Nationalpark Berchtesgaden - Wege in der Umweltbildung auf dem Prüfstand

Mit Naturthemen die Herzen der Menschen berühren

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Katja Winter (r.) ist zertifizierte Natur- und Kulturinterpretin und arbeitet als Erlebnis- und Naturpädagogin. Die studierte Umweltwissenschaftlerin leitete im Nationalpark Berchtesgaden den Workshop zum Thema Naturinterpretation.

Berchtesgaden - Menschen für die Natur der Alpen begeistern, das ist eine wesentliche Aufgabe der Umweltbildung im Nationalpark Berchtesgaden. Doch wie kann man Wissen anschaulich und emotional vermitteln und damit auch die Herzen der Menschen erreichen?

Bei der diesjährigen Fortbildung der Wanderführerinnen und Wanderführer standen neue Wege in der Umweltbildung auf dem Prüfstand.

Zahlreiche Nationalpark-Mitarbeiter und externe Wanderführer waren der Einladung zur viertägigen Wanderführer-Fortbildung der Nationalparkverwaltung gefolgt. Auf dem Programm standen neue und moderne Wege in der Wissensvermittlung. Derzeit bestimmen drei verschiedene Bildungsformen die Umweltbildungsarbeit weltweit: die so genannte „Naturinterpretation“, die „Wildnisbildung“ sowie die „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. 

Markus Blank, Interpretationstrainer aus dem Nationalpark Gesäuse in Österreich, erläuterte anschaulich die Naturinterpretation, die ihren Ursprung in den amerikanischen Nationalparks hat und dort bis heute erfolgreich umgesetzt wird.

Nach einer theoretischen Einführung nutzten die Teilnehmer das großzügige Außengelände am Nationalparkzentrum „Haus der Berge“, um die neu erlernten Methoden unter Anleitung zu üben.

Am zweiten Tag gelang es Ron Bachman von der „Natur und Wildnisschule der Alpen“, die Wildnis im Nationalpark aufleben zu lassen und die enge Verbindung der Teilnehmer zur Natur zu stärken. Die Wildnisbildung nutzt dafür persönliche Erfahrungen und Emotionen und regt zum selbständigen Erforschen der Natur an. Sie orientiert sich eng an den Erziehungsmethoden der nordamerikanischen Ureinwohner.

Abschließend stellte Steffi Kreuzinger vom „Ökoprojekt MobilSpiel e.V.“ in München zusammen mit Nationalparkmitarbeiterin Eva Dinter das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung vor, die uns Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigen soll. Wie beeinflussen unsere Entscheidungen Menschen nachfolgender Generationen oder in anderen Erdteilen? Und welche Auswirkungen hat unser Konsum- und Energieverhalten?

Die beiden Referentinnen zeigten anschaulich anhand zahlreicher Praxisbeispiele, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung es jedem Einzelnen ermöglichen kann, die Auswirkungen seines eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.

Die Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung nutzten den letzten Tag der Fortbildung, um ihr neu gewonnenes Wissen in bestehende Programme zu integrieren, um diese noch zielgruppengerechter und interessanter zu gestalten.

Pressemitteilung Nationalpark Berchtesgaden

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