Unser Interview mit Susi und Stefan Kraus

Bauchgfui - So war unser erstes Jahr

+
Bauchgfui - Rückblick auf das erste Jahr
  • schließen

Berchtesgaden - Rund ein Jahr ist vergangen, als mitten im Herzen von Berchtesgaden ein neues gastronomisches Konzept seine Pforten öffnete. Das "Bauchgfui" von Susi und Stefan Kraus, den ehemaligen Wirten der Traditionsgaststätte am Söldenköpfl:

Grün! Diese Farbe dominiert im Bauchgfui und steht eindeutig für Frische, gute Laune und gesundes Essen. Anfang Dezember 2016 starteten die ehemaligen Wirte vom Söldenköpfl hier ihre neue Existenz. Nach 18 Jahren hieß es Abschied nehmen um etwas Neues zu wagen und sich der Frage stellen "Nehmen unsere Gäste dieses Konzept an?"

BGLand24.de hat sich genau das gleiche gefragt und sich mit Susi und Stefan zum Interview getroffen. Ganz besonders interessiert hat uns dabei die Frage: Wie war das erste Jahr und wie geht es jetzt weiter?

Rückblick auf 1 Jahr Bauchgfui - Interview mit Susi und Stefan Kraus

1 Jahr Bauchgfui - Wie geht´s Euch? Ist alles so gelaufen, wie Ihr Euch das vorgestellt habt?

Ja, auf jeden Fall. Wir sind sehr glücklich und freuen uns, dass unsere Idee so gut angenommen wurde. Viele unserer alten Stammgäste sind uns auch mit dem Bauchgfui treugeblieben und ganz viele neue Leute sind dazugekommen. Sowohl was das Mittagessen angeht, als auch unsere Kuchen. Dadurch dass wir jetzt wesentlich zentraler sind, ist es für unsere Kunden natürlich viel einfacher kurz zum Essen vorbeizuschauen, oder sich etwas mitzunehmen und dann daheim oder in der Arbeit zu essen.

Vermisst Ihr das Söldenköpfl?

Nein - überhaupt nicht. Wir genießen es, jetzt nicht mehr so viel Zeit in Logistik, das Schneeräumen, das Instandhalten der Zufahrtsstrasse und all den Arbeiten rund ums Haus zu investieren. Dadurch bleibt uns jetzt viel mehr Zeit um neue Rezepte zu suchen und auszuprobieren und natürlich auch für die Familie. 

Ihr habt ja ein völlig neues Konzept. Wurde das von allen direkt angenommen?

Rückblick - 1 Jahr Bauchgfui in Berchtesgaden

Viele unserer Gäste waren zu Beginn wahnsinnig gespannt, wie es im Bauchgfui mit uns weitergeht. Manche konnten sich gar nicht vorstellen, dass wir nun nicht mehr im Söldenköpfl sind, wo sie gerne und regelmäßig auf einer Wanderung eingekehrt sind. Aber wir haben durch die Bank weg ein sehr gutes Feedback bekommen und sind sehr glücklich darüber, diese Entscheidung so getroffen zu haben. Und was wir ja beibehalten haben, sind unsere beliebten hausgemachten Kuchen und Torten. Jeden Tag haben wir fünf bis sechs unterschiedliche Varianten im Angebot und die zentrale Lage im Markt macht es unseren Gästen jetzt einfacher für den Nachmittagskaffee kurz ein paar Stücke bei uns zu kaufen, ohne extra auf den Berg laufen zu müssen.

Apropos Mittagessen - bei Euch kann man ja auch telefonisch Essen bestellen und abholen. Wird das genutzt?

Und wie. Viele Leute die im Markt arbeiten, informieren sich täglich im Internet und rufen uns schon am Vormittag an. Sie bestellen dann in der Regel sogar für mehrere Kollegen gleich mit und für eine ganz spezielle Abholzeit, um möglichst schnell wieder in der Arbeit zu sein, denn die Mittagspause ist kurz und wertvoll.

Wir aktualisieren unsere Tagesangebote jeden Abend auf der Homepage und über Facebook. Das wird ebenfalls sehr gut angenommen. Und was auch immer sehr beliebt ist, dass sind unsere Salate. Man kann aus 19 verschiedenen Salaten und 4 hausgemachten Dressings wählen. Außerdem gibt es leckere Körner Sprossen und Brot dazu.

Was gefällt Euch an Eurem neuen Konzept, bzw. an dem neuen "Gästemiteinander" am Besten?

Dass unsere Gäste so experimentierfreudig sind. Wir sind oft auf Foodmessen und ähnlichen Veranstaltungen unterwegs, einfach um zu schauen, was es Neues und Anderes gibt. Und egal was wir dann Neues und Unbekanntes auf der Speisekarte haben, unsere Gäste probieren immer gerne etwas Neues aus. Sehr beliebt sind so Gerichte wie Burritos, Quesadillas oder auch die Pizokel. Das ist eine Graubündner Spezialität, die wir aus unserem Urlaub in der Schweiz mitgebracht haben.

