Nationalpark Berchtesgaden:

500.000 Höhenmeter als "Wegweiser" absolviert

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Nationalpark-Leiter Dr. Michael Vogel (r.) und Nationalpark-Wegereferent Lorenz Köppl (l.) überreichten dem ehemaligen ehrenamtlichen Wegewart der DAV Sektion Traunstein, Christian Scheiter, einen prall gefüllten Rucksack als Anerkennung für seine 30-jährige ehrenamtliche Tätigkeit im Nationalpark Berchtesgaden.

Berchtesgaden - Unglaublich: 30 Jahre lang war Christian Scheiter als "Wegweiser" im Nationalpark tätig. Nun wird er für sein großartiges Engagement geehrt und erinnert sich zurück.

Christian Scheiter in seinem Element: 30 Jahre lang hat der ehrenamtliche Wegewart der DAV-Sektion Traunstein die Wege und Steige auf der Reiteralm im Nationalpark Berchtesgaden markiert und beschildert. Zu seinen Erfindungen zählen auch die Drahtkörbe (unten) als Befestigungsmöglichkeit für Schilder in unwegsamem Gelände.

Die Reiteralm im Nationalpark Berchtesgaden ist sein „Wohnzimmer“: 30 Jahre lang hat der 67-jährige Christian Scheiter für die Alpenvereinssektion Traunstein die offiziellen Wege und Steige zwischen Edelweißlahner und Stadelhorn markiert und beschildert. Rund 500.000 Höhenmeter hat der begeisterte Bergsteiger in dieser Zeit allein im Nationalpark absolviert – und möchte keinen Einzigen davon missen.

„Man nennt mich auch den „Wegweiser“ von der Reiteralm“, lacht Christian Scheiter, der die Reiteralm im Nationalpark Berchtesgaden so gut kennt wie kaum ein anderer. Der gebürtige Traunsteiner, der heute in Stein an der Traun wohnt, hat die Nationalparkverwaltung viele Jahre lang tatkräftig unterstützt. Ein großes Projekt zum Abschluss seiner ehrenamtlichen Tätigkeit war die neue Beschilderung der Hauptwege nach dem Berchtesgadener Wegekonzept. Zwischen 2007 und 2012 wurden rund 500 neue, gelbe Schilder im gesamten Nationalpark aufgestellt und die Wege neu markiert, auf der Reiteralm waren es rund 100 Schilder. „Christian hat uns sehr viel Arbeit abgenommen und sich in großem Umfang engagiert“, freut sich Lorenz Köppl, Wegewart des Nationalparks Berchtesgaden. Denn das Massiv der Reiteralm birgt große Herausforderungen: „Das Hochplateau ist schwer zu erreichen. Es gibt keine Forstwege, alles muss zu Fuß gemacht werden“, erläutert Köppl. An seine Tätigkeiten erinnert sich Christian Scheiter gerne zurück. So sind dem Naturfreund besonders die Begegnungen mit Gämsen und Steinadlern in Erinnerung geblieben. Und auch die Urgewalten der Natur hat der „Wegweiser“ einige Male am eigenen Leibe erfahren: „Vor Jahren hat mich bei Markierungsarbeiten ein gewaltiger Gewitterschauer überrascht“, erzählt er.

Auch über den einen oder anderen Wanderer hat sich Scheiter amüsieren müssen: „Einmal wurde ich von einem Gast angesprochen, der sich über die vielen Besucher beklagte. In seinem Tourenführer habe er gelesen, dass diese Tour ein Geheimtipp sei. In welcher Auflage das Buch erschienen war, konnte er mir aber nicht sagen“, schmunzelt Scheiter. Auch als Erfinder hat sich der praktisch veranlagte Traunsteiner verdient gemacht. Er schlug der Nationalparkverwaltung vor, in Bereichen, wo keine Fundamente für Schilder gesetzt werden konnten, so genannte Drahtkörbe zu verwenden. „In diese Körbe stellt man die Schilderständer hinein und anschließend werden die Körbe mit Steinen befüllt“, erläutert der Wegewart. Und ergänzt: „So können die Schilder dem Schneedruck und dem Wind nachgeben, ohne kaputt zu gehen. Und die Eingriffe in die Natur werden minimiert“.

Sein Amt als Wegewart in der DAV-Sektion Traunstein hat Scheiter kürzlich an seine Nachfolgerin Anja Berchtold weiter gegeben. Doch zur Ruhe setzen kommt für den agilen Ruheständler nicht in Frage: „Ich werde mein Wissen und meine Erfahrung gerne weiterhin zur Verfügung stellen, und meine Nachfolgerin nach Möglichkeit unterstützen“.

Presseinformation des Nationalpark Berchtesgaden

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