Dr. Roland Baier ist neuer Leiter im Nationalpark Berchtesgaden

"Ich habe für die Belange der Natur stets ein offenes Ohr"

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Amtsübergabe im Nationalpark Berchtesgaden
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Berchtesgaden - Der Nationalpark Berchtesgaden hat einen neuen Leiter. Am 1. August fand die feierliche Stabübergabe von Dr. Michael Vogel an Dr. Roland Baier statt. 

" Wir haben einfach den schönsten Nationalpark hier in Berchtesgaden", so startete Uli Brendel (Stellvertretender Leiter Nationalpark Berchtesgaden), in seine Eröffnungsrede zur Amtsübergabe im Nationalpark Berchtesgaden. Nach 16 Jahren wurde Dr. Michael Vogel am 01. August in den Ruhestand verabschiedet, neuer Leiter ist nun Dr. Roland Baier.

Nach einer kurzen persönlichen namentlichen Begrüßung der anwesenden Gäste, und "einer ganze Latte an Leuten aus dem Naturschutz, von denen mir hoffentlich keiner böse ist, weil ich den ein oder anderen Namen nicht aufzähle", so Brendel, übergab er das Rednerpult an die Redner.

Dr. Ulrike Scharf, Bayerische Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz

Umweltministerin Dr. Ulrike Scharf

Als Erstes ergriff Dr. Ulrike Scharf das Wort: "Kommunalpolitik hat das Ohr am Menschen. Eine gute Kommunalpolitik bildet das Wurzelwerk zwischen Politik und den Bürgern vor Ort. Es ist ein schönes und deutliches Zeichen, wie viele Menschen heute gekommen sind. 

Das Thema Nationalpark beschäftigt mich sehr stark. Und zwar nicht nur was die Zahlen oder die Einnahmen angeht, sondern für mich ist der Nationalpark Manna für die Seele. Eigentlich müsste man jeden Besuch im Nationalpark auf Rezept verschrieben bekommen". 

Dr. Scharf überreicht Dr. Vogel den Bayerischen Löwen

Und ergänzt: "Herr Dr. Vogel, Sie haben die Geschichte des Nationalpark mit sehr viel Geschick, Sachverstand und Menschlichkeit gelenkt. Schweren Herzens und mit viel Respekt vor Ihrem Engagement verabschieden wir sie heute. Sie waren ein tatkräftiger Geburtshelfer für dieses Juwel. Sie haben es excellent verstanden, die unterschiedlichen Anliegen rund um den Naturschutz miteinander zu verbinden". Zum Ende Ihrer Rede richtete die Umweltministerien noch das Wort an den neuen Leiter und wünschte ihm alles Gute für seine zukünftigen Aufgaben. "Mit Ihnen haben wir den richtigen Mann gefunden, ich wünsche Ihnen ein gutes Händchen und gutes Gelingen."

Georg Grabner, Landrat Berchtesgadener Land

Amtsübergabe im Nationalpark Berchtesgaden

"Ich bin ein großer Freund vom Nationalpark und freue mich hier diese Festrede zu Ihrer Verabschiedung in den Ruhestand halten zu dürfen. Und ich bin mir auch sicher, dass Sie nicht von heute auf morgen aufhören zu arbeiten und einen Pensionsschock erleide n", so Landrat Grabner schmunzelnd. Im weiteren Verlauf verwies er noch auf die vielen "Herausforderungen, die während der Amtszeit mit viel Geschick umgesetzt wurden, wie zum Beispiel:

  • der Übergang der Verwaltung vom LRA ins Umweltamt
  • 25 Jahre Nationalpark
  • die Errichtung vom Haus der Berge
  • die vielen Forschungsvorhaben
  • der Kampf um den Borkenkäfer
  • ganz aktuell, der Flächennutzungsplan

und vieles andere. Sie kennen Gott und die Welt und als Franke haben Sie sich den Standortbedingungen optimal angepasst", so beendete Grabner seine Rede.

Dr. Elsa Nickel, Amtsleiterin Bundesumweltministerium

Dr. Elsa Nickel, Abteilungsleiterin Bundes Umweltministerium

Die Amtsleiterin aus dem Bundesumweltministerium, Dr. Elsa Nickel war extra aus Berlin angereist und begann ihre Rede mit dem Hinweis: "Bei Dienstreisen bei diesem Wetter und in diese Gegend muss man immer aufpassen, dass Sie nicht vom Urlaubskontingent abgezogen werden". Im weiteren Verlauf betonte die Amtsleiterin: "Nur in Nationalparks kann sich die Natur so weiterentwickeln, wie sie es ohne den Menschen tun würde. Die natürliche Artenausstattung, die sich hier bildet, gibt auch den nachfolgenden Generationen die Möglichkeit, die natürlich Entwicklung der Natur zu erleben".

Und ergänzt: "Berchtesgaden spricht von 'unserem Nationalpark', die Menschen hier sind stolz auf die Natur und der Nationalpark wird auch nicht mehr wie so häufig als Einschränkung für den Tourismus gesehen.

