Staatsministerin Michael Kaniber persönlich vor Ort

Sanierung der Kehlsteinwege offiziell abgeschlossen

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Kehlsteinwege - Sanierung abgeschlossen
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Berchtesgaden - Rund 28.000 Tonnen giftiges  Material wurden in den letzten Wochen aus den Kehlsteinwegen im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen ausgebaut. Nun wurden die Wege offiziell durch Staatsministerin Michaela Kaniber übergeben:

Auch wenn Petrus mit den Verantwortlichen und Gästen kein Einsehen hatte und der Blick auf das im Tal gelegene Berchtesgaden verwehrt blieb, der Stimmung tat das herbstliche Wetter beim Festakt oberhalb der Scharitzkehl keinen Abbruch. 

Sanierung der Kehlsteinwege erfolgreich abgeschlossen

Im Rahmen einer kleinen Feier übergab die Bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Michaela Kaniber, die aus dem Dritten Reich stammenden Kehlsteinwege nach der umstrittenen Altlastensanierung nun wieder ihrer Bestimmung. Dr. Daniel Müller eröffnete die Feier mit einer kurzen Einleitungsrede.

Sanierung der Kehlsteinwege abgeschlossen

"Rund zehn Jahre hat uns die Sanierung nun im Forstbetrieb Berchtesgaden beschäftigt.  Wir haben rund 2.000 Schriftstücke und über 5.000 Fotos zur Dokumentation in unserem Archiv", so der Leiter des Forstbetriebs Dr. Daniel Müller.

Sanierung der Kehlsteinwege erfolgreich abgeschlossen

Mit einem kurzen geschichtlichen Rückblick über die letzten Jahre rief er nochmal die Geschehnisse ins Gedächtnis. 

So wurden die Wege von 1937 bis 1938 gebaut und ab 1945 forstwirtschaflich genutzt. 2008 erfolgte dann die Verpflichtung die Dalsenwinkelstraße zu sanieren und 2010 wurde der Sanierungsprozess unter behördliche Aufsicht gestellt. 2013 wurde dann entschieden ein Gutachten von Dr. Danzer erstellen zu lassen. Ein Jahr später, im Jahr 2014, erschien der Sanierungsbescheid mit der Ausbauverpflichtung

Widerum ein Jahr später, im Jahr 2015 fiel der Startschuss zu dem Dialogprozeß aller Verantwortlichen, sich über die Vorgehensweise der Sanierung an insgesamt fünf "Runden Tischen" zu einigen, der bis einschließlich 2017 andauerte. 

Die rund ein Jahr dauernde Sanierung wurde mit dem offiziellen Übergabetermin nun abgeschlossen.

Viele geladene Gäste

Neben Staatsministerin Michaela Kaniber und dem Vorstandsvorsitzenden der Bayerischen Staatsforsten Martin Neumeyer, begutachteten auch Rosi Plenk, Klaus Gerlach und Dr. Bartl Wimmer von der Bürgerinitiative sowie Rita Poser vom Bund Naturschutz die neugestalteten Wege. Ebenfalls unter den geladenen Gästen:

  • Angelika Niedl LRA BGL, Geschäftsbereich Bauen + Umwelt
  • Herbert Haitzmann LRA BGL, Leiter Fachbereich Umwelt
  • Wolfgang Kastner LRA BGL, Leiter der UNB
  • Franz Rasp 1. Bürgermeister Markt Berchtesgaden
  • Dr. Roland Baier Leiter NP Berchtesgaden
  • Hannes Frauenschuh BPR
  • Markus Hirscher BPR
  • Stefan Neumann Sachverständiger nach BBodSchG
  • Firma Pedall Qualitätssicherung 
  • Thomas Wiesbauer STRABAG Bereichsleiter Bayern Süd-Ost
  • Dr. Martin Zierhut StMELF
  • Alfons Leitenbacher AELF TS

Rede von Michaela Kaniber

"Gut Ding will Weile haben - dieses alte Sprichwort trifft auf die Altlastensanierung der Kehlsteinwege vollkommen zu", so startete die Staatsministerin in ihre Rede. 

