Feuerwehr und Rotes Kreuz übten gemeinsam

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Die Übung des BRK und der Feuerwehr verlief erfolgreich

Berchtesgaden - Wenn jetzt ein Unfall passiert, kann man sich auf die gute Zusammenarbeit von Feuerwehr und Rotem Kreuz verlassen. Denn der Probeeinsatz verlief gut:

Die Freiwilligen Feuerwehren Berchtesgaden und Königssee, die BRK-Bereitschaften Bad Reichenhall und Berchtesgaden und der Rettungsdienst des Berchtesgadener Roten Kreuzes haben in der Königsseer Straße bei einem angenommenen Verkehrsunfall mit zwei beteiligten Autos und einem Radfahrer die technische Hilfeleistung, die notfallmedizinische Versorgung und das im Rettungsdienstbereich Traunstein relativ neue, nichtärztliche Sichtungsverfahren „mSTaRT“ (modified simple triage and rapid treatment) beübt. Bei Dunkelheit, Starkregen und nasskalter Witterung wirkte das vorbereitete Szenario schaurig-realistisch und verlangte den Mimen und Einsatzkräften viel ab.

„Wir üben heute vor allem die Kommunikation innerhalb der Teams und zwischen Feuerwehr und Rotem Kreuz, denn im Ernstfall müssen die medizinische Versorgung und die technische Rettung mit Spreize oder Schere genau aufeinander abgestimmt sein“, erklärt Ausbilder und Mitorganisator Hermann Scherer; er leitet die Rettungswache des Berchtesgadener Roten Kreuzes, engagiert sich in seiner Freizeit ehrenamtlich bei der Feuerwehr und ist einer der vorbestimmten Örtlichen Einsatzleiter (ÖEL) im Landkreis.

Als das erste Rettungsmittel eintrifft, liegt ein Unfallauto auf dem Dach, das Zweite ist auf die Fahrerseite gestürzt. Die insgesamt sieben Insassen und der ebenfalls beteiligte Radfahrer sind zum Teil schwerstverletzt und eingeklemmt. Helfer und Ausrüstung reichen in den ersten Minuten nicht aus, um alle Beteiligten adäquat entsprechend der modernen Notfallmedizin zu versorgen. Die Sanitäter und Feuerwehrleute müssen innerhalb kürzester Zeit entscheiden, wer sofort Hilfe braucht und wen sie nur notdürftig versorgen oder warten lassen können, bis weitere Einheiten eintreffen.

Einsatzleiter Rettungsdienst ist heute Daniel Wohlrab von der Rettungswache Berchtesgaden; er leistet den Dienst ehrenamtlich und fährt von zu Hause aus zum Unfallort – bis er eintrifft übernimmt Rettungsassistent Florian Baumann vom ersten Rettungswagen die Einsatzleitung, nimmt die Einteilung des Raums vor, gibt Lagemeldungen an die Leitstelle ab und verteilt die Arbeiten; das mSTaRT-Sichtungsteam stellen Hans Ebner und Stephan Schmutzler – beide arbeiten eigentlich als Gastwirt oder Disponent in der Leitstelle, zugleich aber ehren- und nebenamtlich im Rettungsdienst mit und müssen im Ernstfall die gleiche Leistung wie ihre hauptberuflichen Kollegen erbringen, denn der Notfallpatient macht keinen Unterschied.

Fotos: Übungseinsatz von Feuerwehr und BRK

„Bei größeren Schadenslagen mit mehr Patienten setzen wir bedarfsweise auch mehrere Sichtungsteams ein, um Zeit zu sparen; alle Helfer wurden mittlerweile auf mSTaRT geschult und sollten fit sein“, berichtet Scherer. Das System ist simpel und erklärt sich fast von selbst, wobei die Rettungsassistenten auch ohne einen Notarzt innerhalb kurzer Zeit nach einem festen Schema Behandlungs- und Transportprioritäten festlegen können. Dadurch sollen die Überlebens- und Heilungschancen der Beteiligten steigen. Mit den farbigen Karten finden nachrückende Kräfte wesentlich schneller und sicherer jene Patienten heraus, um die sie sich zuerst kümmern sollten.

Während die Feuerwehr die instabilen Fahrzeuge sichert, übernehmen die Sanitäter und der Notarzt die medizinische Versorgung der Verletzten. Sie orientieren sich dabei an der Reihenfolge, die Ebner und Schmutzler festgelegt haben. Nach rund einer Stunde ist das Szenario komplett abgearbeitet; die Helfer waren besonders schnell, weil keiner länger im ungemütlichen Regen ausharren wollte. Insgesamt waren sieben Feuerwehrfahrzeuge sowie drei Rettungs- und drei Krankenwagen des Roten Kreuzes beteiligt; zusätzlich auch der Einsatzleiter Rettungsdienst und ein Notarzt.

Pressemitteilung BRK

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