"Sie können Brückenpfeiler sein"

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Landrat Georg Grabner (links) gratuliert Dr. Erich Vad zum gelungenen Vortrag. Rechts daneben der Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 232, Oberstleutnant Peter Küpper, der ebenfalls sprach.

Berchtesgaden - Bürgermeister und Hausherr Franz Rasp stellte den Neujahrsempfang in seinem Markt unter das Motto "Brücken bauen", um das Zusammenleben zu erleichtern.

Rund 600 Gäste waren der Einladung der fünf Gemeinden des inneren Landkreises - Berchtesgaden, Marktschellenberg, Schönau am Königssee, Bischofswiesen und Ramsau - in den großen Saal des Kongresshauses gefolgt. Als Gastgeber fungierten obendrein die Tourismusregion Berchtesgaden - Königssee sowie das Gebirgsjägerbataillon 232 aus der Strub. Die Kameraden des Gebirgsmusikkorps Garmisch-Partenkirchen übernahm unter der Leitung von Major Christian Prchal die musikalische Gestaltung des feierlichen Abends.

Fotos vom Neujahrsempfang - Teil I:

Neujahrsempfang in Berchtesgaden - Teil I

Die fünf Bürgermeister Franz Rasp (Berchtesgaden), Toni Altkofer (Bischofswiesen), Franz Halmich (Marktschellenberg), Stefan Kurz (Schönau am Königssee) und Josef Maltan in Vertretung für den verhinderten Ramsauer Gemeindechef Herbert Gschoßmann übernahmen zusammen mit dem Struber Bataillonskommandeur Oberstleutnant Peter Küpper die Begrüßung der vielen Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Foyer des Kongresshauses.

Fotos vom Neujahrsempfang - Teil II:

Neujahrsempfang in Berchtesgaden - Teil II

Den Sportlern gebührt der Auftakt

Franz Rasp hielt die Auftakt-Laudation in gewohnt lockerer Souveränität, blickte zurück als auch voraus. Zunächst waren jedoch die Sportler dran: Aushängeschilder der Region, Werbeträger für das ganze Berchtesgadener Land: Skeleton-Ass Anja Huber, Rodel-Olympiasieger Felix Loch, Bob-Profi Manuel Machata und das Spitzen-Rodeldoppel Tobi Wendl/Tobi Arlt. Der Nachwuchs wurde nicht vergessen: Allen voran Skibergsteiger Toni Palzer aus der Ramsau, seit drei Jahren in seinen Altersklassen ungeschlagen. Er lehrt mittlerweile auch den weltbesten Erwachsenen in seiner Sportart das Fürchten.

Fotos vom Neujahrsempfang - Teil III:

Neujahrsempfang in Berchtesgaden - Teil III

Notfallambulanz wirklich spitze

Rathauschef Rasp stellte die wichtigsten Bauprojekte zwischen Marktschellenberg und der Ramsau vor und zeigte sich stolz auf zwei ganz besondere Siege: Die Hirscheck-Rodelbahn, Gesamtsieger im bundesweiten ADAC-Test, und Platz 1 für die Kreisklinik Berchtesgaden im Bereich Notfallambulanz: "Die ist wirklich spitze, das kann ich bestätigen", schmunzelte Rasp. "Ich bin oft mit meinen Kindern dort". Die Klinik wird aktuell für rund acht Millionen Euro umgebaut und saniert.

Fotos vom Neujahrsempfang - Teil IV:

Neujahrsempfang in Berchtesgaden - Teil IV

Der 2013-Ausblick durfte nicht fehlen: "In diesem Jahr werden wir das Kongresshaus für rund sechs Millionen Euro ansprechender gestalten", verriet der Markt-Bürgermeister und appellierte an alle im Landkreis: "Seien sie Brückenpfeiler, für die Menschen, die hier leben. Nur gemeinsam können wir viel bewegen". Dazu sei ein neuer Flächennutzungsplan im gesamten Gebiet erforderlich.

