Stille Mahnwache in Berchtesgaden

Aktion gegen die Perspektivlosigkeit des Einzelhandels - Auch Landrat Kern nahm teil

Im stummen Protest gegen die Perspektivlosigkeit zeigten sich rund 35 Berchtesgadener Unternehmen am 2. März vor ihren Betrieben.
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Im stummen Protest gegen die Perspektivlosigkeit zeigten sich rund 35 Berchtesgadener Unternehmen am 2. März vor ihren Betrieben.

Am Dienstag, den 2. März, zeigten sich in Berchtesgaden vielerorts protestierende betroffene Unternehmen stumm vor den Geschäften. Alle posierten mit Schildern, welche die ausweglos scheinende Lage der lokalen Unternehmen verdeutlichten. Unter den Teilnehmern: Bekannte Gesichter wie Landrat Bernhard Kern.

Es war eine Aktion gegen die Corona-Maßnahmen. Jedoch ohne große Reden, ohne Polizeiaufgebot und ohne lauten Marsch. Bei der stillen Mahnwache am Dienstag, den 2. März, stellten sich die Inhaber der teilnehmenden Berchtesgadener Unternehmen und ihre Mitarbeiter mit Schildern in der Hand vor den jeweiligen Betrieb. Auf den Schildern waren die Gedanken, Wünsche und Forderungen der Teilnehmer zu lesen. Ein Schild mahnte an „Kurzarbeit reicht nicht zum Leben“, ein anderes forderte klar „Öffnet die Gastronomie“. Besonders die Worte Existenzängste und Öffnungsperspektiven waren immer wieder zu lesen.

Neben dem Landrat Bernhard Kern waren auch der 2. Landrat Michael Koller der Bürgermeister Franz Rasp und sein Kollege aus Schönau Hannes Rasp vor Ort und unterstützten die Aktion. Laut Mitorganisator Christoph Göttges war das Ziel der Mahnwache, sich Gehör bei der Politik zu verschaffen. Man sei auf eine Rückmeldung zu weiteren Lockerungen angewiesen und auch die Gleichberechtigung verschiedener Betriebe bei neuen Öffnungen bedürfe mehr Beachtung.

Im Gespräch verweist Göttges auf die Wichtigkeit der Aktion: „Wir stehen wie viele Unternehmen mit dem Rücken zur Wand.“ Für ihn war die Mahnwache mehr als nur ein ruhiger Protest: „Das Ganze war sehr emotional, zu sehen, dass so viele an der Mahnwache teilnehmen.“ Auch freute sich Göttges darüber, dass der Landrat Bernhard Kern trotz Zeitdruck das Gespräch mit den Bürgern gesucht habe und sich solidarisch zeigte.

Veranstalter der stillen Protestaktion, an der rund 35 Unternehmen teilnahmen, war der Gewerbeverein Aktive Unternehmen Berchtesgaden e.V., wobei dieser auch Unterstützung von Kathrin Seiberl, Veronika Schlagbauer sowie Christoph und Christina Göttges erhielt. Auf Anfrage von BGLand24.de teilte die Polizeiinspektion Berchtesgaden mit, dass die gesamte Veranstaltung ohne nennenswerte Vorkommnisse stattfand: „Es gab nichts zu beanstanden.“

mda

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