Jennerplattform, Rotwild und Wege-Baumaßnahmen

Kaum kritische Fragen bei "Der Nationalpark informiert"

Verantwortliche zufrieden mit "Der Nationalpark informiert"
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Der Nationalpark informiert mit (v.l.n.r.) Beppo Maltan, DAV, Herbert Gschoßmann, Bürgermeister Ramsau und Moderator der Veranstaltung, Dr. Roland Baier, NP-Leiter, Ole Behling, Ranger-Leiter, Andrea Heiß, Leiterin Umweltbildung, Ulrich Brendel, stv. NP-Leiter, vorne: Carolin Scheiter und Ulf Dworschak, Leiter Naturschutz und Planung.

Berchtesgaden - Rotwild, barrierefreie Aussichtsplattform am Jenner, ein Wingsuit-Flieger, es gibt immer wieder Themen, die den Nationalpark Berchtesgaden ins Licht der öffentlichen Aufmerksamkeit rücken. Ein Grund für die Verantwortlichen bei "Der Nationalpark informiert" öffentlich zu diskutieren.

Nach einem kurzen Rückblick auf die Schneesituation im vergangenen Jahr mit teilweise über zwei Meter Schneedecke in Kühroint, kam Nationalparkleiter Roland Baier gleich auf die Rotwild-Diskussion aus dem vergangenen Jahr zu sprechen. Auch wenn die Ermittlungen noch andauern würden, betonte Baier, legen dem Nationalpark keine Hinweise auf ein Fehlverhalten vor.


Der Verein "Wildes Bayern" hatte Anzeige erstattet, weil im Frühjahr tote Hirschkälber am Obersee gefunden wurden. Die Vorsitzende Christine Miller geht davon aus, dass die Mütter geschossen wurden. Für den Nationalparkleiter haben sich die Vorwürfe als haltlos erwiesen. Dennoch hat der Nationalpark die Vorwürfe genutzt, um transparenter zu werden.

Nationalpark Berchtesgaden: Woher kommen die Probleme mit dem Rotwild?

Das ins Leben gerufene Fachforum "Huftiermanagement" sollte Lösungen bringen, wie die Rotwild-Population am Königssee in den Griff zu bekommen sei. "Es leben im Bereich Königssee rund 250 Stück Rotwild. Die Fütterungen sind für deutlich weniger ausgelegt", erläutert Nationalparksprecherin Carolin Scheiter gegenüber BGLand24.de. "Die Bestände sind stark überhöht. Die Tiere halten sich die meiste Zeit des Jahres in der auf 75 Prozent erweiterten Kernzone des Nationalparks auf. Im Winter sind sie bei der Wildfütterung und dürfen dort ebenfalls nicht geschossen werden. Einzig auf dem Weg zur Fütterung besteht die Möglichkeit, den Bestand etwas zu regulieren."


Diese Erklärung wurde bei der Veranstaltung am Dienstagabend (4. Februar) im AlpenCongress Berchtesgaden auf die Nachfrage, warum es am Königssee so Probleme gebe und es so schwierig zu jagen sei, gegeben. "Es gab keine weiteren Nachfragen", so Scheiter.

Das Fachforum hat für die Regulierung der Rotwild-Population zwar noch keine Lösung gefunden, dennoch waren die Diskussion, die Vorschläge und der Prozess sehr positiv für den Nationalpark. Man habe einen guten Weg zum konstruktiven Miteinander und Transparenz eingeschlagen, so der Nationalparkleiter. Deshalb soll das regionale Fachforum „Wald-Wild-Naturschutz“ fortgesetzt werden.

Weltweite Aufmerksamkeit und lokale Brennpunkte im Nationalpark

Ein konstruktives Miteinander erhofft sich der Nationalpark auch bei seinen Plänen zu einer barrierefreien Aussichtsplattform am Jenner. Der Bund Naturschutz hat bereits angekündigt, dass es eine solche Plattform mit ihm nicht geben wird. Allerdings ist der Plan auch noch nicht eingereicht. "Der Plan wird derzeit im Umweltministerium noch einmal rechtlich geprüft. Dann wird entschieden ob er eingereicht wird", erklärt die Nationalparksprecherin. Am 16. März soll das Ergebnis im Nationalpark-Beirat bekannt gegeben werden. Erst dann werden gegebenenfalls weitere Schritte eingeleitet.

Neben diesen aktuell brennenden Themen informierte Nationalparkleiter Roland Baier über die aktuelle Situation im Nationalpark. Quell-, Alm- und Insektenforschung gehört genauso zu den Aufgaben der 107 Mitarbeiter wie Wildökologie, Biodiversität und Walddynamik. Eine Internationale Tagung zu Störungen und Ökosystemdynamik in Wäldern beschert dem Nationalpark ebenso weltweite Aufmerksamkeit wie das EU-Label EMAS (Eco Management and Audit Scheme). Umweltbildung, Kommunikation und verschiedenste Veranstaltungen sorgen dafür, dass der Nationalpark auch vor Ort in aller Munde bleibt.

"Wir sind sehr zufrieden mit der Veranstaltung 'Der Nationalpark informiert'", sagt Scheiter gegenüber BGLand24.de. "Wir haben gezeigt, der Nationalpark ist so viel mehr als Rotwild und Jenner." Für sie bestätigte sich das auch, da es außer zu den oben genannten Themen lediglich noch Nachfragen zu den Wege-Baumaßnahmen und der -Beschilderung gab.

cz

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