Konzeptkunst im Heimatmuseum

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Berchtesgaden - Im Heimatmuseum treffen Traditionskunst und Werke der Moderne aufeinander. Eine Kombination, die den Betrachter fordert.

Hunderte Zeitungsschnipsel liegen in einem Glaskabinett im Heimatmuseum Berchtesgaden auf dem Boden verteilt. Folgt man ihnen, trifft man auf eine von insgesamt drei Türen. Keine wirklichen. Sondern Kunstwerke. Frottage-Technik. Peter Karger ist der Schöpfer.

Und Pia Starzmann, die die Eröffnungsrede zur Ausstellung hält, sagt, dass es mutig und gut sei, solche traditionellen Orte wie das Heimatmuseum mit Gegenwartskunst zu verknüpfen. Erklärungen zur Ausstellung gibt es keine. Der Künstler bleibt Antworten bewusst schuldig.

Peter Karger zeigt im Heimatmuseum Konzeptkunst

Konzeptkunst beinhalte Kargers Darstellung. Im Vordergrund stehe eine bloße Idee, so Starzmann. Der Gegenstand, den der Künstler zeige, in diesem Fall die Tür, sei austauschbar. Aus dem Zusammenhang gelöst würden die Türen erst durch den Ort und den Kontext zur Kunst werden.

Nicht jedem der Betrachter war dies während der Ausstellungseröffnung auch klar. Und auch Starzmann erkannte die Problematik der Konzeptkunst, die beliebig wirkt:

„Sie werden jetzt bestimmt sagen: Da lobe ich mir die alten Meister“. Aber selbst da sei die Problematik ähnlich wie bei der Konzeptkunst: Um einen „alten Meister“ und dessen Werk zu begreifen, benötige man immerhin Hintergrundwissen und einen Grundgedanken.

Bewusst weggelassen wurden bei Kargers Türen-Schau eigene Erklärungen und Interpretationen seitens des Künstlers. Die Idee dahinter: „Selbstständig nachzudenken“, so Starzmann, die wiederum Kargers Hartnäckigkeit lobte, die dieser an den Tag gelegt hatte, um seine Ausstellung realisieren zu können.

Kargers Türen-Frottagen sind mit Hilfe von Packpapier entstanden. Eine Wachsbearbeitung folgte, dann der „Anstrich“. „Die Türen-Werke sehen aus wie Leinwände“, stellte Starzmann fest. Sie vermittelten den Eindruck alpiner Hütten.

Ganz ohne Griff und Schlüsselloch spiegelt das Kunstwerk eine gewisse Art der Ausgeschlossenheit wider, so die Annahme der Expertin, die ihrer eigenen Interpretationsweise freien Lauf ließ. Das Besondere an den Umsetzungen: Karger habe nicht klassisch signiert, der Künstler bleibt namenlos, sondern mit seiner Hand.

„Das erinnert an Höhlenkunst“, sagte sie. Vielschichtig sei die Ausstellung, tiefgründig. Man müsse sich einlassen können. Und das gelinge eben nur jenen, die „Kunst nicht als Narkotikum gegen die Wirklichkeit verstehen“.

Die Ausstellung hat noch bis in den Oktober hinein geöffnet.

kp

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