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Romy Schneiders Vermächtnis

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Gisela Schubert sammelt seit über 50 Jahren alles über Romy Schneider.

Berchtesgaden - Seit über 50 Jahren sammelt Gisela Schubert alles über die deutsche Filmlegende und denkt langsam darüber nach, ihr Hobby an den Nagel zu hängen:

Die Sammlung ist eine der größten überhaupt: Filmplakate, Originalhandschriften, Kleidungsstücke – Gisela Schubert sammelt seit über 50 Jahren alles, was mit Filmlegende Romy Schneider zu tun hat. „Ich habe sie gesehen und war fasziniert“, erzählt sie. Da war Schubert 13 Jahre alt. Inzwischen ist ihr Fundus gigantisch angewachsen. So groß, dass sie nun, nach über einem halben Jahrhundert, über das Aufhören nachdenkt. „Ich komme in ein Alter, da muss das alles geregelt sein“, sagt sie. Einen Teil ihrer Sammlung können Interessierte noch bis Ende Oktober in einer Sonderausstellung in Berchtesgaden sehen.

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„In den 50er Jahren gab es ja nicht viel“, sagt Gisela Schubert, die in diesem Jahr 70 wird. Also hat sie damals begonnen zu sammeln. Filmpostkarten etwa. Romy Schneider war schon bekannt, berühmt – „eine wunderschöne Frau“. Schubert selbst war einige Jahre jünger, noch Kind. Wegen fehlender Mittel tauschte sie mit den Nachbarskindern Fotos jener jungen Frau, die später zur Legende werden sollte. „Die Faszination hat mich nicht mehr losgelassen“ – ihrer Stimme merkt der Zuhörer die Begeisterung an. Nachdem Schubert Romy Schneider in ihr Sammlerherz geschlossen hatte, verpasste sie keinen einzigen ihrer Filme mehr. 58 hat sie im Laufe ihres Lebens gedreht: Und Gisela Schubert kennt sie alle. Ihr Debüt in „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“ (1953), die Sissi-Reihe mit der sie weltberühmt werden sollte oder „Das Mädchen und der Kommissar“ Anfang der 70er Jahre – „einer meiner Lieblingsstreifen“. „In den Filmen hat man deutlich die Authentizität Romy Schneiders gespürt“, sagt Schubert.

Romy Schneider: Die Ausstellung in Bildern

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Ihre Begeisterung teilen konnte die Mutter aber nie: „Das Sammeln wird Dir schnell vergehen“, sagte diese. Doch die Leidenschaft der Tochter blieb. Es waren vor allem die 80er und 90er Jahre, die für die Sammlerin zur Hochzeit wurden. Auf Filmbörsen trafen sich Händler und Liebhaber. Die einen boten die exklusiven Stücke an, die anderen zahlten teils horrende Preise. „Da gab es Filmplakate, die 1.000 Mark kosteten“, erzählt Schubert. Ein teures Hobby, das sie sich da ausgesucht hatte, weiß sie. Zumal: Wenn viele Menschen mit dem gleichen Steckenpferd aufeinander treffen, schnellen die Preise in die Höhe. Romanhefte aus den 60er Jahren waren eine Besonderheit und vor allem gab es Titelblätter mit Romy-Schneider-Motiven: „Unglaublich, in welchen Ländern sie überall die Zeitschriften zierte“, sagt Schubert. Auf einer Filmbörse in München traf sie dann auch auf zwei Italiener, beide sprachen nur Englisch. Und trotzdem waren Schuberts Verhandlungen erfolgreich – die Ausbeute: überdimensionale, italienische Filmplakate.

1.300 Hefte hat sie in ihrem Fundus, 800 Filmpostkarten, unzählige Kinoposter, Pressefotos von damals. „Ich war aber nie eine, die fanatisch war und ihr Hobby übertrieb.“ Nicht jeder Schnipsel wurde gesammelt, nur Ausgewähltes. In den 80er Jahren trat Gisela Schubert einem französischen Romy Schneider-Fanclub bei, dem sie auch heute noch angehört. Einmal im Jahr traf man sich in Frankreich zum Fünf-Gänge-Menü mit Übernachtung. „Da waren dann ein Haufen Gleichgesinnter, die sich miteinander austauschten“. Logisch, dass Romy Schneider, bereits 1982 verstorben, das bestimmende Thema war. Einer der größten Augenblicke in ihrem Leben war das Kennenlernen von Romy Schneiders Mutter Magda, die sie zusammen mit Club-Mitgliedern mehrfach in Schönau am Königssee besuchte. „Die Dame kennenzulernen, war ein Höhepunkt“, erzählt sie. Ihre Sammlung wuchs im Laufe der Jahrzehnte auf ein kaum überschaubares Maß. Von der Romy Schneider-Pillenbox, den Romy Schneider-Briefmarken von den Komoren über eine Reihe von Telefonkarten in verschiedensten Ausführungen – es gab kaum etwas, was es nicht gab.

Der Rückblick auf die letzten fünfeinhalb Jahrzehnte fällt Gisela Schubert leicht. „Es waren schöne Zeiten“, sagt sie. Vor drei Jahren hat sie aufgehört, aktiv zu sammeln. Ihr Zuhause in Bad Pyrmont ist noch immer gut bestückt mit Romy Schneider-Fanartikeln. Bald wird sie 70 Jahre alt und da müsse man dann einen Gang zurückschalten. „Ich überlege, was ich mit meiner Sammlung machen werde“, sagt sie. Eine Möglichkeit: Die Sachen als Dauerleihgabe abzutreten. Etwa nach Berchtesgaden. Sollte die Sonderausstellung über Romy Schneider, die selbst elf Jahre ihres Lebens in Schönau am Königssee verbracht hatte, ein Erfolg werden, ist es laut Veranstalter denkbar, die Ausstellung dauerhaft einzurichten. Bis dahin dürfte aber noch ein bisschen Zeit vergehen. Und das Sammeln komplett zu beenden, wird sowieso kaum klappen. Schuberts Ehemann hat ebenfalls eine Leidenschaft für sich entdeckt. Seit Ende der 80er betreibt er sein Hobby. „BB“, sagt er. Brigitte Bardot.

kp

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