mahnte MdL Michaela Kaniber, noch bevor Staatsminister Markus Söder am Dienstag in Berchtesgaden seine Strategie für die Entwicklung des Landkreises vorstellte. Anfang März wurde in München beschlossen, dass das Bayerische Landesamt für Maß und Gewicht Einzug ins Berchtesgadener Land halten wird. Mit rund 50 Stellen kann gerechnet werden, aber: "Die ländlichen Räume in Bayern entwickeln sich unterschiedlich. Wie können wir die Attraktivität erhöhen und sie auch wirtschaftlich interessanter machen", fragte der bayerische Finanz- und Heimatminister.

Zentral für Söders Strategie ist außerdem die weitere Digitalisierung des ländlichen Raums: "Bis 2017 oder 2018 soll es überall schnelles Internet geben." 1,5 Milliarden Euro werden für den Ausbau allein in Bayern bereitgestellt, auf das Berchtesgadener Land entfallen davon zwölf Millionen. Außerdem soll Schritt für Schritt freies WLAN verfügbar werden. Markus Söder denkt an Hotspots, beispielsweise am Vermessungsamt in Freilassing oder der Seenschifffahrt am Königssee. Bis 2020 soll der gesamte ländliche Raum mit freiem WLAN versorgt sein.

Gewerbeansiedlungen erleichtern

Außerdem will Söder eine Änderung des Landesentwicklungsprogramms - heißt konkret: Städte und Gemeinden sollen weitere rechtliche Möglichkeiten für Ansiedlungen bekommen. "Damit auch außerhalb der Ortskerne zum Beispiel Hotelprojekte besser zu verwirklichen sind", so Söder. Droht damit eine Zersiedelung der Ortschaften? Den Einzelhandel will der Finanzminster davon ausdrücklich ausschließen - "aber die Bürgermeister und Landräte brauchen mehr Vertrauen, sich selbst zu entwickeln."

Neue Behörde nach Freilassing?

Und auch die Pläne für die Verlagerung des Landesamts für Maß und Gewicht in den Landkreis nimmt bereits konkretere Formen an: In den nächsten fünf bis zehn Jahren soll der Umzug von München ins Berchtesgadener Land erledigt sein. "Die 50 Arbeitsplätze werden in erster Linie direkt für die Region geschaffen. Zwei Drittel der derzeit dort beschäftigten, werden bis dahin in Pension gegangen sein", so Markus Söder.

Mit dem Landesamt wird außerdem die angeschlossene Akademie in den Landkreis kommen, die für rund 30 Ingenieure Platz hätte. Wo genau die Behörde angesiedelt wird, steht nach wie vor nicht fest - Michaela Kaniber hat dabei aber Freilassing im Blick, auch Söder hält diesen Standort für "denkbar".

xe

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