Verantwortliche ziehen positive Bilanz - über 210.000 Besucher

"Haus der Berge" feiert 1. Geburtstag

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Formgebendes Element des Nationalparkzentrums „Haus der Berge“ in Berchtesgaden ist die Bergvitrine aus Wetterstahl, Glas und Holz. Was das Herz vieler Architekturfans höher schlagen lässt, ist vor Ort nicht jedermanns Geschmack. Doch die Inhalte des neuen Nationalparkzentrums überzeugen die Besucher. Am 24. Mai 2014 ist das Haus der Berge offiziell ein Jahr lang in Betrieb.

Berchtesgaden - Fast auf den Tag genau ein Jahr ist es her, dass das Haus der Berge eröffnet hat. Zeit für die Verantwortlichen auf ein erfolgreiches Jahr zurückzublicken:

Am 24. Mai 2013 öffnete das neue Nationalparkzentrum „Haus der Berge“ in Berchtesgaden offiziell seine Türen. Ein Jahr danach haben bereits über 210.000 Gäste das Zentrum besucht, 92.000 haben sich die Ausstellung „Vertikale Wildnis“ angesehen. Über 8.000 Gäste hat das Haus der Berge-Team bereits persönlich durch das Zentrum geführt. „Das ist ein tolles Ergebnis“, freut sich Haus der Berge-Chef Ulrich Brendel. In diesem Jahr wurden die Werbemaßnahmen weiter verstärkt, um auch die Nebensaison künftig noch besser auszulasten. Nach anfänglicher Kritik aus der Bevölkerung sind viele Kritiker verstummt – die Zahlen sprechen für sich und die Ergebnisse der Besucherbefragung eine deutliche Sprache.

210.000 Gäste haben das „Haus der Berge“ im vergangenen Jahr besucht, über 92.000 waren in der Ausstellung „Vertikale Wildnis“. Ein Grund zum Feiern auch für die Mitarbeiter des Nationalparkzentrums. Grundschüler aus Burghausen feiern mit.

Ein Jahr nach der feierlichen Eröffnung mit Festakt und großem Bürgerfest ist das neue Nationalparkzentrum „Haus der Berge“ bei Gästen und Einheimischen angekommen. Die erste Bilanz der Nationalparkverwaltung fällt sehr positiv aus, die zahlreichen Besucher sind begeistert von der Ausstellung, den günstigen Eintrittspreisen und den vielseitigen Angeboten im neuen Nationalparkzentrum. Gästebuch-Einträge wie „Eine sehr informative und lehrreiche Ausstellung“ von Günther und Christine aus dem Pfälzer Wald, „Die Ausstellung ist der Hammer, für jeden Urlauber ein MUSS“ von Familie Höfler aus Düsseldorf oder „Wir kommen gerne wieder, tolle Aufnahmen, unsere Heimat ist einfach phantastisch“ von Familie Hölzl aus dem Landkreis Berchtesgadener Land sind keine Seltenheit. Doch bevor das „Haus der Berge“ mit seinem „Dreiklang“ aus Informationszentrum, Bildungszentrum und Außengelände neue Töne im Alpenraum anstimmen konnte, gab es einige Dissonanzen. Die Bergvitirine aus rostrotem Wetterstahl sowie die Fassadengestaltung mit Naturstein-Gabionen und Lärchenholz – freigegeben zur Verwitterung – trafen nicht jedermanns Geschmack. So war die Rede von „Schuhschachtelarchitektur“ oder gar dem „Haus der Zwerge“. Verantwortliche und Befürworter hielten dagegen mit „dem Leuchtturmprojekt des oberbayerischen Tourismus“ und „einer Strahlkraft weit über die Region hinaus“. Auch heute noch spotten Stimmen mit Begriffen wie „Rostalm“ über die außergewöhnliche Architektur des Zentrums, die Auszeichnungen für Haus und Ausstellung sprechen jedoch eine andere Sprache. Erst kürzlich wurde das „Haus der Berge“ in Schottland mit dem dritten Preis beim internationalen, renommierten Museumspreis „Micheletti Award“ ausgezeichnet. Focus online zählt das „Haus der Berge“ gar zu den zehn spektakulärsten Museen der Welt.

Das Gesamtkonzept im „Haus der Berge“ folgt einer Wanderung vom Grund des Königssees bis hinauf zu den Gipfeln der Berchtesgadener Alpen. Entlang der vier Hauptlebensräume Wasser, Wald, Alm und Fels im einzigen alpinen Nationalpark erleben die Besucher des Informationszentrums die Anpassungsstrategien von Tieren und Pflanzen an ihren Lebensraum, wagen einen Blick in die Geschichte der Region und erkunden Zukunftsszenarien, erfahren Geschichten von der Alm und werden an Medienstationen als Nationalpark-Manager aktiv. Als großes Finale präsentieren die Ausstellungsmacher in der formgebenden Bergvitrine einen Naturfilm auf einer 15 mal elf Meter großen Leinwand.

ulia Herzog (2.v.r.), stellvertretende Leiterin des Bildungszentrums, erforscht mit einer Gruppe das neue Bildungsmodul „Wiesenkiste“. Im Bildungszentrum wurden im ersten Jahr bei 180 Veranstaltungen über 3.550 Personen betreut, vorrangig Schulklassen. An Veranstaltungen im Bildungszentrum können angemeldete Gruppen und Schulklassen teilnehmen.

