Am Mannlgrat bei Berchtesgaden

Ein tödlicher Alpinunfall und eine glückliche Rettung

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Tödlicher Alpinunfall am Mannlgrat bei Berchtesgaden
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Berchtesgaden - Zu einem tödlichen Bergunfall ist es am Donnerstag am Mannlgrat gekommen. Ein Mann ist auf dem Klettersteig abgestürzt. Für ihn kam jede Hilfe zu spät.

Update, 10. August, 10.15 Uhr - Sohn gerettet

Noch während des Einsatzes wegen des tödlichen Alpinunfalles am Mannlgrat haben Einsatzkräfte immer wieder Hilferufe gehört. Diese konnten sie jedoch zunächst nicht lokalisieren.

Doch am Ende des ersten Einsatzes ist ein Urlauber aus dem Raum Aalen herbeigekommen und hat seinen Sohn als vermisst gemeldet. Die Familie hat sich während einer Wandertour aus den Augen verloren.

Bei einem weiteren Suchflug ist der 25-jährige Sohn schließlich unweit des ersten Einsatzortes gefunden worden. Er ist unverletzt geblieben.

Rettungsaktion am Mannlgrat

Update, 22.15 Uhr - Bilder vom Einsatz

Eine Bergsteigergruppe machte sich auf dem Mannlgrat vom Kehlsteinhaus in Richtung Hoher Göll auf, als 57-jähriges Mitglied der Gruppe kurz vor der Großen Leiter stürzte. DerMann fiel nur wenige Meter, zog sich jedoch schwerste Kopfverletzungen zu. Die Begleiter darunter auch der Sohn des Verunglückten setzten einen Notruf ab.

Bergsteiger stirbt bei Sturz auf spitzen Stein

Mit dem Notarzthubschrauber Christophorus 4 wurden Flugretter und Notärztin zum Unfallopfer geflogen. Diese konnten jedoch nur noch den Tod des Mannes feststellen.

AKTIVNEWS/amj

Update, 19.45 Uhr - Pressemeldung der Polizei

Am Donnerstag, den 9. August, wollte eine elfköpfige Gruppe aus Hessen über den Mannlgrad vom Kehlsteinhaus zum Hohen Göll gehen. In einer Höhe von 1.850 Meter üNN fiel ein 57-Jähriger plötzlich nach hinten und schlug mit dem Kopf auf einem Stein auf. 

Die Gruppe setzte einen Notruf ab und begann mit der Wiederbelebung bis zum Eintreffen der Notärztin. Diese konnte jedoch nur noch den Tod feststellen. Alle Personen wurden mithilfe des Rettungshubschraubers des ÖAMTC und der Bergwacht Berchtesgaden ausgeflogen. Ermittlungen zum Tod des 57-Jährigen wurden durch die Polizeiinspektion Berchtesgaden aufgenommen.

Pressemeldung Polizeiinspektion Berchtesgaden

Update, 19 Uhr - Pressemeldung BRK

Am Donnerstagmittag gegen 12.20 Uhr ist ein 57-jähriger Bergsteiger am südöstlichen Ende des Mannlgrats vermutlich wegen einer internistischen Erkrankung am Steig gestürzt, wobei er sich überschlug und so heftig mit dem Kopf gegen einen spitzen Stein prallte, dass er bewusstlos liegen blieb. Ersthelfer, die Bergwacht Berchtesgaden und die Besatzung des Kitzbuehler Notarzthubschraubers „Christophorus 4“, die gerade in Salzburg war, versuchten den Mann noch wiederzubeleben, konnten ihn aber trotz aller Bemühungen nicht mehr retten.

Der Mann war in einer gemischten zwölfköpfigen Gruppe aus Niedersachsen, Hessen und Bayern in Berchtesgaden auf Urlaub und vom Kehlsteinhaus in Richtung Göllleiten unterwegs, als der Unfall am südöstlichen Ende des Mannlgrats passierte. Der Pilot brachte die Notärztin, den Notfallsanitäter und Bergretter per Tau zum Unfallort an der Rinne im Übergang zur Göllleiten, wobei die Retter noch versuchten, den Bewusstlosen wiederzubeleben. 

