Kosten explodierten auf 30,1 Millionen Euro

Bund der Steuerzahler kritisiert NS-Dokuzentrum am Obersalzberg

+

Berchtesgaden - Im März wurde bekannt, dass die Kosten für das NS-Dokuzentrum am Obersalzberg auf 30,1 Millionen Euro steigen werden. Der Bund der Steuerzahler kritisiert am Dienstagvormittag die Steuerverschwendung.

Der Bund der Steuerzahler stellte am Dienstagvormittag, den 29. Oktober, sein neues "Schwarzbuch" vor. Darin werden die größten Verschwendungen an Steuergelder des vergangenen Jahres aufgelistet, darunter ist auch das NS-Dokuzentrum Obersalzberg.


Drei Jahre nachdem der Erweiterungsbau schon einmal im Schwarzbuch auftauchtet, kritisiert der Verband erneut, dass Steuergelder verschwendet werden und die Kosten weiter explodiert sind. Zunächst wurden diese auf 14,6 Millionen Euro geschätzt und stiegen dann auf 21,35 Millionen Euro und im März dieses Jahres wurde bekannt, dass das Projekt 30,1 Millionen Euro kosten wird.

Grund für die Kostensteigerung waren laut dem Verband nicht fristgerechte Leistungen eines Tragwerksplaners und der starke Wintereinbruch im Januar.  Seit Oktober 2017 wird am NS-Dokuzentrum ein Neubau errichtet, der neben der vor 20 Jahren eröffneten Dokumentation entsteht. Die Ausstellungsfläche wird damit auf 1.200 Quadratmeter vervierfacht. Ein weiterer wichtiger Bestandteil am Obersalzberg wird die Integration der Bunkeranlage in die Ausstellung über 35 Meter langen Stollen. Das hohe Besucheraufkommen soll dadurch in der Hauptsaison von jährlich bis 150.000 bis 170.000 Menschen bewerkstelligt werden können. 2021 soll der Neubau fertiggestellt sein.


Bereits 2016 stiegen die Kosten um 46 Prozent

Bereits 2016 erlangte der Erweiterungsbau der Doku Obersalzberg eine unrühmliche Ehre: Es war im Schwarzbuch des Bundes für Steuerzahler aufgeführt. Geldverschwendungen durch die öffentliche Hand wurden bereits damals kritisiert. Um 46 Prozent waren bereits zu dieser Zeit die geplanten Kosten überschritten worden. Auch 2017 hatte es viel Kritik im Landtag an der Überschreitung des damaligen Kostenrahmens gegeben: Der Obersalzberg ist als ehemaliges Feriendomizil der NS-Spitze ein "Täterort". Die Gedenkorte an die vielen Millionen Toten des NS-Regimes in den ehemaligen Konzentrationslagern aber sind finanziell schlechter ausgestattet.

ma

Kommentare