Blickfänger und Momentaufnahmen

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Berchtesgaden - Fotograf Hans Stanggassinger ist seit Jahren auf der Suche nach den besten Motiven für den „Nationalpark Kalender". Die 2013-Ausgabe ist ab sofort im Handel

Wie so oft ist die Auswahl mit Bedacht erfolgt: Hans Stanggassinger, Mitarbeiter im Nationalpark Berchtesgaden, ist der Motivgeber des aktuellen „Nationalpark Berchtesgaden“-Kalenders für das Jahr 2013.

Soeben veröffentlicht, bietet das großformatige Werk 13 einzigartige Motive, die mit viel Bedacht gewählt sind. „Ich mache das ganze Jahr über Fotos“, sagt Stanggassinger. Die besten wandern in den Kalender, der im 23. Jahr bestehend, viele Freunde gefunden hat.

Früher war es allein die touristische Seite, von der man sich lenken ließ und die schließlich dafür verantwortlich war, welche Bildauswahl in den Kalender hineinkam. Natürlich gibt es noch Motive, die immer wieder gerne gesehen sind, etwa St. Bartholomä oder aber der Watzmann. Aber Hans Stanggassinger lässt sich nicht mehr ausschließlich davon leiten. Zu viele einzigartige, faszinierende Flecken gibt es im Nationalpark, zu viel abwechslungsreiche Natur, die es wert ist, ein Monatsmotiv für den Nationalpark-Kalender zu sein.

Einzigartige "Aha"-Momente

Hans Stanggassinger ist seit vielen Jahren mitverantwortlich dafür, welche Bilder in den Kalender hineinkommen. Deshalb muss die Auswahl mit Bedacht erfolgen. Blickfänger, besondere Momentaufnahmen, heimische Tiere in außergewöhnlichen, selten mitzuerlebenden Situationen.

„Aha“-Momente der speziellen Art: Wenn der Nationalpark-Mitarbeiter loszieht, sucht er nach derartigen Einzigartigkeiten. Jedes Jahr aufs Neue gilt es Bilder zu schießen, zu sammeln, zu sichten. Der Nationalpark Kalender fordert 13 Motive. Eines für das Titelbild, zwölf weitere für die jeweiligen Monate des Jahres.

So schaut das Deckblatt des 2013-Kalenders aus

Etwa 50 Motive wählt Stanggassinger aus, diese werden wiederum begutachtet, eine finale Auswahl wandert in den Kalender – entsprechend der einzelnen Monate: „Die Fotos müssen schon zu der Zeit entstanden sein, zu der sie dann auch erscheinen“, sagt er. Bis das Gesamtwerk fertiggestellt ist, ist es ein langer Prozess, manchmal ist Geduld erforderlich, hin und wieder fliegen Fotos raus, die vom Fotografen favorisiert worden waren.

Natur im Vordergrund

Bedeutsam ist für ihn, die Natur in den Vordergrund zu stellen. „Das ist das Wichtigste“, sagt er. Und es braucht Geduld, das passende Motiv vor die Kamera zu bekommen. Vor allem bei Stimmungs- und Tieraufnahmen könnte eine Sekunde später die Faszination des Moments schon wieder verflogen sein. Allein der Titel „Nationalpark Berchtesgaden“, ein Alleinstellungsmerkmal, das den deutlichen Unterschied von anderen auf dem Markt erhältlichen Kalendern darstellt, erfordere das.

Trotzdem müsse man auch der hiesigen Kultur Rechnung tragen. In den Motiven soll sie nicht unerwähnt bleiben. 2013 dominieren die Landschaften, weniger Blumen und Tiere, zwar auch, aber man hat sich dazu entschieden, den Fokus auf Landschaften zu legen. So auch das Titelmotiv, das häufig für die Kaufentscheidung verantwortlich ist. Die Neugierde des Betrachters müsse geweckt werden. Deshalb sei auch das aktuelle Bild mit Jenner, Steinernem Meer und Watzmann-Gebirgsstock – davor ein den Talkessel bedeckendes Nebelmeer - eine vernünftige Entscheidung.

Stimmungsfotografie

Stimmungsfotografie ist für Stanggassinger ein wichtiger Punkt, den er auch in seinen eigenen Aufnahmen immerzu berücksichtigt: So ist etwa das Januar-Bild im Zauberwald in der Ramsau aufgenommen. Ein Bach, schneebedeckte Steine, ein Busch, der Raureif bedeckt diesen, die Sonne bricht aus dem Hintergrund in die Szenerie. „Solche Aufnahmen gelingen nur eine halbe Stunde lang, danach verschwindet die Sonne wieder“, sagt der Nationalpark-Fotograf, der sich teils stundenlang auf die Lauer legt, um den entscheidenden Moment abzupassen.

Einen stimmigen Rahmen schafft auch das Dezember-Bild, die Wallfahrtskirche Maria Kunterweg, die, in der Dämmerung, hell erstrahlt. Der gefallene Schnee tut sein Übriges hinzu. Aber auch die Frühjahrs- und Sommerbilder können gefallen, etwa der balzende Auerhahn, bei dessen Motiv das Spiel zwischen Schärfe und Unschärfe, Vorder- und Hintergrund, das Miteinander der Farben den „Ton“ angibt.

Außergewöhnliche Bilder wie das Juni-Motiv, das Eisbach-Delta mit dem Jenner im Hintergrund, sind Beweis dafür, dass es noch durchaus so manches Plätzchen im Nationalpark gibt, das es wert ist, gezeigt zu werden.

kp

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