Nationalpark Berchtesgaden hat das Gebäude gemietet

„Villa Schön“ wird Forschungsstation - aber nur vorübergehend

Villa Schön in Berchtsgaden
+
Die „Villa Schön“ in der Nähe des Nationalparks Berchtesgaden.

Der Nationalpark Berchtesgaden ist neuer Mieter der „Villa Schön“, die damit für die kommenden zwei Jahre als offizielle Arbeitsstätte des Parks dient. bgland24.de wollte wissen, was die Intuition dahinter war und warum auch die Corona-Pandemie hier ihre Finger im Spiel hat.

Berchtesgaden - „Es ist tatsächlich so, dass wir die Villa für einen Zeitraum von zwei Jahren angemietet haben“, bestätigt die Pressesprecherin des Nationalparks Berchtesgaden Carolin Scheiter auf Nachfrage.

Der Grund, warum der Nationalpark mit dem „Harlander Baumanagement“ - das Unternehmen tritt als Besitzer des Gebäudes auf - ein befristetes Mietverhältnis eingegangen ist, ist die Unterbringung von Praktikanten. Die Bausubstanz sei gut in Schuss, sodass man die Praktikanten „guten Gewissens“ dort wohnen und arbeiten lassen könne.

Corona-konform: Ausreichend Platz in der „Villa Schön“

Denn der Nationalpark Berchtesgaden hat in Pandemie-Zeiten ein zunehmendes Platzproblem. Der Bedarf im Bereich der Forschung wachse, die ursprünglichen Kapazitäten in der Forschungsstation Ramsau neun Kilometer von Berchtesgaden entfernt würden nicht mehr genügen.

Um der Nationalparkarbeit nachkommen zu können, sollen von nun an auf dem Gelände der „Villa Schön“ insgesamt 15 Praktikanten mit Monitoring unterstützen, forschen sowie übernachten. „Weil wir dort Einzelzimmer einrichten können, dient der Villenbau als corona-konforme Unterbringungsmöglichkeit. In Ramsau waren die Praktikanten in Mehrbettzimmern untergebracht - dies ist aufgrund der aktuell geltenden Corona-Bestimmungen bis auf Weiteres nicht mehr möglich, weswegen wir die Lage erheblich entzerren mussten“, unterstreicht Scheiter die Entscheidung.

Mit der Anmietung des zweigeschossigen Landhausbaus mit Flachsatteldach und teils umlaufenden Balkonen habe man eine „Win-Win-Situation“ geschaffen. Man sei „sehr froh“ über diese Zwischenlösung. „Wir freuen uns über die Chance, die wir dadurch erhalten, denn der Platz wurde dringend benötigt“, betont Scheiter.

Wie es allerdings weitergeht mit der Villa, das obliege dem Besitzer. „Es ist alles offen“, schließt die Pressesprecherin des Nationalparks ihre Erklärungen in Bezug auf mögliche Zukunftsvisionen für das Grundstück.

Hintergrund: Die Debatte um die „Villa Schön“ in Berchtesgaden

Ursprünglich sollten Eigentumswohnungen auf dem Grund der Villa entstehen. Abriss der „Villa Schön“ und Neubau dreier Wohnhäuser mit 24 Parteien und einer Tiefgarage standen schon im Raum, bis eine gerichtliche Verfügung dieses Vorhaben untersagte. Das Verwaltungsgericht München hat einer Klage des Bund Naturschutzes Recht gegeben und die Baugenehmigung des Landratsamts Berchtesgadener Land für Wohnanlagen im Bereich der „Villa Schön“ mit Urteil vom 16. Juli aufgehoben.

Ein Knackpunkt in der Debatte um die Villa aus dem 19. Jahrhundert, die nicht unter Denkmalschutz steht, ist nach wie vor die Frage, ob der Bau im bauplanungsrechtlichen Innen- oder Außenbereich liegt. Bisher steht eine Entscheidung darüber seitens des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs aus.

mb 

Kommentare