Rückblick - 1 Jahr Bauchgfui in Berchtesgaden

Aber diese ganze "To-Go-Aktion" produziert ja eigentlich eine ganze Menge an Verpackungsmüll?
Im Prinzip natürlich schon. Aber wir bieten unseren Kunden auch die Möglichkeit, dass wir ihnen ihre Bestellung in eigene Behälter füllen. Wir haben zusätzlich wiederwendbare Kunststoffboxen gekauft, die wir 1:1 an unsere Kunden weiterverrechnen, wenn jemand sein Essen lieber so mitnehmen möchte. Die kann er dann beim nächsten Mal gespült wieder mitbringen und wir füllen dann immer dort seine Bestellung ein. Oder die Kunden bringen generell ihre eigenen Boxen mit. Beides wird sehr gut angenommen. 

Ansonsten haben wir bei unseren Einwegverpackungen darauf geachtet, dass die Dosen aus umweltfreundlicher Pappe sind und die Deckel aus recyceltem Material. Beides hält außerdem zuverlässig warm. Darum können wir auch für den Transport auf zusätzliche Alufolie verzichten. Außerdem haben wir mittlerweile die Alufolie ganz bei uns abgeschafft. So haben wir für unsere Burritos jetzt eine Papierverpackung gefunden, die so robust ist, dass man die Burritos dadrin auf den Grill legen kann. Das Papier kann man dann ganz einfach aufreißen kann und den Burrito direkt aus dem Papier essen. Übrigens ohne sich die Finger zu verbrennen.

Und wie ist Eure Trüffel-Aktion aus der vergangenen Woche angekommen?

Rückblick - 1 Jahr Bauchgfui in Berchtesgaden

Ebenfalls ganz toll! Zunächst einmal hatten wir selber wahnsinnig viel Spaß daran, nach Istrien zu fahren und dort nicht nur schwarze Trüffel zu kaufen, sondern auch mit den Trüffelsuchern selber auf Tour zu gehen und anschließend gemeinsam zu kochen. Uns war wichtig, dass wir auch diese Gerichte für einen guten Preis anbieten können und viele die diese Gerichte vorher noch nie gegessen haben, haben  sich darüber gefreut diese Delikatesse mal zu einem günstigen Preis genießen zu können. 

Seit einiger Zeit habt Ihr ja auch Freitagabends immer geöffnet. Läuft das?

Rückblick - 1 Jahr Bauchgfui in Berchtesgaden

Oh ja. Wir werden diesen Freitag auf jeden Fall beibehalten. Aber obwohl uns immer wieder Gäste fragen, ob es auch weitere Abende geben wird, werden wir es bei einem Abend belassen. Freitag ist ideal. Junge Leute kommen zu uns, bevor sie im Anschluss noch weggehen, viele Gäste kommen direkt aus dem Büro und lassen die Woche ausklingen und ganz viele Kunden kommen gerade an einem Freitagabend zu uns, um für die ganze Familie Abendessen mitzunehmen, um es sich daheim ohne Kochen und Stress gemütlich zu machen. Und dadurch, dass wir jeden Freitag etwas anderes anbieten, kommen die Leute gerne regelmäßig, weil sie diese Abwechslung einfach sehr schätzen.

Was bietet Ihr an so einem Abend an?

Immer ein ganz bestimmtes Thema. Also einen mexikanischen Abend, einen Schweizer Abend oder einen Asia Abend. Dann haben wir schon oft Burritos oder Burger gemacht, die ebenfalls sehr gut ankommen. Und natürlich nicht zu vergessen der Nudelabend mit acht verschiedenen Nudelsossen und die gefüllten Bauchgfui-Taschen und unsere HotDogs.

Die Nudeln macht Ihr nach wie vor selber?

Rückblick - 1 Jahr Bauchgfui in Berchtesgaden

Ja. Wir haben mittlerweile einen Mitarbeiter, der uns täglich frische Nudeln macht. Den rufen wir am Vortag an und bestellen die benötigte Tagesmenge. So sind sie stets frisch. Wir werden bald sogar eine zweite Nudelmaschine anschaffen, denn wir würden gerne auch andere Sorten anbieten. Zum Beispiel Dinkelnudeln. Viele Gäste kommen zu uns, weil wirklich nur Hartweizengries und Wasser drin ist. Leute die ansonsten mit bestimmten Inhaltsstoffen Probleme haben, greifen daher sehr gerne auf unsere Nudeln und unsere anderen Mittagsangebote zurück, da wir nach wie vor ohne Geschmacksverstärker, Glutamat oder sonstige Zusatzstoffe kochen. Kräuter, Salz, Pfeffer, Gewürze - das ist alles, womit wir würzen. Stefan geht jeden Tag frisch einkaufen und das schmeckt man auch.

Zeit zum Feiern - Prosecco, Kombucha und mehr

Und nun darf gefeiert werden? Genau - und zwar mit unseren Gästen. Wir möchten uns bei unseren Kunden bedanken und laden Sie am 5. und 6. Dezember auf ein Glas Prosecco oder alkoholfreien Kombucha ein. Und für unsere Kleinen gibt es etwas Süßes. 

Zurück zur Übersicht: Region Berchtesgaden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser