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Verwaltung mit deutlicher Meinung zu Ansiedlung des Wildtiers

Könnte der Wolf eventuell im Nationalpark Berchtesgaden eine neue Heimat finden?

Wolf Nationalpark Berchtesgaden Königsee
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Die Wallfahrtskirche St. Bartholomä am Ufer des Königsee liegt im Nationalpark Berchtesgaden. Könnte das eine neue Heimat für den Wolf werden? BGLand24.de hat bei der Verwaltung nachgefragt.

Das erste Mal seit 140 Jahren darf in Bayern wieder ein Wolf geschossen werden. Das Tier mit dem genetischen Code GW2425m ist zum Abschuss freigegeben - mit Ausnahme des Nationalparks. BGLand24.de wollte wissen, ob auf diesem Gelände möglicherweise eine Eingliederung des Wildtiers eine Alternative zur Tötung darstellen könnte.

Berchtesgaden - Die Expertise der zuständigen Fachbehörden ist zu dem Ergebnis gekommen, Chiemgau-Wolf GW2425m, der sich seit Wochen in der Region aufhält und sich schon mehrfach Siedlungen näherte, schießen zu lassen, um einer Gefährdung von Menschen vorzubeugen.

Durch die „Entnahme“ sollen weitere Annäherungen dieses Wolfes an bewohnte Siedlungsstrukturen sowie daraus resultierende gefährliche Begegnungen zwischen Mensch und Tier verhindert werden.

Ausnahmeregelung im Nationalpark Berchtesgaden

Die Regierung von Oberbayern hat in ihrer Allgemeinverfügung jene Bereiche, in denen der Wolf geschossen werden darf, festgesetzt. Dabei handelt es sich um einzelne Gebiete in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land südlich der Autobahn A8 sowie östlich der Autobahn A93.

Nicht geschossen werden darf im Nationalpark Berchtesgaden. Der Hintergrund: Der Wolf mit dem genetischen Code GW2425m habe im Dezember 2021 in diesen Landkreisen mehrmals Wild- und Nutztiere gerissen und verletzt. Andere Gebiete seien daher nicht von der Allgemeinverfügung umfasst.

Die Verwaltung des Nationalparks habe auf die von der Regierung festgesetzten Gebietsumfassung keinen Einfluss, unterstreicht Carolin Scheiter, Sprecherin von der Nationalparkverwaltung Berchtesgaden auf Nachfrage von BGLand24.de.

Natürliche Wolfslebensräume größer als das Gebiet des Nationalparks

Auf die Frage, ob es denkbar wäre, dass der Wolf möglicherweise im Nationalpark eine neue Heimat finden, sich zwischen Watzmann und Köngisee einrichten und leben könnte, kann Scheiter mit einem klaren „Nein“ antworten: Beutegreifer wie der Wolf einer sei, könnten sich in verschiedenen Naturräumen ansiedeln, sofern die Gegebenheiten dort für sie passend seien. Insbesondere Wildtiere hätten gelernt, mit den natürlicherweise in ihrem Habitat vorkommenden Beutegreifern zu leben.

Wölfe benötigen einen großflächigen Lebensraum. Die vorliegenden Erkenntnisse zum Wolf im Alpenraum jedoch zeigen, dass natürliche Wolfslebensräume größer sind als grundsätzlich für den Wolf nutzbare und geeignete Flächen im Nationalpark Berchtesgaden“, stellt die Sprecherin im Namen der Nationalparkverwaltung klar.

„Aufgrund seiner Lebensraumansprüche wird es kaum eine dauerhafte Ansiedlung allein innerhalb der Schutzgebietsgrenzen geben“, fährt Scheiter fort.

Nationalparkverwaltung vermittelt zwischen Bürgern, Betroffenen und Fachstellen

Unabhängig vom Nationalpark gelte im gesamten Freistaat, dass Landwirten in Gebieten, in denen der Wolf aktiv sei, die Förderrichtlinie „Investition Herdenschutz Wolf“ zur Verfügung stehe. Sie verfolge das Ziel, durch die Förderung investiver Maßnahmen Nutztiere vor Übergriffen durch Wölfe zu schützen und dadurch die Weidetierhaltung als besonders tierwohlgerechte Form der Nutztierhaltung auch weiterhin zu ermöglichen.

Die Nationalparkverwaltung indes sei „eingebunden in die Strukturen des Bayerischen Wildtiermanagements“ und trete beim Thema Wolf „unterstützend als Vermittlerin zwischen der regionalen Bevölkerung und Betroffenen in der Region sowie den zuständigen Fachstellen auf“.

Diese seien das Landesamt für Umwelt und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, erläutert Scheiter abschließend die allgemeine Einstellung der Verwaltung zum Wolf.

mb

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