Umbauarbeiten nehmen Gestalt an

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Berchtesgaden - Beim Mehrgenerationenhaus arbeiten Jugendliche und Senioren auf Hochtouren. Im Oktober soll dann, dank der Erstmittel von 15.000 Euro, alles fertig sein.

Im Hof werden Holzstühle frisch lackiert, im Keller kriegt der Disco-Bereich einen dunklen Anstrich verpasst, viele Wände erstrahlen in poppigen Farbtönen: Beim Mehrgenerationenhaus arbeiten Jugendliche und Senioren auf Hochtouren Hand in Hand. Um im Oktober pünktlich einziehen zu können. Der Markt Berchtesgaden schießt 15.000 Euro Erstmittel dazu - für notwendige Anschaffungen.

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Jugendreferentin Sabine Wimmer ist voller Vorfreude: Das Mehrgenerationenhaus befindet sich auf einem guten Weg. „Ich weiß von keiner ähnlichen Einrichtung“, sagt sie. Und deshalb wird die ganze Sache auch gerne unter dem Begriff des „Experiments“ geführt. Denn in der Tat ist das Mehrgenerationenhaus in der Bergwerkstraße in Berchtesgaden nichts anderes. Ein Versuch, Neues zu wagen. Jugendliche mit Senioren in einem Haus zu vereinen. Dort soll dann gemeinsam gearbeitet, aber auch gefeiert werden. Ein reichhaltiges Programm wird eigens dafür erschaffen. Von der Seniorengymnastik bis hin zur Disco-Party.

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Und alle Beteiligten arbeiten zusammen, um das Ziel zu verwirklichen. Als Außenstehender kriegt man schon nach wenigen Augenblicken einen guten ersten Eindruck vermittelt. Zwei Monate vor der offiziellen Einweihung wird an allen Ecken und Enden gewerkelt. Jugendliche schleifen und bepinseln einen Schwung gebrauchter Stühle, die vom Hofbrauhaus Berchtesgaden zur Verfügung gestellt wurden. Auch eine Gartengarnitur wird auf Vordermann gebracht. Im Gebäude selbst, das vormals eine Reifen-Werkstatt war, entsteht ein gemütlicher Lounge-Bereich. Einladende Sitzpolster, Billardtisch, ein kleiner Kiosk, der in Selbstverwaltung geführt werden soll. Der Innenraum ist an eine Häuserfassade angelehnt. Es wird Toiletten und Duschen geben, alles behindertengerecht. Eine Küche obendrein. Über einen Aufzug, der bereits im Gebäude integriert war, erreicht man das Obergeschoss und damit jenen Raum, der später mal als Veranstaltungsraum genutzt werden soll. „Wohnzimmer“ sagt Sabine Wimmer dazu. Ein Lärchenboden wird demnächst verlegt, naturbelassen. Flachbild-Fernseher und Dia-Projektor kommen rein. „Natürlich kann hier Fußball geschaut werden“, sagt sie. Aber eben auch Vorträge sollen gehalten werden.

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Ein Holzofen wird dazu einladen, an kalten Abenden wohlig-warm zusammenzusitzen. Und selbst an eine Bühne dachten die Verantwortlichen. Denn groß genug ist der Raum, um etwa Theaterstücke vor Publikum zum Besten zu geben. Übernachtungsmöglichkeiten soll es geben. „Da können dann etwa Bands schlafen, die für Rock am Rathaus eigens angereist sind“, wissen die Jugendlichen. Darüber hinaus kommt auch der sportliche Aspekt im Obergeschoss nicht zu kurz. Elisabeth Homberg, Berchtesgadens Seniorenbeauftragte, sagt: „Seniorengymnastik ist vorstellbar“. Gemeinsame Nachmittagsgestaltungen. Ideen gibt es zuhauf, ein Konzept wurde bereits erarbeitet. „Bald werden wir es der Öffentlichkeit vorstellen“, so die Senioren- und die Jugendreferentin, Elisabeth Homberg und Sabine

Wimmer. Überhaupt scheint derzeit bei den Beteiligten nur eins zu gelten: Möglichst schnell fertigzuwerden. Deshalb kommen viele ehrenamtliche Mithelfer, die Hand anlegen und einen Berg an Kreativität mitbringen. Ein Maler etwa, der die Disco, im Keller gelegen, in dunklen Farbtönen streicht und mit Mustern verziert. Aber auch die Jugend selbst ist aktiv, schwingt den Pinsel, eigene Kreationen sind erlaubt. „Wir hatten gute Kontakte“, sagt Jugendreferentin Wimmer. Ein Modehaus in Freilassing baut um. Alles kam raus - Lampen, Stellwände, in gutem Zustand. „Perfekt für uns“. Von der Idee, die Sachen in das Mehrgenerationenhaus einzubauen, war jeder begeistert. Die Stellwände, auf denen überlebensgroße Models prangen, werden in der Disco verbaut, modernes Ambiente, DJs sollen alle Möglichkeiten haben, um den Besuchern ordentlich einzuheizen. Eine Einweihungsfeier ist auch geplant, irgendwann im Oktober. Da soll dann alles im und rund um das Haus fertig sein. 180.000 Euro für Jugend- und Seniorenarbeit stehen in den nächsten drei Jahren zur Verfügung. Und dann wird sich zeigen, ob das „Experiment“ aufgeht.

kp

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