Sanierung der Kehlsteinwege erfolgreich abgeschlossen

Im weiteren Verlauf lobte sie vor allem den Einsatz von Landrat Georg Grabner, der "gemeinsam mit dem BaySF-Vorstand einen Runden Tisch initiiert hat, bei dem in Gesprächen mit allen Beteiligten, von der Bürgerinitiative bis zu den Behördenvertretern, alle Fakten, Bedenken und Probleme offen diskutiert und gemeinsam Lösungen gefunden werden konnten". 

Und auch auf die Umwelt kam die Staatsministerin zu sprechen. "Wenn ich allein daran denke, dass ein Teil der Kehlsteinwege im Wasserschutzgebiet und somit im Wassereinzugsgebiet der Endstalquelle liegt, die für die Trinkwassergewinnung Berchtesgadens verantwortlich ist, bin ich froh das der giftige Teer entsorgt ist. Das ist ein großer Erfolg für Natur und Umwelt und die Menschen die hier leben".

Sanierung der Kehlsteinwege erfolgreich abgeschlossen

Abschließend betonte Michaela Kaniber noch, was ihr als Forstministerin ein besonderes Anliegen sei: "Von den gut 13 Kilometer Kehlsteinwegen sind jetzt etwa fünf Kilometer nach einem schmalen forstlichen Standard auf drei Meter Breite ausgebaut. Üblich wäre eigentlich eine Breite von 3,50m. Auch wenn das mancher kritisch sehen mag, aber ausreichend breite Wege sind unabdingbar, damit wir unsere vom Klimawandel bedrohten Berg- und Schutzwälder pflegen und erhalten können. Auf einer Wegstrecke von 13 Kilometern sind rund 28  000 Tonnen giftiges Material wie Teerdecke, Unterbau, Bankett und Randsteine abtransportiert worden. Das waren insgesamt über 1. 000 Lkw-Ladungen. Die rund 5 Millionen Euro sind wirklich gut investiert worden".

Sanierung der Kehlsteinwege erfolgreich abgeschlossen

Auch Martin Neumeyer, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten, freute sich über den Kompromiss, der dank der Kooperation mit der Bürgerinitiative erzielt worden ist. "Das Projekt wurde hinsichtlich der Länge und der Breite deutlich reduziert und die Ingenieursbauwerke konnten erhalten werden. Die Wege stehen nun wieder für die Erholung der Bürger zur Verfügung", so der Vorstandsvorsitzende.

Ideale Lösung für das Wasserschutzgebiet 

"Für unsere Wasserversorgung ist diese Lösung ideal", betonte im weiteren Verlauf auch Franz Rasp, der Bürgermeister Berchtesgadens.

Sanierung der Kehlsteinwege erfolgreich abgeschlossen

"Immerhin liegt der giftige Teer in unmittelbarer Nachbarschaft der Quelle und nach dem Bau der neuen Forststraße gibt es dort keinen Fahrbetrieb mehr".

Sanierung der Kehlsteinwege erfolgreich abgeschlossen

Ebenfalls zufrieden über den Ausgang der Sanierung zeigte sich Klaus Gerlach, als Vertreter der Bürgerinitiative: "So können Forststraßen auch aussehen", lobte er und verwies mahnend auf Abschnitte der steilen Forststraße, die sich von der Scharitzkehl mit teilweise enormen Hanganschnitten bis zur Ligeret hochzieht. Trotzdem bedauerte er, dass "der alte Charme der Teerwege nun für immer verloren ist". 

Und auch Rita Poser vom Bund Naturschutz zeigte sich zufrieden: "Verglichen damit, was man sieht, wenn man von der Scharitzkehl die ersten Meter hochfährt, sind die Wege ok. Aber ich vermisse die Aufstellung einer Gesamtökobilanz. Zum Beispiel, wie viel CO2 freigesetzt wurde und wo das hingegangen ist, etc. Die Zusammenarbeit an sich war aber ok. Es hätte schlimmer kommen können".

Bildergalerie: Sanierung der Kehlsteinwege abgeschlossen

Dr. Bartl Wimmer ergänzte: "Ich sehe das Ganze mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Positiv zu erwähnen ist, dass es gelungen ist, dass Wegenetz zu erhalten. Die Straßen sind erträglich. Bedauerlich ist, dass nicht mehr alte Begrenzungssteine erhalten werden konnten."

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