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Das läuft in Österreich anders

In Salzburg gibts die vierte Corona-Impfung, im Berchtesgadener Land nicht

Impfzentrum BGL
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Verwaist erscheint das BGL-Impfzentrum in Ainring-Mitterfelden, das ohnehin nur mehr an drei Tagen geöffnet hat. Geimpft wird starr nach den Vorgaben der Ständigen Impfkommission.

Genauso unterschiedlich wie die Corona-Maßnahmen waren, sind es nun auch die Regeln, wann man eine Corona-Schutzimpfung erhält oder eben nicht. Im BGL-Impfzentrum erhält man zum Beispiel keine vierte Impfung, wenn man bereits drei Mal geimpft ist und eine Infektion hinter sind hat.

Salzburg/ Berchtesgadener Land – „Das sind dann vier Ereignisse, sie sind bestens geschützt“, so am Samstagmittag der diensthabende Impfarzt, der einen Impfwilligen wieder nach Hause schickte. Zudem würde die Ständige Impfkommission die vierte Impfung nur bei über 60-Jährigen oder bei Vorerkrankungen empfehlen.

Die aktuell geltende Impfempfehlung war für den Arzt entscheidend, nicht zu impfen: „Sie sind ausreichend geschützt, außerdem könnte es jetzt bei einer neuerlichen Impfung zu einer Über-Immunisierung kommen“. Dass die Infektion schon über sechs Monate zurücklag und die drei Impfungen noch älter sind, interessierte nicht. Während man noch vor Monaten um jeden Impfwilligen kämpfte, waren am Samstag drei Mitarbeiter des Impfzentrums damit beschäftigt, einen gewünschten vierten Stich argumentativ zu verhindern. 

Tatsächlich heißt es in der jüngsten Impfempfehlung des RKI vom 7. Oktober 2022: „Immungesunde Personen, die jünger als 60 Jahre sind und bereits drei immunologische Ereignisse, davon mindestens eine Impfstoffdosis, hatten und während der seit Dezember 2021 laufenden Omikronwelle eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, würden nach derzeitigem Kenntnisstand von einer weiteren Impfung (auch mit Omikron-adaptierten Impfstoff) nicht nennenswert profitieren“.

Österreich impft anders

Anders in Österreich. Der Impfkoordinator des Landes Salzburg, Rainer Pusch, verweist auf die Empfehlungen des nationalen Impfgremiums in Österreich. „Das empfiehlt bei einer Grundimmunisierung aus drei Impfungen die vierte Impfung ab sechs Monaten nach der letzten Impfung, bei über 60-Jährigen und Risikopatienten ab vier Monaten nach der letzten Impfung“, so Pusch. 

Eine oder mehrere Infektionen – in Deutschland „Ereignisse“ – spielen in der österreichischen Empfehlung keine Rolle. „Die vorgesehenen Impfschemata können auch bei Personen angewendet werden, die bereits eine oder mehrere Infektionen mit SARS-CoV-2 durchgemacht haben“. Die Impfung könne sogar unmittelbar nach der Genesung, also nach Vorliegen eines negativen PCR-Tests verabreicht werden, wenn es das Impfschema zeitlich so vorsehe.

„Vergangene Infektionen mit SARS-CoV-2 hinterlassen zwar eine gute homologe Immunität, die gleiche oder nahe verwandte Virusvarianten betrifft“, und Pusch weiter, „seit dem Auftreten von Omikron handelt es sich jedoch um eine unsichere, heterologe Immunität, die bis auf Sublinien-Niveau durchschlägt“. Auch Personen, die Symptome von Long COVID nach Infektionen erleben, können nach den Empfehlungen des österreichischen Impfgremiums „bedenkenlos“ geimpft werden. „Es besteht sogar die Chance, dass die Long COVID-Symptome dadurch positiv beeinflusst werden“. 

Deutsche impfen in Salzburg?

Dass Impfwillige, denen der 4. Stich im BGL-Impfzentrum verweigert wird, einfach nach Salzburg wechseln können, schließt Pusch aus. „Die COVID-19-Impfung steht allen Personen kostenfrei zur Verfügung, die in der Republik Österreich aufhältig sind, also in Österreich einen Wohnsitz oder ein Arbeitsverhältnis haben“. Anders als bei den ersten Impfungen, wo der tatsächliche Wohnort keine Rolle spielte, wird nun in den Impfstraßen des Landes der Wohnort oder die österreichische E-Card verlangt.

hud

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