Grundsanierung an den Ekel-Toiletten

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Dieses Bild soll bald der Vergangenheit angehören.

Berchtesgaden - Nach Ramsauers deutlichen Worten über den misslichen Zustand des Bahnhofs in Berchtesgaden zieht die Deutsche Bahn nun Konsequenzen:

Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer hatte erst vergangene Woche dem Bahnhof Berchtesgaden einen Besuch abgestattet. Und war entsetzt über dessen Zustand. Er versprach, sich mit Bahnchef Rüdiger Grube in Verbindung zu setzen. Um den Verunreinigungen und zahlreichen kleineren „Baustellen“ zu begegnen. Am gestrigen Mittwoch rückte nun ein Putztrupp an. 15 Mann, die das Areal auf Vordermann bringen sollen.

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Der Verkehrsminister muss deutliche Worte getroffen haben. Nicht anders ist es zu erklären, dass nun alles so schnell geht. Die Causa Bahnhof war in der Vergangenheit immer wieder Gesprächsthema. Kaputte Toiletten über Monate, eine ekelerregende Umgebung, es miefte nach Urin. Der Bahn-Trupp, der nun für Sauberkeit sorgen soll, ist mit sieben Fahrzeugen vor Ort. „Eigentlich sind wir für die Toiletten gar nicht zuständig“, sagt ein Mitarbeiter. Der Markt Berchtesgaden habe sich verpflichtet, diese zu reinigen und in ordentlichem Zustand zu belassen. Zwei Mal am Tag.

Ekelzustände am Berchtesgadener Bahnhof

Bahnhoftoiletten: Ramsauer überzeugte sich persönlich

Der Geschäftsführer des Marktes Berchtesgaden, Anton Kurz, bestätigt dies auf Nachfrage. Und fügt an, dass auch die Bahn zugesagt habe, eventuelle Beschädigungen schnell zu reparieren. Davon gibt es nämlich zuhauf. Passiert ist in den letzten Monaten aber nichts. Das wissen die Mitarbeiter vom Bahnhofsmanagement auch. Doch lagen die Prioritäten anscheinend woanders.

Nun wird das Gebäude und das gesamte Drumherum einem Generalputz unterzogen: Die Toiletten werden gereinigt, die Gebäude-Fassade abgestrahlt, die Unterführung zu den hinteren Gleisen auf Vordermann gebracht. Der Aufgang zum Markt soll in gesäubertem Zustand erstrahlen, verspricht der Leiter des Bahnhofsmanagements Oberbayern, Johann Ramstötter. Die umliegenden Wiesen im Gleisbereich, zwischenzeitlich bis zur Hüfte gewachsen, werden zum ersten Mal gemäht, es gibt neue Mülleimer, kaputte Vitrinen werden abmontiert, die Fenster gereinigt, überall kümmern sich Bahn-Mitarbeiter vor Ort darum, dass liegengebliebener Dreck zusammengekehrt und abtransportiert wird.

Sanierung der Ekel-Klos beginnt

Grundsanierung am Bahnhofsklo

In der Herren-Toilette wurde die Decke abgestrahlt, die Heizungskörper werden neu geweißelt, Fliesen ersetzt, die Wand gestrichen. Ein Mitarbeiter des Berchtesgadener Bauhofs sorgt dafür und sagt, man wolle so schnell als möglich fertig werden. „Ich hoffe, dass das nicht reiner Aktionismus ist“, sagt einer, der die Situation schon seit längerem beobachtet. „Da müsste ein Hausmeisterservice ans Werk“. Ansonsten sei es in der Zukunft nur schwer umsetzbar, bei Reparaturen schnell und effizient zu reagieren.

Eine einmalige Bahnhofs-Aktion soll das aber laut Bahn-Verantwortlicher nicht bleiben. „Wir werden darauf achten, dass es so weit nicht mehr kommt“, sagt der Leiter des Bahnhofsmanagements und nickt. Noch dieses Jahr sollen die Toiletten im Bahnhof saniert werden, behindertengerechte WCs beim Markt-Aufgang entstehen. Auf Kosten des Marktes Berchtesgaden. 50.000 Euro hat dieser veranschlagt. „Bislang fielen die Angebote zu teuer aus“, sagt der Geschäftsführer der Gemeinde. Er bleibt zuversichtlich, dass es noch in diesem Jahr mit einer bezahlbaren Variante klappt.

kp

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