„Mehr als die nackten Besucherzahlen freuen uns die Rückmeldungen der Gäste zur Qualität der Ausstellung. Mit einem derart positiven Ergebnis hätten wir nicht gerechnet.“, freut sich Uli Brendel. In den vergangenen acht Monaten hatte die Firma „PSY:PLAN“, ein Institut für Architektur- und Umweltpsychologie aus Berlin, die Ausstellung „Vertikale Wildnis“ umfassend evaluiert. Über 1.700 Besucher wurden nach statistischen Daten und ihrer Meinung zur Ausstellung gefragt. Die Ergebnisse liegen aktuell vor. Demnach bewerten knapp 80 Prozent der Besucher die Ausstellung „Vertikale Wildnis“ als „sehr interessant“ beziehungsweise „interessant“, ebenfalls knapp 80 Prozent befinden die Inhalte als „sehr verständlich“ beziehungsweise „verständlich“ und ebenso „sehr lehrreich“ wie „sehr eindrucksvoll“. Der durchschnittliche Besucher der Ausstellung ist rund 40 Jahre alt, ist allein oder zu zweit unterwegs, kommt aus Bayern oder Nordrhein Westfalen und hat das „Haus der Berge“ aufgrund einer Empfehlung von Tourist-Informationen, Gastgebern oder Freunden und Bekannten besucht. Als Höhepunkte der Ausstellung nannten die Befragten „Die tollen Exponate“, „Die liebevollen Details“, „Die Mischung aus digitalen Medien und direktem Anschauungsmaterial“ oder auch einfach „Alles, die Ausstellung ist perfekt!“. Verbesserungsvorschläge wie „Mehr Sitzgelegenheiten“ oder eine „Nutzerfreundlichere Programmierung der Medienstationen“ wurden bereits umgesetzt, an weiteren Touren für den Audioguide und an den Außenanlagen wird aktuell gearbeitet. Auch 2014 werden die PSY:Plan-Geschäftsführer und Diplom Psychologen Nicola Moczek und Prof. Dr. Riklef Rambow ihre Analysen und Befragungen im „Haus der Berge“ fortsetzen.

Herzstück des „Haus der Berge“ ist das Bildungszentrum im unteren Teil des Geländes. Andrea Heiß, Leiterin des Bildungszentrums ist zufrieden: „Im ersten Jahr haben wir bei 180 Veranstaltungen insgesamt 3.552 Personen, vorrangig Kinder, betreut. Für die Sommersaison 2014 sind wir schon sehr gut gebucht“. Im Bildungszentrum arbeitet ein engagiertes und kreatives Team an attraktiven Angeboten für eine zeitgemäße Umweltbildungsarbeit. In den vier Lernräumen Wasserlabor, Waldwerkstatt, Wiesenküche und Felsenblick nehmen angemeldete Gruppen und Schulklassen die vier Hauptlebensräume des Nationalparks genauer unter die Lupe. Ab sofort wird auch das Außengelände für Bildungszwecke genutzt.

Seit der Eröffnung wurden sechs Wechselausstellungen bei kostenfreiem Eintritt im „Haus der Berge“ gezeigt, zahlreiche Veranstaltungen und Vortragsreihen haben stattgefunden. Für die Zukunft sind weitere, attraktive Aktionen geplant: Von Juni bis September ist die Ausstellung im Haus der Berge jeweils donnerstags und freitags bis 20 Uhr geöffnet, letzter Einlass ist um 19 Uhr. Die Gastronomie ist an diesen Tagen bis 22 Uhr geöffnet. Im Juli, passend zur Fußball-Weltmeisterschaft, wird die Ausstellung „World Champions of Nature“ gezeigt, Ende des Jahres stellt die Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) ihre preisgekrönten Bilder des Jahres 2013 aus. Führungen durch die Ausstellung bietet das „Haus der Berge“-Team bis Ende Oktober von Montag bis Freitag, Feiertage ausgenommen, täglich um 9:30 Uhr kostenlos an. „Außerdem planen wir, die Angebote im Foyer-Kino noch attraktiver zu gestalten und verschiedene Naturfilme im Wechsel zu zeigen“, verrät Brendel weitere geplante Modernisierungen.

Infos zur Haus der Berge gibt es im Web unter www.haus-der-berge.bayern.de.

Pressemitteilung Nationalparkverwaltung Berchtesgaden

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