„#AlleFür1Komma5“

„Politisches Totalversagen“ - Fridays For Future demonstriert in Berchtesgaden

Am Freitag (19. März) findet der siebte globale Klimastreik statt. Auch die Fridays For Future Gruppe in Berchtesgaden demonstriert - mit coronaformen Konzepten.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Berchtesgaden - Am Freitag, den 19. März findet der siebte globale Klimastreik von Fridays For Future unter den Mottos #AlleFür1Komma5 und #NoMoreEmptyPromises statt. Aufgrund der sich weiter zuspitzenden Infektionslage in der COVID19-Pandemie ruft die Bewegung weltweit zu alternativen Aktionsformen auf.

Statt größere Gruppen unkontrolliert auf die Straße zu mobilisieren wird die Berchtesgadener Ortsgruppe ihren Protest auf zwei verschiedenen Wegen kundtun: Mit einer Straßenkreideaktion nutzt FFF Berchtesgaden die Chance, epidemiologisch unbedenklich ihre Forderungen und Botschaften zu verbreiten. Ziel ist es, möglichst viele Menschen mit den Straßenmalereien zu erreichen.

Gleichzeitig werden die Klimaaktivist:innen im Talkessel am Freitag dezentral streiken. Dafür teilen sich die Aktivist:innen in Kleingruppen (2-4 Personen) auf, um ihre Botschaften mit Transparenten und Plakaten an verschiedenen Orten im Talkessel zu präsentieren. Es wird dauerhaft ein Mindestabstand von 1,5m gehalten und FFP2-Masken getragen.

„Wir nehmen jede Krise ernst. Die Corona-Krise ist eine akute Gesundheitsgefahr für viele Menschen. Die Klimakrise aber eskaliert weiter und wird die größte Bedrohung für menschliche Gesundheit und Gerechtigkeit aller Zeiten. Im Kern stecken wir gerade knietief in einer Menschheitskrise, denn wenn wir nicht endlich aufhören, massenhaft CO 2 in die Luft zu schießen als gäbe es kein Morgen, wird die globale Erwärmung zur echten existenziellen Bedrohung für die menschliche Spezies.

Die 1,5 Grad-Grenze ist bereits ein schwer ertragbarer Kompromiss aus dem Pariser Klimaabkommen. Doch es fehlt an politischen Antworten auf diese Menschheitskrise. Es gibt keine im Bundestag vertretene Partei, die einen konkreten Plan für 1,5 Grad hat. Das ist nicht nur politisches Totalversagen, sondern im Kern völkerrechtswidrig!“ sagt Antonia Lagler aus der Ortsgruppe Berchtesgaden.

Forderung: Klimagerechtigkeits-Plan

Fridays For Future macht mit dem Motto #AlleFür1Komma5 deutlich, dass sich Regierungen weltweit zur Einhaltung des Pariser Abkommens und damit auch zum 1,5 Grad-Ziel verpflichtet haben. Es ist bereits ein Kompromiss, der gerade für Länder des globalen Südens teils katastrophale Auswirkungen bedeutet.

Die deutsche Bundesregierung aus CDU, CSU und SPD zeigt eindrücklich, wie sehr sie momentan an der Menschheitsaufgabe Klimagerechtigkeit scheitert. Keine der im Bundestag vertretenen Parteien hat derzeit einen konkreten Plan für 1,5 Grad. Deswegen geht der Kampf um Klimagerechtigkeit weltweit weiter und gerade in Deutschland fordert FFF alle zur Bundestagswahl antretenden Parteien dazu auf, einen konkreten 1,5 Grad-konformen Klimagerechtigkeits-Plan zu entwickeln.

„In Zukunft wird sich unsere Art zu Leben und zu Wirtschaften fundamental verändern. Wir sehen doch jetzt schon drastische Veränderungen in unserer Welt. Die Frage ist nur, ob wir diese Veränderungen in Zukunft Naturgewalten überlassen, oder sie durch politischen Gestaltungswillen selbst in die Hand nehmen und eine positive, gerechtere Welt schaffen!

Ersteres würde katastrophale, für die menschliche Spezies existenzbedrohende Auswirkungen mit sich bringen. Dass derzeit keine der im Bundestag vertretenen Parteien einen konkreten Plan für die Einhaltung des Pariser Klimaschutzabkommens hat, verdeutlicht das politische Totalversagen und die Verantwortungslosigkeit der Politik. Wir sind #AlleFür1Komma5 und werden die Bundestagswahl wieder zu einer Klimawahl machen!“ sagt Johanna Riese aus der Ortsgruppe Berchtesgaden.

Pressemitteilung Fridays For Future Berchtesgaden

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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