Zu dieser Weiterentwicklung haben Sie Herr Dr. Vogel maßgeblich beigetragen. Sie haben die Zusammenarbeit auf allen Ebenen gefördert und dafür gesorgt, der Nationalpark Berchtesgaden international bekannt ist. Durch Sie kommen die Besucher von nah und fern, Sie haben aus dem Nationalpark eine Erfolgsgeschichte gemacht."

Dr. Guido Plaßmann, Direktor Alparc

Dr. Guido Plaßmann, Direktor Alparc

Als nächster Festredner kam der langjährige Freund und Wegbegleiter Dr. Guido Plaßmann auf die Bühne. Auch er fand tiefgehende lobende Worte: "Du warst 14 Jahre Präsident von Alparc, dem Zusammenschluß der alpinen Schutzgebiete. Du hast die Schutzgebiete stärker zusammengebracht und warst der federführende Partner bei den Naturschutzthemen. Deine Arbeit und Dein Einsatz waren ein erfolgreicher bayerischer Export in die anderen Gebiete. Du warst das Gesicht von Alparc."

Johann Hölzl, Personalratsvorsitzender Nationalparkverwaltung

Amtsübergabe im Nationalpark Berchtesgaden

Der letzte Festredner war Johan Hölzl, mit dem Dr. Vogel ebenfalls sehr eng zusammengearbeitet hat: "16 Jahre hast Du die Geschichte von Deutschlands einzigartigem Alpennationalpark geleitet. Es gibt ein Sprichwort (Laotse): 'In fließendem Wasser kann man sein eigenes Bild nicht sehen, wohl aber in ruhigem Wasser' und Du warst dieses ruhige Wasser, der ruhende Pol, der für seine Mitarbeiter immer ein offenes Ohr hatte. Wir haben ab sofort bei unseren Feiern immer ein Kammerl mit einem einem Schlafsack für Dich, wenn Du vorbeischauen möchtest.

Abschiedsrede Dr. Michael Vogel

Ehemaliger Leiter Nationalpark Berchtesgaden, Dr. Michael Vogel

"Ich habe mich bemüht für den Park alles stets ziel- und ergebnisorientiert zu tun, dabei ist mir zu Gute gekommen, dass ich in einem Geschäftshaushalt aufgewachsen bin, in dem alle immer zusammenhalten mussten", so Vogel nach einem kurzen Rückblick über seinen beruflichen Werdegang. Und fährt ergänzend fort: "Die Zusammenarbeit mit dem Bund für Naturschutz hat mich sehr geprägt und für mich ist auch die Zusammenarbeit zwischen dem privaten und dem staatlichen Naturschutz sehr wichtig.

Der private Naturschutz muss häufig die Sperrspitze sein die etwas durchbricht, damit dann der staatliche Naturschutz hinterpreschen kann. Ich werde mich zukünftig auf den privaten Naturschutz konzentrieren."

Antrittsrede Dr. Roland Baier

Neuer Leiter Nationalpark Berchtesgaden, Dr. Roland Baier

Als letzter Rede kam ergriff der neue Leiter Dr. Roland Baier das Wort: "'Nicht geschimpft ist Lob genug' - darüber war ich mir bewusst, als ich mich dazu entschlossen habe, die Stelle als neuer Leiter im Nationalpark Berchtesgaden anzutreten. Und ich weiß auch, dass man es niemand Recht machen kann, denn ein Nationalpark ist nicht nur die Schatzkammer der Natur, sondern auch gerne mal eine Kampfsportarena für die Beteiligten. Ich habe mir vorgenommen das zu tun, was ich am Besten kann. Während meiner Zeit als stellvertretender Leiter des Nationalpark Berchtesgaden habe ich bereits einen guten Überblick erhalten, aber geben Sie mir ein wenig Zeit mir erst einen Überblick zu verschaffen und mich in alle Dinge einzuarbeiten und mich ausreichend upzudaten. Ich werde hier und jetzt keine Ziele nennen, aber es gibt viele Themen, die uns fordern wie zum Beispiel die Regulierung vom Wildbestand, der Borkenkäfer, u.a.

Ich bin ein Mensch der offenen Worte. Und ich richte auch ganz klar das Wort an zukünftige Leserbriefschreiber, dass ich diese lieber zu einem Gespräch einlade, in dem wir persönlich die Fragen klären, anstatt anonym Kritik zu üben. Ich habe nichts gegen Kompromisse und ich führe gerne zähe Verhandlungen, die zu guten Ergebnissen führen.Ein offenes Wort ist mir lieber, wie Gerede hintenrum", so Baier.

Und ergänzt: "Ich freue mich auf meine neuen Aufgaben und die Zusammenarbeit mit der ASP, ganz besonders hinsichtlich unserer Forschungsarbeiten, wie zum Beispiel dem genetischen Monitoring mit Frühwarnsystem hinsichtlich des Klimawandels. Seien Sie sicher, dass ich für die Belange der Natur stets ein offenes Ohr haben werde."

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