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“Berchtesgaden solidarisch”

Weniger “Spaziergänger” und weniger Gegendemonstranten

Rund 200 “Spaziergänger” waren am Montagabend in Berchtesgaden unterwegs.
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Rund 200 “Spaziergänger” waren am Montagabend in Berchtesgaden unterwegs.

Der Erfolg der Initiative sei nicht von der Hand zu weisen, sagt Anna aus Berchtesgaden. Sie war am Montag (21. Februar) die einzige Rednerin, die für “Berchtesgaden solidarisch” sprach und sich damit an die rund 200 Spaziergänger wandte, die am Montagabend (21. Februar) durch den Markt von Berchtesgaden zogen.

BerchtesgadenRund 1300 Personen haben den offenen Brief des Bündnisses bislang unterzeichnet. Dem Aufruf zur Gegendemonstration folgten aber nur rund 25 Personen.

Die Allgemeinverfügung des Landratsamtes zu den “Spaziergängern” ist bereits am 14. Februar sang- und klanglos ausgelaufen. Die Einschränkungen sind damit kassiert. Die Verhältnismäßigkeit sei nicht mehr gegeben, sagt die Pressesprecherin des Landratsamtes am Telefon. 

Nach einer Woche Pause sahen sich die Vertreter der “Berchtesgaden solidarisch”-Initiative dazu aufgerufen, erneut auf die Straße zu gehen. Begleitet von rund zehn Polizeibeamten war die offiziell angemeldete Gegendemonstration nur von kurzer Dauer: Man habe sich am Weihnachtsschützenplatz eingefunden, “weil wir nicht länger dabei zusehen wollen, wie eine Minderheit eine egoistische Freiheit einfordert”, sagte Anna, die ihren Nachnamen nicht öffentlich lesen will. Zusammengefunden habe man sich aber auch, “weil wir das Gefühl hatten, dass eine Minderheit ein Ventil braucht, um ihren Frust, ihre Sorgen und ihre Verzweiflung über die Entwicklung der Pandemie artikulieren zu können”.  

Nicht länger wolle man dabei zusehen, wie die Pandemie “auf dem Rücken Weniger ausgetragen wird”. Annas Befürchtung: Eine weiterhin sich zunehmend radikalisierende Bewegung, die mit dem Modus des “Mir-doch-egal den Lichtblick vom absehbaren Ende der Pandemie verdunkelt”. 

Mit dem offenen Brief wollte man die Demokratie schützen, sagte die “Berchtesgaden solidarisch”-Vertreterin, und darauf aufmerksam machen, worauf man sich einlasse, wenn man jenen Folge, die auf Telegram den Ton angeben. “Dort geht es um Verschwörungsideologien, die sich aus der Realität flüchten und eine Erklärung für all das Unheil suchen.” Weil diese Ideologien von “antisemitischen Narrativen” geprägt seien, gelte es, das Wort zu erheben.

All das ist eine “Art des Menschenhasses, der in diesem Land schon viel zu viel Unheil gebracht hat”. Rechtsextremen, die “bürgerliche Masken tragen”, dürfe man nicht folgen, zumal dabei “Fakten zu Meinung werden und Fake News zu alternativen Fakten”. Anna bedauert, dass die Entwicklung in der Corona-Pandemie die Gesellschaft polarisiert, dies zu viel Leid geführt habe. Mit der hohen Zahl an Unterstützern habe man Position bezogen. “Das ist unglaublich.”

Einen weiteren Referenten gab es nicht. “Wir haben leider niemanden gefunden”, sagte Anna zum Schluss. Ob kommende Woche wieder demonstriert wird, dazu gab es keine Auskunft.

kp

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