Erweiterungsbau doppelt so teuer wie geplant

Trotz Kostenexplosion: Landtag billigt weitere Millionen für Obersalzberg

+
NS-Dokumentationszentrum Obersalzberg
  • schließen

Berchtesgaden - Statt 14 Millionen Euro sind nun 30 Millionen Euro für den Ausbau der NS-Gedenkstätte genehmigt. Doch das ist an Bedingungen geknüpft.

Der Haushaltsausschuss des bayerischen Landtags hat erneut rund achteinhalb Millionen Euro für den Umbau des Dokumentationszentrums am Obersalzberg freigegeben. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung. Damit steigen die Gesamtkosten auf rund 30 Millionen Euro.

Damit geht der Ärger um die Kosten für den Umbau der NS-Gedenkstätte weiter. Im Jahr 2017 erst haben die Abgeordneten steigende Kosten von 14 auf 21 Millionen Euro gebilligt und dies als absolute Höchstsumme fixiert. Anfang 2018 hat das Bauministerium jedoch darüber informiert, dass der Ausbau nochmals teurer wird. Die Gründe dafür sind vielfältig, unter anderem werden weitere Wünsche des Instituts für Zeitgeschichte, das schwierige Gelände am Berghang und Säumnisse eines externen Planers angeführt.

Die zusätzlichen Mittel zurückzuhalten, erscheint allen Abgeordneten außer denen der AfD nicht möglich, da die Arbeiten bereits auf Hochtouren laufen, heißt es bei der Süddeutschen Zeitung. Auf Gelände von Hitlers zweitem Regierungssitz wird derzeit ein Neubau für die Dokumentation errichtet. Dieser wird zum Teil in den Berghang gebaut. Zudem sollen dort fortan rund 170.000 Gäste jährlich empfangen werden. Der 1999 eröffnete Bau ist für maximal 40.000 Gäste ausgelegt.

Mit den zusätzlichen finanziellen Mitteln sind laut Süddeutscher Zeitung mehrere Bedingungen verbunden: Zum einen muss das Ministerium regelmäßig über das Projekt berichten, zum anderen werden keine weiteren Wünsche vom Institut für Zeitgeschichte akzeptiert. Auch sollen Projekte an anderen Gedenkstellen wie den ehemaligen Konzentrationslagern Dachau und Flossenbürg unterstützt werden.

Bauamt in Erklärungsnot

Das Staatliche Bauamt in Traunstein betreut den Umbau des Dokumentationszentrums am Obersalzberg. Bei der Sitzung des Haushaltsausschusses des bayerischen Landtages am Obersalzberg Ende Februar haben sich Martin Julinek, der Fachbereichsleiter für Hochbau, und seine Mitarbeiter wegen der Kostenexplosion bereits rechtfertigen müssen. Zudem gibt es auch juristischen Ärger, weil das Ministerium ein Planungsbüro für das Finanzdebakel verantwortlich macht.

ksl

Zurück zur Übersicht: Berchtesgaden

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT