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Umdenken im Berchtesgadener Talkessel

Grabrede fürs Gastgeberverzeichnis: Aus für millionenfach gedruckte Broschüre zur Urlaubsbuchung

Über Jahrzehnte war das Gastgeberverzeichnis an hunderttausende Gäste verschickt worden. Mit nur noch knapp über 6000 Stück im vergangenen Jahr sind die Touristiker aber nicht mehr zufrieden.
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Über Jahrzehnte war das Gastgeberverzeichnis an hunderttausende Gäste verschickt worden. Mit nur noch knapp über 6000 Stück im vergangenen Jahr sind die Touristiker aber nicht mehr zufrieden.

Das Gastgeberverzeichnis des Zweckverbands Bergerlebnis Berchtesgaden wird ab sofort nicht mehr in Printform aufgelegt. Das Aus des seit Jahrzehnten gedruckten Prospekts, der an potentielle Gäste verschickt wurde, bestätigte Zweckverbandsvorsitzender Dr. Bartl Wimmer während der jüngsten Verbandsversammlung. Die Touristiker setzen künftig auf “online”. Einen Abgesang an Print-Prospekte soll die Entscheidung jedoch nicht bedeuten.

Berchtesgaden - Schönau am Königssees Bürgermeister Hannes Rasp war kürzlich in einem Autohaus. Er habe sich nach Modellen erkundigt, erzählt er. Rasp fragte nach einem Prospekt. Erhalten habe er einen QR-Code. Alle Infos seien online darüber zu finden, hieß es. Seinen Ausführungen nach war der Bürgermeister der Tourismusgemeinde etwas verwundert. Immerhin ist er ein “Papiermensch”, wie er sagt. 

Nur 6200 Stück im vergangenen Jahr

Verwundert sein dürften künftig auch so manche Gäste des Berchtesgadener Talkessels, wenn sie sich nach dem Gastgeberverzeichnis erkundigen. Mehrere Zehntausend Stück betrug die Auflage Jahr für Jahr. „Im vergangenen Jahr haben wir aber nur noch 6200 Stück verschickt”, sagt Teresa Hallinger, Abteilungsleiterin Destinationsmanagement beim Zweckverband. Für die Verantwortlichen: viel zu wenige. Wer im Gastgeberverzeichnis aufgenommen werden wollte, musste bezahlen. Von über 2000 Gastgebern taten das im vorvergangenen Jahr nur 458. Dieses Jahr waren es gerade mal noch 341.

All der Aufwand rechtfertige das Produkt nicht mehr. Kosten und Nutzen standen in keinem Verhältnis mehr, sagt Wimmer. In den Versammlungen der Tourismusvereine wurde hitzig diskutiert. „Wir haben das auf breiter Front besprochen”, sagt Hallinger. Am Schluss herrschte Einigkeit. Danach war der Entschluss getroffen: Das Gastgeberverzeichnis ist gestorben. 

Vielfältige Gründe

Die Gründe für das Ende seien vielfältig: „Einer der wichtigsten ist die Nachhaltigkeit”, so Hallinger. Ganz so konsequent bleiben die Verantwortlichen aber in Sachen Nachhaltigkeit nicht: Natürlich soll es auch weiterhin Print-Produkte zu verschiedenen Themen geben. Radprospekte und Ausflugszielehefte, Sommer hier, Winter da. Mountainbike-Karten und bunte Bildbroschüren werden auch in Zukunft in den Prospektständern zu finden sein. Die Angebotspalette bleibt vielfältig. Ein Fokus soll auf eine Image-Broschüre gelegt werden, etwas „Magazinartiges”, heißt es. „Es muss sich aber auf das beschränken, was einen tatsächlichen Mehrwert hat”, sagt Wimmer. 

Wir haben festgestellt, dass sich die meisten Gäste überwiegend online informieren”, weiß Teresa Hallinger. Das Einstampfen des Gastgeberverzeichnisses ist zudem an Bedingungen geknüpft. Denn so mancher „kleine” Vermieter hatte die Befürchtung geäußert, im ganzen Angebots-Wirrwarr künftig unterzugehen und nicht auffindbar zu sein. „Voraussetzung ist, dass wir auf unsere Gastgeber intensiv zugehen und sie online besser platzieren werden”, sagt Hallinger. Mitarbeiter des Zweckverbands seien eigens dafür geschult worden.

„Zukunft ist online“

„Wir wollen verstärkt in die Gastgeberberatung einsteigen”, verspricht auch Zweckverbandsvorsitzender Bartl Wimmer. Er beteuert eine Unterstützung auf breiter Front, um die Buchbarkeit im eigenen Online-System zu verbessern. „Die Zukunft ist online.”

Schönau am Königssees Bürgermeister Hannes Rasp bezeichnet den Abgesang ans bewährte Print-Produkt als „mutige Entscheidung”. Bartl Wimmer sagt: „Es gibt Dinge, die haben sich einfach überlebt.”

kp

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