Daten, Transparenz und eine offene Diskussion

Grundsteine für das Fachforum Huftiermanagement im Nationalpark Berchtesgaden gelegt

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Berchtesgaden -  Das Fachforum Huftiermanagement im Nationalpark Berchtesgaden ist gestartet. Die Verantwortlichen haben am Mittwoch (28. August) die Rahmenbedingungen dazu geschaffen. Bis Ende des Jahres soll es Ergebnisse geben.

Die Pressemitteilung im Wortlaut:

„Ein wichtiges und interessantes Treffen!“, so das Fazit der Teilnehmenden der Auftaktveranstaltung des Fachforums Wildtiermanagement zu dem der Nationalpark Berchtesgaden ins Haus der Berge eingeladen hatte.

Auch wenn die Unterschiede in der Beurteilung des bestehenden Jagdkonzepts im Nationalpark durch die verschiedenen Verbandsvertreter schnell deutlich wurden, war man sich in der Zielsetzung einig: Das Schalenwild (Huftiere) ist im komplexen Ökosystem des Nationalparks ein wichtiger Baustein. Die Wechselwirkungen zwischen Tier- und Pflanzenwelt sind komplex und enden nicht an den Grenzen des Schutzgebiets. In den nächsten Monaten soll nun gemeinsam diskutiert werden, was es braucht, um sowohl den fachlichen Ansprüchen als auch den gesellschaftlichen Erwartungen an ein modernes Huftiermanagement gerecht zu werden. Parallel sollen aus diesen Diskussionen Empfehlungen für die Weiterentwicklung des Nationalparks abgeleitet werden.

Der Einladung der Nationalparkverwaltung Berchtesgaden zur Etablierung eines Fachforums Wildtiermanagement im Rahmen der Fortschreibung des Nationalparkplans folgten am Mittwoch zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der betroffenen Interessengruppen vom Bayerischen Jagdverband, der Hochwildhegegemeinschaft über den Landesbund für Vogelschutz bis hin zum Verein der Freunde des Nationalparks, um einige beispielhaft zu nennen. Den Impuls für die Veranstaltung im Haus der Berge gaben die aktuellen öffentlichen Diskussionen rund um den Umgang mit Rot- und Gamswild im Nationalpark.

Den gut 25 Teilnehmenden war bewusst, dass vor Beginn der eigentlichen fachlichen Auseinandersetzung der Rahmen für die künftige Zusammenarbeit geklärt werden muss. Unter der Begleitung externer Moderatoren beschrieben die lokalen Vertreter undüberregionalen Experten aus Jagd, Tierschutz, Naturschutz und Wildbiologie ihre persönlichen Erwartungen an das Fachforum. In einer intensiven Diskussion, die zeitweise auch emotional und kontrovers geführt wurde, legten die Teilnehmer gemeinsam einen thematischen Fahrplan für die weiteren Treffen fest. Dieser Fahrplan spiegelt die Vielfalt des Forums, aber auch die Komplexität des Umgangs mit Schalenwild in einem Nationalpark wider.

Wichtig war allen, den Blick in die Zukunft zu richten, um eine fachlich fundierte sowie regional umsetzbare Handlungsstrategie für den Nationalpark und die Betroffenen im Umkreis zu entwickeln. Die Fülle der Themen und damit verbundenen Aufgaben, die in kommenden Wochen und Monaten vor den Teilnehmenden liegen, ist groß: Sie reicht von der Analyse der bestehenden Daten und ihrer transparenten Darstellung, der Formulierung von

Anforderungen und Grundlagen für ein Managementsystem für Schalenwild in einem Nationalpark, in dem nur noch auf wenigen Flächen außerhalb der Kernzone gejagt wird. Auch die Ansprüche der verschiedenen Wildarten, der Verbiss, die Waldökologie bis hin zum Gesamt-Ökosystem Nationalpark, aber auch die Jagdpraxis, Kommunikation und Transparenz mit der Öffentlichkeit sowie der gesetzliche Rahmen und Auftrag rund um die Bewirtschaftung von Wildtieren soll beleuchtet werden.

Neben konkreten Maßnahmen vor Ort geht es auch darum, Empfehlungen für ein neu konzipiertes Monitoringsystem und Forschungsideen für die Nationalparkverwaltung zu entwickeln. „Das war nur der Anfang,“ stellte Roland Baier, Leiter der Nationalparkverwaltung, abschließend fest, „die Nationalparkverwaltung hat bereits heute ein paar Hausaufgaben vom Fachforum erhalten, die werden wir jetzt abarbeiten. Ich freue mich schon auf die nächste Veranstaltung und die konkrete Diskussion auf der Fläche.“

Pressemeldung Fachforum Huftiermanagement

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