Neues aus dem Gemeinderat Berchtesgaden

"Jeder weiß wie problematisch die Verkehrslage an der Grundschule ist"

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Neues Schulbuskonzept für Grundschüler in Berchtesgaden
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Berchtesgaden - Zum neuen Schuljahr hat sich bei der Beförderung der Schulkinder einiges geändert. Allerdings nicht zur Freude aller Eltern und Gemeinderäte. Die Gründe wurden nun auf der vergangenen Gemeinderatssitzung vorgestellt.

"Für das neue Schuljahr hat sich die Haltestelle der Schulbusse für die Grundschüler geändert. Die Busse halten zukünftig nicht mehr wie bisher am Schulgelände der Bacheifeldschule, sondern rund 300m weiter, an der Haltestelle Schießstätte. Auch für die Grundschule in der Oberau ergeben sich Änderungen. Da hält der Bus zukünftig an der Haltestelle Schusterhäusl", so startete Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp in der Gemeinderatssitzung.

Die Erstklässler der Bacheifeldschule werden morgens und mittags von einer Aufsicht sowohl auf dem Weg vom Bus zur Schule, als auch von der Schule zum Bus begleitet. Mittags soll so lange gewartet werden, bis alle Schüler im Bus sind. Rasp ergänzt: "Da es in der Regel maximal 5 bis 6 Kinder auf einmal sind, ist das auch gut zu schaffen".

Und fügt hinzu: "In der Oberau achten die Lehrer darauf, dass die Kinder pünktlich aus der Schule rauskommen und den Bus um 13 Uhr erreichen können. Lediglich für diejenigen, die um 12 Uhr Schulschluss haben, kann in der Oberau keine Aufsicht bereitgestellt werden. Das bedeutet, Kinder die um 12 Uhr aus haben müssen dann bis 13 Uhr in der Mittagsbetreuung warten, wenn ihre Eltern möchten dass sie betreut zum Bus gehen".

Der Grund, für die Änderungen ist, "dass wir von der überörtlichen Rechnungsprüfung aufgefordert wurden, die Schulbusbeförderung neu auszuschreiben. Dazu sind wir alle vier Jahre verpflichtet und der Gemeinderat hat dem auch zugestimmt", so Rasp.

Darum hat die RVO so entschieden

Den Zuschlag bekommen hat die RVO. Zwei Mitarbeiter haben die Gründe für die Änderungen während der Gemeinderatssitzung erläutert.

"Jeder weiß, dass die Verkehrslage insbesondere in den Sommermonaten immer problematischer wird. Vor allem in der Mittagszeit. Wir bedienen in diesem Bereich die Grund- und Mittelschule und je weiter wir in die Mittagszeit hineinkommen, umso problematischer wird die Lage vor Ort, insbesondere im Sommer. Im Sommer kostet das mindestens 10 Minuten Fahrzeit und Pünktlichkeit". 

Und ergänzt: "In Berchtesgaden ist die Schülerbeförderung in den öffentlichen Nahverkehr integriert, weil das einfach günstiger ist. Wenn wir zehn Minuten zu spät dran sind, dann wirkt sich das auf den ganzen Fahrplan aus und schließlich warten an den nächsten Haltestelle Touristen, die zum Beispiel ihren Anschluss Richtung Kehlstein erreichen müssen. Was jetzt gemacht wurde ist eine tolle Sache."

Um Pünktlichkeit angehalten

Erklärend fügt er hinzu: "Für uns ist das Thema Pünktlichkeit sehr wichtig, denn wir sind eine Tochter der Deutschen Bahn und daher angehalten, eine Pünktlichkeit von 90,5% zu leisten. Im Sommer schaffen wir gerade einmal 85%, daher sind wir verpflichtet, diese zu verbessern. 

Ich habe mir in den letzten zehn Tagen die Situation vor Ort angeschaut und ich finde es funktioniert gut. Man darf auch nicht vergessen, dass es rund um die Schule in den letzten Jahren teilweise massive Auswüchse gegeben hat, weil Eltern nur mal 'kurz zum Abholen' angehalten haben und teilweise so massiv blockiert haben, dass sogar die Polizei geholt werden musste, die dann auch noch von den Eltern  blöd angeredet wurde. 

Und der vielzitierte sichere Schulweg war auch nicht wirklich so sicher, denn die Situation war immer schon sehr angespannt. Nicht nur aufgrund der vielen Fahrzeuge, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass der Bus in der engen Kurve soweit ausholen musste, dass er mit dem Lenkwagen über den Bürgersteig musste. Das war auch nicht immer risikolos."

Kostenersparnis von 200.000 Euro

Auch die Kostenersparnis war ein Argument bei der Entscheidung für die neue Lösung.

"Der Schülerverkehr ist in Berchtesgaden in den öffentlichen Nahverkehr integriert. Wenn man rein vom Schülerverkehr spricht, dann bedeutet das hausnahe Abholung und Transport bis zur Schule. Der Nachteil dabei ist, dass dann kein öffentlicher Transport stattfinden darf. 

Das ist aber um ein vielfaches teurer. Genauer gesagt rund 200.000 Euro", so Rasp. Und ergänzt: "Außerdem schreiben die Richtlinien des Freistaats Bayern vor, dass wir die RVO stärken sollen." 

Zwei Kritikpunkte abgeschafft?

"Seit ich da bin", so Franz Rasp, "gab es immer zwei Kritikpunkte. Zum Einen dass die Kinder an der Grundschule häufig bis kurz vor halb zwei warten mussten, bis der Bus endlich kam und dass die Kinder aus der Oberau aufgrund des bisherigen privaten Transports keine öffentliche Busfahrkarte hatten. 

Beide Kritikpunkte sind nun aus der Welt geräumt. Die Kinder aus Berchtesgaden sind sogar eine Viertelstunde früher daheim und die Kinder aus der Oberau haben jetzt eine Busfahrkarte wie alle anderen auch".

"Diese Schulbuskarten der Kinder", so die Mitarbeiter der RVO, "können übrigens wie alle anderen auch mit gerade einmal 10,- Euro so weit aufgewertet werden, dass die Kinder diese nicht nur für den Schulweg, sondern bis nach Bad Reichenhall oder sogar Salzburg nutzen können. Das nennt sich dann Flexibusticket."

Darum gibt es an der Schießstätte jetzt zwei Bushäuschen

Auch das zweite Bushäuschen an der Schießstättbrücke wurde seitens Franz Rasp kurz erläutert: "Wir hatten den Eindruck, dass das alte Bushäusschen eventuell zu klein ist. Darum haben wir uns kurzfristig entschieden ein Zweites aufzustellen und den Parkplatz zur Sicherheit der Kinder vom Durchgangsverkehr freigestellt. Außerdem sind die Kinder dann ein Stück weiter von der Straße weg".

Winterfahrplan noch nicht endgültig gelöst

"Noch nicht komplett gelöst ist der Winterfahrplan bzgl. der Oberau", ergänzt Franz Rasp. In der Skisaison fährt der Bus auch ins Roßfeld, da kann es sein, dass die Kinder eine halbe Stunde länger warten müssen, aber da sind wir auch gerade dabei, dieses Problem zu lösen."

Lesen Sie in einem weiteren Artikel, welche Diskussion zu diesem Thema im Gemeinderat entstanden ist.

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