Neues von der Sanierung der Kehlsteinwege

Straßenneubau - aber kein Schwerlastverkehr mehr durchs Endstal

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Kein Schwerlastverkehr mehr durchs Endstal
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Berchtesgaden - Die Sanierung der Kehlsteinwege ist in vollem Gange. Ein ganz wichtiger Punkt dabei sind die Wege im Wasserschutzgebiet der Endstalquelle. Hier sollen ganz besondere Schutzmaßnahmen getroffen werden:

"Das hier ist der dritte Infotermin nach den runden Tischen", startete Forstbetriebsleiter Dr. Daniel Müller in die Informationsveranstaltung zu denaktuellen Sanierungsarbeiten auf den Kehlsteinwegen .

Nach einem kurzen Hinweis, dass "sich im Laufe der Sanierungsarbeiten herausgestellt hat, dass mancherorts auch außerhalb der Bankette belastetes Material entfernt wurde, kam er recht schnell auf sein Hauptanliegen zu sprechen. 

Kein Schwerlastverkehr mehr im Endstal

"Es wird zukünftig keinen Schwerlastverkehr im Wasserschutzgebiet Endstal geben. Wenn der giftige Teer abgetragen ist, dann sollen Fahrzeuge zukünftig aus diesem Bereicht verbannt werden. Lediglich die Rettungskräfte und der Nationalpark werden noch die Möglichkeit haben, dieses Gebiet zu durchqueren.

Für die Entsorgung des giftigen Belags in diesem Bereich und um die spätere Nutzung durch den Forstbetrieb Berchtesgaden sicherzustellen, soll eine ehemalige Trasse, zur Bau- und Forststraße ausgebaut werden. Diese Trasse beginnt beim Fußweg zur Ligoascht-Alm und führt zur bestehenden Straße. Die neue Trasse soll rund 1,4 Kilometer lange sein, circa drei Meter breit und maximal 17 Prozent steil werden

Sowohl die Natur, als auch die Erholungssuchenden werden vom Wegfall des Schwerlastverkehrs in diesem Bereich profitieren", begrüßte der Stellvertretende Leiter vom Nationalpark Berchtesgaden Uli Brendel  diese Entscheidung.

Das Wasserschutzgebiet im Blick

Grund für diese Entscheidung ist die Sicherstellung des Wasserschutzgebietes und der Wasserquellen. In der ursprünglichen Planung war vorgesehen, dass man diesen Teil im Anschluss an die bisherigen Sanierungsmaßnahmen in Angriff nimmt. Um Sicherzustellen, dass keinerlei Verunreinigung in das Grundwasser gelangt, hätte man allerdings eine lange Rohrleitung bis in die Endstalkurve verlegen müssen um das Wasser von der Straße abzuleiten. 

"Die aktuelle Wetterlage mit den anhaltenden Regenfällen macht die ganze Sache auch nicht einfacher. "Wir bräuchten rund 26 trockene Tage, die wir ja eigentlich um diese Jahreszeit haben, um nach Abtragen des giftigen Materials auch so schnell wie möglich die neue Deckschicht aufzutragen", so Dr. Müller. 

Und ergänzt: "Die LKWs können auf der schmalen Straße aber nicht gleichzeitig giftiges Material abtransportieren und Neues transportieren. Durch die neue Trasse kann das giftige Material nun abtransportiert werden und wir verbannen zukünftig auch noch den Schwerlastverkehr aus diesem sensiblen Bereich."

"Die beste Lösung ist gar kein Verkehr mehr dort"

Auch die Marktgemeinde Berchtesgaden zeigt sich mit dieser Entscheidung zufrieden. "Die Scharitzkehlquelle ist aufgrund der ziemlich dünnen Humusschicht nur relativ schlecht geschützt und darum sehr störanfällig", erklärt Bürgermeister Franz Rasp. 

Und ergänzt: "Die beste Lösung ist daher überhaupt keinen Verkehr mehr im Schutzgebiet zu haben. Der Ausbau des giftigen Teers beinhaltet zwar immer noch ein gewisses Risiko, aber das ist der Preis, den wir für den zukünftig besseren Schutz zu zahlen haben. Immerhin sind die Scharitzkehlquelle und die Wasserversorgung sozusagen das zweite Standbein der Gemeinde, denn die Gebiete am Obersalzberg und das Hotel Kempinski werden mit diesem Wasser versorgt. 

Fällt der Wassernachschub aus dem Endstal ausfällt, kann die Versorgung nur noch ersatzweise auch mit auf den Berg gepumptem Wimbachwasser erfolgen.

Um alle Gefahren auszuschließen, soll die Quelle während der Bauarbeiten aus dem Versorgungsnetz genommen werden und der Straßenbereich rund um die Quelle voraussichtlich mit einer Spritzasphaltdecke versehen werden.

Derzeit keine Kostensteigerung zu erwarten 

Klaus Gerlach, der sich seitens der Bürgerinitiative sehr für den Erhalt der Kehlsteinwege eingesetzt hatte, kritisierte die Vorgehensweise, da er eine nicht unerhebliche Kostensteigerung erwartet. 

"Da wir an anderen Stellen bisher auch zahlreiche Einsparungen verzeichnen konnten, gibt es derzeit keine Anzeichen dafür, dass wir den Kostenrahmen nicht einhalten können", konterte Dr. Daniel Müller.

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