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Berufung abgelehnt

Erneute Schlappe für Landratsamt Berchtesgadener Land: Genehmigung für Abriss von „Villa Schön“ bleibt aufgehoben

Um den Grund der Villa Schön geht es: Das Gebäude sollte abgerissen werden, an selber Stelle drei Mehrfamilienhäuser mit rund 20 Eigentumswohnungen entstehen.
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Um den Grund der Villa Schön geht es: Das Gebäude sollte abgerissen werden, an selber Stelle drei Mehrfamilienhäuser mit rund 20 Eigentumswohnungen entstehen.

Erfolg für den Bund Naturschutz und eine Schlappe für das Landratsamt: Der 1. Senat des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs in München hat entschieden, dass die vom Bayerischen Verwaltungsgericht München festgesetzte Aufhebung der Genehmigung des Landratsamtes zum Abriss der Villa Schön rechtens war.

Berchtesgaden - Auf dem Grund der Villa sollten drei Mehrfamilienhäuser mit rund 20 Wohnungen errichtet werden. Das Landratsamt war von einem Innenbereich ausgegangen. Der Bauwerber, die Harlander Baumangement GmbH, benötigt nun ein neues Genehmigungsverfahren. 

Der Antrag des Freistaates Bayern auf Zulassung der Berufung wurde abgelehnt. Damit ist das Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtes vom 16. Juli 2019 rechtskräftig

Erster Vor-Ort-Termin vor zwei Jahren

Vor zwei Jahren hatte ein Vor-Ort-Termin in Berchtesgaden stattgefunden. Die Erste Kammer des Verwaltungsgerichts hatte das exponierte Grundstück, auf dem die Villa Schön gebaut ist, besichtigt und dem Außenbereich zugeordnet. Anders sah das das Landratsamt Berchtesgadener Land, das in dessen Baugenehmigung von einem Innenbereich ausging. Das Verwaltungsgericht hatte einer Klage des Bund Naturschutz rund um Kreisvorsitzende Rita Poser stattgegeben. Die Genehmigung zum Abriss der bestehenden Villa und zur Errichtung drei großer Mehrfamilienhäuser wurde daraufhin aufgehoben. Den Antrag des Freistaates Bayern zur Zulassung der Berufung lehnte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof nun ebenfalls ab. 

Rückschlag für Freistaat

Für den Freistaat ist das ein Rückschlag, bestätigt das Urteil doch die Sichtweise des Bund Naturschutz, der die Planung und das Vorgehen auf dem Grundstück immer kritisiert hatte: Dutzende Bäume waren auf dem Areal in einer eilends durchgeführten Aktion entfernt worden - der Investor plante zudem, schnellstmöglich mit der Umsetzung der Baumaßnahme beginnen zu können. Nun benötigt die Harlander Baumangement GmbH rund um den österreichischen Unternehmer Martin Harlander ein neues Genehmigungsverfahren. Gefordert wird zudem eine naturschutzrechtliche Überprüfung. Auf Nachfrage war bei der Harlander Baumangement GmbH am Montag niemand zu erreichen.

Von Nationalpark angemietet

Vor wenigen Monaten war die Villa Schön, in der bis zuletzt eine Arztpraxis untergebracht war, an den Nationalpark Berchtesgaden weitervermietet worden. Das Gebäude, das unweit des Nationalparkzentrums, dem „Haus der Berge“, liegt, bietet seitdem Raum für 15 Praktikanten - als Arbeits- und Wohnplatz. Zudem sollen hier mehrere Laborplätze entstehen. Im Nationalpark Berchtesgaden leidet man unter Platzproblemen. „Der Grund dafür ist die Corona-Pandemie. Auf diese Weise schaffen wir Corona-konforme Unterbringungsmöglichkeiten“, informierte damals der Nationalpark. 

Für Rita Poser, Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz im Berchtesgadener Land, ist das Verwaltungsgerichtsurteil ein weiterer Erfolg.

Die Villa Schön steht entgegen allgemeiner Annahme nicht unter Denkmalschutz, obwohl das Gebäude Ende des 19. Jahrhunderts gebaut wurde. Das bestätigte eine Sprecherin des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege

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kp

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