Ersthelfer, darunter zwei Bergretter aus der Steiermark, die privat unterwegs waren, und die Einsatzkräfte kümmerten sich um die betroffene elfköpfige gemischte Bergsteiger-Gruppe, darunter auch der Sohn des Verstorbenen und flogen alle per Tau aus dem Mannlgrat in die Scharitzkehl aus, wo der Kriseninterventionsdienst (KID) der Bergwacht die weitere psychische Betreuung übernahm. 

Ein Beamter der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei nahm den tödlichen Bergunfall auf; danach wurde der Verstorbene von „Christophorus 4“ in Absprache mit der Polizei per Tau ausgeflogen. Die Bergwacht Berchtesgaden musste „Christophorus 4“ mit ihrem Kerosinanhänger wieder auftanken, der beim Einsatz insgesamt 18 Tau-Aufzüge absolvierte.

25-Jähriger verliert Steftensteig sitzt in absturzgefährlicher Rinne fest

Während des Einsatzes am Manngrat hörten die Bergretter und andere Leute von verschiedenen Orten rund um das Göll-Endstal Hilferufe, die zunächst nicht genau zugeordnet werden konnten. Als klar war, dass keiner der Bergsteiger-Gruppe am Mannlgrat um Hilfe gerufen hatte und am Landeplatz in der Scharitzkehl auch noch besorgte Eltern aufschlugen, die im Aufstieg über den Steftensteig zum Kehlstein ihren 25-jährigen Sohn verloren hatten, startete „Christophorus 4“ zu einem Suchflug; gleichzeitig versuchte die Bergwacht im Endstal bodengebunden die Hilferufe zu orten. Die Heli-Crew fand den 25-Jährigen aus Baden-Württemberg dann in einer steilen Rinne mit Wandstufen in Richtung Zeller Schlucht und flog ihn mit dem variablem Rettungstau in die Scharitzkehl aus und danach zur Kreisklinik Bad Reichenhall, da er einige Meter abgerutscht war und sich eine Platzwunde am Knie zugezogen hatte.

Pressemeldung BRK Kreisverband Berchtesgadener Land

Erstmeldung:

Zu einem tödlichen Bergunfall ist es am Donnerstag am Mannlgrat am Rande des Nationalparks Berchtesgadener Land passiert. Wie die Polizeiinspektion Berchtesgaden bestätigt, ist dabei ein Mann verstorben.

Nach ersten Erkenntnissen ist der 57-Jährige aufgrund medizinischer Probleme hingefallen und in der Folge etwa zwei Meter in die Tiefe gestürzt. Dort ist der Mann dann seinen schweren Verletzungen erlegen.

Gemeinsam mit einer zehnköpfigen Gruppe ist der Verstorbene auf einer Tour vom Kehlstein über den Mannlgrat in Richtung Göll unterwegs gewesen. Die anderen Bergsteiger haben noch versucht, den Mann wieder zu beleben. Dies jedoch ohne Erfolg. Auch die eingeflogene Notärztin hat nurmehr den Tod des 58-Jährigen feststellen können.

Bei der Gruppe handelt es sich laut ersten Angaben der Polizei um ehemalige Arbeitskollegen, die regelmäßig gemeinsame Touren unternehmen. Die Personen stammen aus dem Raum Hessen und Niedersachsen. Auch der Sohn des Verstorbenen soll bei der Tour dabei gewesen sein.

Im Einsatz gewesen sind am Donnerstag zwölf Mann der ortsansässigen Bergwacht, sowie zwei Polizisten und eine Notärztin, die vom österreichischen Rettungshubschrauber Christoph 4 eingeflogen worden ist.

Die zehn verbliebenen Mitglieder der Truppe sind nach dem Vorfall aufgrund ihres psychischen Zustandes mit dem Hubschrauber ausgeflogen worden.

Eltern suchen ihren Sohn

Noch während der Einsatz zu dem tödlichen Unfall im Mannlgrat lief, haben sich besorgte Eltern bei der Bergwacht gemeldet, da sie ihren 25-jährigen Sohn vermissen. Er wäre ebenso in dem Gebiet unterwegs - nur vom Tal aus.

Ein Suchflug hat dann rasch Erfolg gebracht. Der Sohn hat sich etwa 250 Meter Luftlinie vom ersten Einsatzort entfernt in der Wand verstiegen. Nachdem er gefunden worden ist, hat ein Hubschrauber samt Retter ihn am Tau aus seiner misslichen Lage befreit. Er ist unverletzt geblieben.

ksl

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