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Wann finden die Rennen wieder statt?

Veranstalter verzweifelt: Edelweiß Classic und Roßfeld-Bergpreis auch 2021 Corona-Opfer

Edelweiß Bergpreis 2013
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Unser Bild von der Neuauflage des „Edelweiß-Bergpreises“ im Jahr 2013 zeigt, wie stark diese Veranstaltung von den Zuschauern angenommen wird. Über 10.000 interessierte Auto- und Motorsport-Liebhaber strömten vor acht Jahren aufs Roßfeld.

Berchtesgaden/Ainring - „Im Herbst 2020 war ich voller Optimismus, sogar noch ein Stück weit im Februar dieses Jahres“, sagt Achim Althammer und schiebt sofort hinterher: „Mittlerweile bin ich eines Besseren belehrt.“ Der Ideengeber, Initiator und Organisator von „Edelweiß Classic“ und „Internationalem Edelweiß-Bergpreis Roßfeld Berchtesgaden“ aus Ainring muss seine beiden Veranstaltungen für den guten Zweck auch in diesem Jahr streichen. „Meine große Hoffnung liegt jetzt auf 2022“, so der 61-Jährige.

Ab 2013, als der Roßfeld-Bewerb als Erinnerung an die legendären Salzberg- und Roßfeldrennen wieder eingeführt wurde, liefen die beliebten Oldtimer-Events zunächst parallel, jeweils beide in einem Jahr – die Classic im Juni, der Bergpreis im September. Seit 2016 finden sie im jährlichen Wechsel statt: „Ich musste das entzerren, weil beides innerhalb eines Jahres für mich nicht mehr zu stemmen war“, so Althammer.

Im Herbst 2020, als sich Corona längst in Deutschland breit gemacht hatte, wäre turnusgemäß die sechste Auflage des Bergpreises auf der Höhenringstraße oberhalb Berchtesgadens dran gewesen. Die Organisation unter dem Motto „Rallye-Legenden“ stand. Achim Althammer musste das alles jedoch Pandemie-bedingt streichen und plante um. Nun sollte im September dieses Jahres nicht nur das Roßfeld-Event nachgeholt werden, sondern zuvor im Juni turnusgemäß die 15. Edelweiß Classic stattfinden. Mittlerweile ist klar: 2021 wird es beide ebenfalls nicht geben. „Ein finanzielles Desaster“, sagt der umtriebige Organisator.

„Ich glaubte an den Impfstoff und an eine Herden-Immunität bis August. Diese Hoffnung ist sauber in die Hose gegangen“, ist Althammer frustriert. Seit Wochen grübelt er deshalb nun, was er machen soll: „Ich habe mit vielen Leuten gesprochen. Wir wollten mit dem Genehmigungsverfahren für den Roßfeld-Bergpreis bis August warten, um knapp vor der Veranstaltung den entsprechenden Antrag einzureichen.“ Jetzt mutmaßt der Initiator: „Käme überhaupt ein positiver Bescheid, dann sicher nur mit der Auflage, weniger Zuschauer zuzulassen. Eher sogar gar keine. Das geht nicht, denn unser Außenevent lebt gerade von den Besuchern. Ohne sie wäre die Stimmung und das Flair nicht ansatzweise gegeben.“

Plakat-Aktion lief komplett ins Leere

Teilnehmer und Partner standen bereits im Frühjahr 2020 fest, alles war und ist in trockenen Tüchern. Dann überrollte die Pandemie Europa. Kurz zuvor startete Achim Althammer sogar noch hoffnungsfroh eine Werbe-Aktion mit großen Transparenten an den viel befahrenen heimischen Bundesstraßen, wochenlang für jeden Verkehrsteilnehmer sichtbar. „Durch den ersten Lockdown fuhren aber kaum noch Autos daran vorbei. Und somit kostete die Aktion mit 9.000 Euro einen Haufen Geld, lief jedoch komplett ins Leere.“

Die Entscheidung, frühzeitig abzusagen und alle Hoffnung auf 2021 zu verschieben, war damals „die einzig vernünftige und richtige Lösung“, so der Motorsport-Fan mit eigener Oldtimer-Garage in Ainring-Bruch. „Wir könnten die Veranstaltungen nicht wie gewohnt und wie wir sie brauchen, durchführen. Denn unsere Besucher, vor allem beim Bergpreis, sind ein elementarer Bestandteil. Sie sorgen für ihren einzigartigen Charakter.“ Letztlich generieren die Einnahmen die Existenz-Sicherung des Ganzen. „Wenn wir das mit nur 1.000 Besuchern statt üblicherweise gut 10.000 durchführen dürften, würden am Ende 150.000 bis 200.000 Euro fehlen. Das ist nicht akzeptabel. Wenn mir das Landratsamt heute sagt, ich darf nur 1.000 Zuschauer reinlassen, kann ich morgen zum Gericht gehen und Insolvenz anmelden – und dann gibt es diese Veranstaltung nie mehr. Würde ich den Bergpreis mit nur wenigen Zuschauern knallhart durchziehen, könnte ich danach keine Rechnung bezahlen und müsste dann zum Gericht – so oder so undenkbar.“ Ein Teufelskreis.

