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Wie Christina und Toni Brandner jetzt kämpfen

Chaos nach Hochwasser in Berchtesgadener Autohaus: „Da bleibt einem die Luft weg“

Christina und Anton Brandner vom Opel-Autohaus in Berchtesgaden nach dem Hochwasser.
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Christina und Anton Brandner vom Opel-Autohaus in Berchtesgaden. Sie schätzen den Schaden im Autohaus nach dem Hochwasser auf eine Million Euro - sind aber dankbar für die Hilfe der vielen Freiwilligen aus dem Freundes- oder Kundenkreis: „Es waren sogar Helfer aus Kolbermoor oder Teisendorf bei uns. Die haben sich einfach ins Auto gesetzt und standen auf einmal da.“
  • Xaver Eichstädter
    VonXaver Eichstädter
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Autos kaputt, Werkstatt kaputt, Lager kaputt: Das Hochwasser richtete in Toni Brandners Autohaus in Berchtesgaden pures Chaos an. Den Schaden schätzt er auf eine Million Euro - und doch will er nächste Woche wieder öffnen.

Berchtesgaden - Sie sind schon ein gutes Stück weitergekommen: Als Toni Brandner am Sonntag in seine Werkstatt blickte, sah er noch Autos, Reifen, Ersatzteile und Werkzeug wild durcheinandergewürfelt und mit Schlamm überzogen. Inzwischen ist grob herausgeputzt und der Großteil ausgeräumt. Angestellte, Kunden, Freunde - alle halten jetzt zusammen. „Da kann man einfach nur danke sagen“, so Brandner beim Besuch von BGLand24.de am Donnerstag (22. Juli). Und trotzdem ist der Schaden für sein Opel-Autohaus in Berchtesgaden nach dem Hochwasser enorm.

Dieses Bild zeigte sich Toni Brandner, als er das erste Mal wieder in die Werkstatt blicken konnte: „Wenn man das sieht, da bleibt einem die Luft weg.“

„Ich schätze, dass der Schaden für die Firma bei einer Million Euro liegen wird“, so Brandner. Glücklicherweise sei er versichert, aber Kosten würden immer hängenbleiben. Momentan geben sich in Brandners Autohaus Handwerksfirmen die Klinke in die Hand: Trockenbauer, Bodenleger, Elektriker, Heizungsbauer, Entsorger... „Eigentlich alle Gewerke“, stöhnt der Berchtesgadener. 400 Quadratmeter mussten von einer Spezialfirma vom Ölschlamm befreit werden. In den Verkaufsräumen stand „nur“ das Wasser, aber Werkstatt, Reifenlager und Spenglerei im Untergeschoß hat es voll erwischt. „Bis wir dort nach der Trocknung und der Grundsanierung wieder voll arbeiten können, wird ein dreiviertel Jahr vergangen sein.“

Zwei Kundenautos, die am vergangenen Wochenende in der überfluteten Werkstatt waren, wurden schwer beschädigt - auch dieser Oldtimer.

Es war nicht die nahegelegene Berchtesgadener Ache, die am Samstagabend (17. Juli) das Chaos anrichtete, sondern der kleine Gerner Bach, der direkt am Autohaus Brandner vorbeiführt. „Der ist in zehn oder 15 Minuten übergegangen und um 20 Uhr war schon alles vorbei“, erinnert sich der Geschäftsführer. Verklammungen im Bach trugen ihren Teil dazu bei. Nicht nur Brandner hat es getroffen, auch die Nachbarn. Dort lief der Gerner Bach einmal quer durchs Haus, wie uns ein betroffener Anwohner berichtet: „Den Bach wolltens schon vor drei Jahren unterirdisch verlegen, aber das wurde von den Behörden verpennt. Zuletzt hieß es dann, wegen Corona...“

Das Wasser stand in der Berchtesgadener Opel-Werkstatt 2,15 Meter hoch.

Toni Brandner führt sein Autohaus erst seit Jahresbeginn 2019 - keine leichte Zeit: „Erst hatten wir das Schneechaos, dann kam Corona und jetzt das.“ Erst seit Mai läuft der Betrieb wieder normal. „Das Wichtigste wäre, dass unsere Kunden auch nach der Wiedereröffnung wieder kommen“, hofft der junge Geschäftsführer. Den Kopf in den Sand stecken kommt hier für keinen in Frage. Mitte nächster Woche will Brandner wieder aufsperren. Und derweil geht die Sisyphusarbeit weiter: Kundenräder sortieren, ausräumen und schauen, was das Hochwasser noch halbwegs brauchbar hinterlassen hat.

Das Wasser drückte die beiden Kundenautos bis an die Decke, 200 sortierte Radsätze ergossen sich förmlich in der Werkstatt.

xe

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