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Demo will Erhalt der giftigen Nazi-Wege

Berchtesgaden - Die Staatsforsten wollen den Abbruch, doch eine Demo und eine Petition fordern den Erhalt der giftigen Teerstraßen aus der NS-Zeit am Obersalzberg. Wie sähe Ihre Lösung aus?

Es geht um 13 Kilometer Straßen am Obersalzberg, erbaut in der Zeit des Nationalsozialismus. Errichtet wurden die Wege damals mit Teer, den man heute als hochgiftig einstuft: Krebserregend, reproduktionsschädlich, boden- und wasserschädlich. Die Bayerischen Staatsforsten wollen diese Altlasten heuer abtragen, haben für Donnerstag eigens eine Pressekonferenz dafür angesetzt - doch es formiert sich Widerstand.

Der Grünen-Kreisverband will mit einer Demo parallel zur Pressekonferenz gegen die Umgestaltung protestieren - und der Schönauer Klaus Gerlach versucht, mit einer Petition im Bayerischen Landtag, gegen die Pläne der Staatsforsten vorzugehen: "Es sollen alle Optionen offen gehalten werden, den Ensemble-Charakter von Kehlsteinhaus, Kehlsteinwegen und Obersalzberg als Erinnerungslandschaft zu erhalten", so Gerlach in seiner Petition.

Sind die Staatsforsten an der giftigen Gefahr selbst Schuld?

Die giftigen Inhaltsstoffe im Teer (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) würden erst gefährlich, wenn sie an der Oberfläche zerstört wurden, beispielsweise durch Schlaglöcher, und dann mit dem Regenwasser ausgespült werden: "Soweit ist es nur gekommen, weil die Staatsforsten in den letzten 30 Jahren mit zu schweren Fahrzeugen die Wege benutzt haben", so der Schönauer im Gespräch mit BGLand24.de. Dabei würden die Straßen einige gestalterisch sehr aufwändige Besonderheiten haben: Unter anderem Ränder mit behauenen Granitsteinen.

Gerlachs Vorschlag: Wie auch schon bei der Kehlsteinstraße sollten die alten Wege belassen und mit einer neuen Teerdecke versehen werden: "Wenn der alte Asphalt versiegelt ist, besteht keine Gefahr mehr durch die Giftstoffe." Die Pläne der Staatsforsten sehen bei den alten Wegen allerdings Forstwege vor - Rollstuhlfahrer oder Familien mit Kinderwägen hätten damit so manche Probleme, befürchtet er.

Kostenexplosion befürchtet

Gerlach glaubt außerdem, dass die veranschlagten Kosten für die Teerentfernung von 17 Millionen Euro bis ums Dreifache steigen könnten, weil wesentlich mehr als "nur" 15.000 Tonnen vom "Nazi-Teer" entfernt werden müssten. Klaus Gerlach sieht für sein Vorhaben aber schwarz: "Wenn der Schnee weg ist, werden die anfangen. Ich befürchte, dass am Montag schon die Maschinen laufen." Ob sich seine Bedenken bewahrheiten? Die Staatsforsten werden es am Donnerstag wohl verraten.

xe

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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