Das Lachen ist ihm tatsächlich schon ein wenig vergangen, die Hoffnung auf bessere Zeiten und „Normalität“ noch nicht: Achim Althammer, Organisator der Charity-Veranstaltungen „Edelweiß Classic“ und „Roßfeld-Bergpreis“.

Am Edelweiß-Bergpreis hängen zehn Jahre Herzblut und die Arbeit eines großen Helferteams. Fünfmal ging die außergewöhnliche Veranstaltung seit 2013 im Gedenken an die legendären Roßfeldrennen (1958 bis 1977) über den Asphalt der Höhenringstraße. „Privat hängt da viel Geld drin. Es wäre ein Wahnsinn, würde Corona diese schöne Veranstaltung an die Wand fahren“ – das wird Althammer nahezu täglich von Freunden seiner Events bestätigt. Das Problem: „Ich kämpfe schon jetzt, um das vergangene Jahr finanziell zu überstehen, jetzt soll noch so eines kommen? Unmöglich“, sagt er klipp und klar. Bis auf die Soforthilfe fällt Althammer bei allen staatlich angebotenen Überbrückungen durchs Raster. „Wir sprechen hier über 50.000 bis 70.000 Euro, um überhaupt bis in den Herbst 2022 zu kommen – allein bezüglich des Bergpreises. Die Edelweiß Classic ist nochmal eine ganz andere, eigene Sache.“

Die Vorfreude auf Herbst 2021 wurde zuletzt fast täglich durch neue Negativ-Nachrichten getrübt, ja zerstört: „Es funktioniert auch heuer nicht“, weiß Althammer jetzt. „Unsere Zuschauerbereiche, das Fahrerlager, die Transport-Busse – all das ist nicht ohne ,engen‘ Kontakt der Menschen möglich. Davon lebt das alles ja in erster Linie. Es zählt nicht, dass sich 10.000 Besucher auf zigtausende Quadratmeter verteilen. Das ist Augenwischerei.“

Ein harter Dauerkampf

Die Schnelltest-Variante sei ebenfalls nicht durchführbar, weil die Zuschauer pulkweise – immer 300 bis 500 – nahezu gleichzeitig am Gelände eintreffen. Das ergebe ein Chaos und würde viel zu lange dauern. Letztlich stellt sich die Frage: „Wer fühlt sich dann hier noch wohl, möglicherweise sogar den ganzen Trag mit Maske rumlaufend?“ Althammers Unsicherheit ist berechtigt: Der Karten-Vorverkauf ist nahezu eingebrochen, nachdem sich die Corona-Lage selbst Ende 2020 nicht verbesserte. „Natürlich ist bis September noch viel Zeit. Aber es gibt einfach viel zu viele Unsicherheiten. Kommt genügend Impfstoff? Sind rechtzeitig alle das zweite Mal geimpft?“, rechtfertigt sich Althammer fast ein wenig für seine Absage-Entscheidung, die ihm alles andere als leicht fällt.

Und so ist der nimmermüde Organisator – „ich möchte eigentlich noch nicht in Rente gehen“ – permanent am Überlegen, Kämpfen und Dauer-Telefonieren mit Sponsoren, Partnern der „Edelweiß“-Veranstaltungen, der Bank und privaten Gönnern. Denn privat kann er nicht weiterhin mit finanziellen Mitteln geradestehen. 2021 ist gedanklich ad acta gelegt. „Jetzt geht es nur noch um 2022, hoffentlich mit einem nach oben offenen Zuschauer-Kontingent“, sagt der Ainringer.

Die Edelweiß Classic soll von 24. bis 26. Juni und der gleichnamige Bergpreis von 23. bis 25. September stattfinden. Das Starterfeld ist kein Problem: „Das steht seit langem“. Es gab bereits vor einem Jahr Anmeldungen für 2022. „Die muss ich jetzt auf 2024 vertrösten.“ Denn wenn nächstes Jahr beide Oldtimer-Veranstaltungen stattfinden, wird ab 2023 wieder der bewährte Wechsel-Turnus mit je einem Event pro Jahr fortgesetzt.

bit

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