Ganz klar für die Einsätze

Der Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 232 in der Strub, Oberstleutnant Peter Küpper, berichtete von einem "nur vermeintlich ruhigen 2012", in dem die Vorbereitungen auf die kommenden Auslandseinsätze im Mittelpunkt standen. "Dabei haben wir die einzigartigen Momente - beispielsweise die Sonnenaufgänge auf den Bergen - nicht zu kurz kommen lassen, die Gemeinschaft gepflegt und unseren Dienst am Menschen nicht vergessen".

Fotos vom Neujahrsempfang - Teil V:

Neujahrsempfang in Berchtesgaden - Teil V

Küpper appellierte an alle Gäste, auch jene, die die Bundeswehr mit kritischen Augen sehen, ihre mögliche Ablehnung nicht gegenüber den Soldaten zu zeigen: "Sie dienen Deutschland". Der Kommandeur versicherte, mit seinen Leuten dorthin zu gehen, wohin ihn der Bundestag auch schicke: "Ich bin ganz klar für diese Einsätze, für diese anspruchsvollen Aufträge". Küpper machte keinen Hehl daraus, dass seine Soldaten "kämpfen müssen, notfalls auch töten müssen". Ab Juli/August dieses Jahres möglicherweise auch wieder in Afghanistan.

Wohlüberlegte sensitive Einzelfälle

Hauptredner Dr. Erich Vad, Brigadegeneral und Leiter der Gruppe "Militärpolitik/Bundessicherheitsrat" im Bundeskanzleramt konzentrierte sich in seiner Ansprache auf die Auslandseinsätze der Truppe: "Wobei es den Auslandseinsatz eigentlich gar nicht gibt. Es handelt sich dabei vielmehr um sensitive Einzelfälle und wohlüberlegte Entscheidungen", so der Oberstleutnant. "Seien Sie sich sicher, dass wir immer sehr stark abwägen und es uns nie leicht machen".

Fotos vom Neujahrsempfang - Teil VI:

Neujahrsempfang in Berchtesgaden - Teil VI

Als Leiter des Betreuerstabes für Militärfragen in Berlin ist Vad wichtiger Militärberater für Angela Merkel. Die Bundeskanzlerin hat er auf zahlreichen Reisen in jene Länder begleitet, in denen die Bundeswehr aktiv ist. Aktuell befinden sich 6.100 deutsche Soldaten im Ausland, die meisten (4.300) in Afghanistan. Der langsame Rückzug soll im März 2014 anlaufen. "Dazu ist eine logistische Meisterleistung nötig", so Vad. "Doch wir werden uns sicher nicht komplett aus der Region verabschieden. Die Menschen dort benötigen weiterhin unsere Hilfe, unsere Unterstützung, unseren Rat".

Noch keine Antworten in Afrika

Und: Die "sensitiven Einzelfälle", wie Vad sie nennt, werden so schnell nicht enden. "Ich gehe davon aus, dass wir in Zukunft vor allem in Afrika gefordert sein werdern". Der Brigadegeneral nannte in diesem Zusammenhang den westafrikanischen Staat Mali an. Ein dringliches Thema seien auch die Chemiewaffen Syriens: "Hier haben wir noch keine Antworten auf unsere vielen Fragen", so Dr. Erich Vad, der 1975 seinen Dienst bei der Bundeswehr begann. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

Fotos vom Neujahrsempfang - Teil VII:

Neujahrsempfang in Berchtesgaden - Teil VII

Im Anschluss an die letzten Kaiserjägertöne des Gebirgsmusikkorps - "Wir Jäger lassen schallen" - ließen es sich die Gäste an einem außergewöhnlichen Büffet im Foyer schmecken. Begleitet von angeregten Gesprächen bis spät am Abend. Zuvor hatte Marktschellenbergs Bürgermeister Franz Halmich im Namen seiner vier Amtskollegen traditionelles Holzkunsthandwerk an Dr. Erich Vad überreicht.

Fotos vom Neujahrsempfang - Teil VIII:

Neujahrsempfang in Berchtesgaden - Teil VIII

Hans-Joachim Bittner

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