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Entlastung für den Wohnungsmarkt

Kempinski Hotel Berchtesgaden lässt 64 Wohnungen für Mitarbeiter bauen

Im Dezember werden die ersten Mitarbeiter in die Personalhäuser einziehen. Der Druck am Wohnungsmarkt ist groß.
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Im Dezember werden die ersten Mitarbeiter in die Personalhäuser einziehen. Der Druck am Wohnungsmarkt ist groß.

Das von einer Tochtergesellschaft der Bayerischen Landesbank betriebene Kempinski Hotel Berchtesgaden auf dem Obersalzberg bekommt vier eigene Personalhäuser. Beim Richtfest stießen Liegenschaftsverwalter Stefan Hackl und Hoteldirektor Werner Müller auf das millionenschwere Großprojekt an. Mit 64 neuen Wohnungen will man nicht nur den „Wohnungsmarkt entlasten“, sondern auch attraktiv für knapp bemessenes Personal im Fünf-Sterne-Hotel sein.

Berchtesgaden – Die Dächer sind drauf, die Musterwohnungen schon längst fertiggestellt. Auch das Mini-Festzelt steht. Es gibt Freibier, Grillfisch, Schweinernes. Hoteldirektor Werner Müller, der seit mehr als sieben Jahren das Kempinski-Resort leitet, und Liegenschaftsverwalter Stefan Hackl, der auf dem Obersalzberg 100 Hektar Grund des Freistaats betreut, freuen sich über das Erreichte. Über die Gesamtsumme, die die Bayerische Landesbank, die Hausbank des Freistaats Bayern, hier investiert hat, will keiner der Beteiligten im Detail sprechen. Dass der Bau teuer gewesen sein muss, zeigt sich allein durch die Größe des Projekts – und bei einem Rundgang. 

„Druck auf dem Wohnungsmarkt mittlerweile groß“

„Wir wollen unseren Mitarbeitern alles bieten, was sie brauchen. Der Druck auf den Berchtesgadener Wohnungsmarkt ist mittlerweile groß“, weiß Müller. Viele seiner Hotelier-Kollegen suchen händeringend nach Mitarbeitern. Das Hotel Edelweiß im Berchtesgadener Ortszentrum hatte bereits vor mehreren Jahren ein Personalhaus mit dutzenden Zimmern gebaut. Müllers Prognose: Ohne Personalhaus hätte das Kempinski, ein an die Topografie der Bergkuppe angepasster, hufeisenförmiger mehrstöckiger Bau, bereits in zehn Jahren nicht mehr erfolgreich betrieben werden können

Vor allem in den Wintermonaten ist es für Mitarbeiter schwierig, das auf über 1000 Metern gelegene Hotel zu erreichen. Der Obersalzberg liegt dann im Schnee. „Mitarbeiter erwarten Wohnungen im Umfeld ihres Arbeitsplatzes.“ 

Was wird den Mitarbeitern geboten?

Eine Tiefgarage mit 70 Stellplätzen bildet den Grundstock des zweigeschossigen Großprojektes, für das man eine Fläche mit Wild- und Baumbewuchs neben der Bundesstraße 319 gerodet hatte. 

In vier Appartmenthäusern aufgeteilt befinden sich 58 jeweils 31 Quadratmeter große, schnittgleiche Wohnungen. Sechs weitere haben eine größere Grundfläche und eignen sich auch für Familien. Müller sagt, dass die Gebäude ausschließlich von Mitarbeitern genutzt werden dürfen. 

Entlastung für den Wohnungsmarkt

Mit 150 Mitarbeitern ist das Fünf-Sterne-Hotel ein großer Arbeitgeber in der Region. Die Bayerische Landesbank und die Betreibergesellschaft, die Berchtesgaden International Resort Betriebs GmbH, haben für Mitarbeiter im weiteren Umfeld mehrere Häuser angemietet – noch. Im Ortsteil Buchenhöhe etwa wohnt Personal. In der Oberau haben die Betreiber zwei Appartmenthäuser mit jeweils sieben Wohnungen. Ein Mietvertrag wurde kürzlich gekündigt. Auch die anderen Häuser sollen wieder frei werden. „Damit entlasten wir den Markt, weil die Wohnungen wieder zur Verfügung stehen“, sagt Hoteldirektor Werner Müller. 

Rund 50 Prozent der Belegschaft stammt aus der Region und wohnt im Berchtesgadener Talkessel. Die andere Hälfte macht nur für ein paar Jahre vorübergehend Station im Kempinski – „für den Lebenslauf“, sagt Müller, der aus dem mittelschwäbischen Krumbach stammt und den es vor sieben Jahren nach Berchtesgaden verschlug. „Ich habe mehr als zehn Jahre meines Lebens in Personalhäusern gelebt“, unter anderem in St. Moritz, in Liechtenstein und Dubai.  

Arbeitgeber muss attraktiven Arbeitsplatz schaffen

Inzwischen müsse der Arbeitgeber potenziellem Personal deutlich mehr bieten, um es überhaupt noch von sich zu überzeugen: In den Personalhäusern wird es ein Fitnessstudio für Bewohner geben. Ein multifunktionaler Mehrzweckraum soll je nach Bedürfnis genutzt werden können. Terrassen und Balkons sind Standard, jede Wohnung hat ein eigenes Kellerabteil. Ein kleines Bächlein auf dem Grundstück soll neu gestaltet und durch Grillmöglichkeiten und Sitzgelegenheiten ergänzt werden. Angedacht ist ein zentraler Platz mit Gehweg und Bepflanzung. Damit soll der Freizeitwert für das Personal gesteigert werden. Eine Packstation auf dem Gelände wird das Versenden von Paketen ermöglichen. „Das Ziel ist, dass unsere Mitarbeiter nur noch zum Einkaufen in den Ort runterfahren müssen“, prognostiziert Werner Müller. 

Das Personalhaus-Projekt beschäftigt den Hotelier, seitdem er auf dem Obersalzberg arbeitet. „2015 hatten wir bereits die Idee.“ Ein paar Jahre später inspizierte Müller mit Landesbank-Gefolgschaft die acht modernsten Personalhäuser weit und breit. Seitdem wird das Projekt vorangetrieben. 

Im Dezember sollen die ersten 30 Mitarbeiter einziehen. Bis Mai kommenden Jahres wird die Baustelle abgeschlossen, dann zieht der Rest ein. „Der Region und dem Wohnungsmarkt wird das guttun“, sagt Kempinski-Direktor Müller. 

Das Kempinski Hotel Berchtesgaden wurde nach der Freigabe des ehemaligen Führersperrgebiets Obersalzberg durch die Amerikaner im Rahmen des Zwei-Säulen-Konzepts der bayerischen Staatsregierung zur Wiederbelebung des Tourismus durch eine Tochtergesellschaft der Bayerischen Landesbank errichtet. Das Luxushotel wurde im Jahr 2005 eröffnet. Bis 2014 firmierte das Haus unter anderem Betreiber als InterContinental Berchtesgaden Resort.

kp

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